Reise-Start: Keine Angst vor dem Visum-Antrag

Die Ein­rei­se­for­ma­li­tä­ten zäh­len zu den wohl un­an­ge­nehms­ten Rei­se­vor­be­rei­tun­gen für in­di­vi­du­ell Rei­sen­de. Vie­len In­di­vi­du­al­tou­ris­ten, Back­pa­ckern und Welt­rei­sen­den stellt es im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes die Haa­re auf, wenn Sie das Wort „Vi­sum“ nur hö­ren. Die Vi­sa-Re­ge­lun­gen sind für je­des Land und je­den Staats­bür­ger un­ter­schied­lich. Die meis­ten Pro­ble­me beim Vi­sum-An­trag füh­ren auf feh­len­de Do­ku­men­te zurück.

In die­sem Bei­trag er­fährst Du was ge­nau ein Vi­sum ist, wo man Vi­sa er­hält und auf was in­di­vi­du­ell Rei­sen­de beim An­trag ach­ten sollten.

Was ist eigentlich ein Visum?

Sucht man in Wi­ki­pe­dia nach dem Be­griff „Vi­sum“, so er­hält man fol­gen­de Definition:

Ein Vi­sum ist ei­ne – nor­ma­ler­wei­se in ei­nen Rei­se­pass ein­ge­tra­ge­ne – Be­stä­ti­gung ei­nes frem­den Lan­des, dass Ein­rei­se, Durch­rei­se und Auf­ent­halt des Pas­sin­ha­bers er­laubt sind.

Für man­che Rei­se­län­der, be­nö­ti­gen Rei­sen­de al­so ein Vi­sum. Um die­ses zu er­hal­ten, müs­sen ver­schie­de­ne Auf­la­gen er­füllt werden.

Brauche ich in der EU ein Visum?

Bei Rei­sen in­ner­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on und in Staa­ten, die dem Schen­gen-Ab­kom­men bei­ge­tre­ten sind, brau­chen EU-Bür­ger kein Vi­sum. Als Aus­weis gel­ten Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass. An­ders sieht es bei der Ein­rei­se von Per­so­nen aus Dritt­staa­ten aus. Je nach Ver­ein­ba­rung mit dem Her­kunfts­land muss ein Vi­sum­an­trag für die Ein­rei­se in die Eu­ro­päi­sche Uni­on ge­stellt wer­den. Für Län­der, die am Schen­gen-Ab­kom­men teil­neh­men, gibt es ein so­ge­nann­tes Schengen-Visum.

Oslo in Norwegen

Nor­we­gen ge­hört zum Schen­gen-Raum aber nicht zur Eu­ro­päi­schen Union.

EU-Bür­ger be­nö­ti­gen al­so nur ein Vi­sum für die Rei­se in man­che Drittstaaten.

In welchen Ländern herrscht Visum-Pflicht?

Die­se Fra­ge ist nicht pau­schal zu be­ant­wor­ten. Die Vi­sum-Pflicht und die An­for­de­run­gen sind je nach Staats­bür­ger un­ter­schied­lich. Bei der Rei­se­pla­nung kannst Du In­fos über die Si­cher­heits­la­ge in Dei­nem Rei­se­land und die Vi­sa-Pflicht gleich in ei­nem Auf­wasch prü­fen. Die ak­tu­el­len Län­der-In­for­ma­tio­nen im De­tail gibt es bei fol­gen­den Stellen:

Wo erhalte ich ein Visum?

Vi­sa wer­den meist in ei­nem Kon­su­lat oder ei­ner Kon­su­la­ri­schen Ab­tei­lung ei­ner Bot­schaft aus­ge­stellt. Sel­ten, wie z.B. bei Russ­land, gibt es aus­ge­la­ger­te Ser­vice Cen­ter. Je nach Land ist die Ab­ga­be des Vi­sum­an­trags per Post oder manch­mal nur per­sön­lich möglich.

Man­che Vi­sa kön­nen nur im Kon­su­lat in Dei­nem Hei­mat­land be­an­tragt wer­den, an­de­re in ei­nem be­lie­bi­gen Land. So ha­be ich wäh­rend mei­ner Rei­sen z.B. mein Vi­sum für Viet­nam in Nan­ning in Chi­na oder das Vi­sum für Thai­land in Ho-Chi-Minh-Stadt in Viet­nam beantragt.

Für man­che Län­der kannst Du ein On­line-Vi­sum be­an­tra­gen. Bei mei­ner Rei­se nach Kam­bo­dscha konn­te ich das Vi­sum selbst aus­dru­cken und in den Rei­se­pass kleben.

Grenzübergang Aranyaprathet-Poipet (Thailand/Kambodscha)

Am Grenz­über­gang Aranya­pra­thet-Poi­pet er­hältst Du das Kam­bo­dscha­ni­sche Vi­sum bei der Einreise.

Manch­mal er­hältst Du das Vi­sum auch di­rekt beim Grenz­über­tritt bzw. am Flug­ha­fen. Die­se Art nennt man “Vi­sa on Ar­ri­val”. Be­ach­te, dass die­se Vi­sa manch­mal nicht an al­len Grenz­über­gän­gen aus­ge­ge­ben wer­den oder an­de­ren Re­geln un­ter­lie­gen als die Vi­sa vom Konsulat.

Welche Arten von Visa gibt es?

Man kann zwi­schen Tou­ris­ten-, Busi­ness-, Stu­den­ten- und Lang­zeit-Vi­sa un­ter­schei­den. Au­ßer­dem kannst Du in vie­len Län­dern ein Tran­sit­vi­sum für die Durch­rei­se oder ein Mehr­fach-Vi­sum für die mehr­ma­li­ge Ein­rei­se beantragen.

Für Rei­sen­de sind das Tou­ris­ten­vi­sum mit ein­fa­cher oder mehr­ma­li­ger Ein­rei­se und das Tran­sit­vi­sum für die kurz­zei­ti­ge Durch­rei­se interessant.

Welche Unterlagen müssen abgegeben werden?

Je­des Land hat bei den Ein­rei­se­be­stim­mun­gen mit den Her­kunfts­län­dern der Rei­sen­den (zB. Deutsch­land, Ös­ter­reich, Schweiz) in­di­vi­du­el­le Ver­ein­ba­run­gen. Je nach­dem ist die Ein­rei­se ent­we­der visum­frei oder es muss ein Vi­sum be­an­tragt wer­den. Die­se Be­stim­mun­gen kön­nen sich auch re­gel­mä­ßig än­dern. Die ak­tu­el­len Vi­sa-Be­stim­mun­gen und For­mu­la­re sind mitt­ler­wei­le auf den Web­sites der je­wei­li­gen Bot­schaf­ten zu fin­den. Manch­mal muß der Vi­sum-An­trag auch on­line aus­ge­füllt werden.

Die Bü­ro­kra­tie ist in den ein­zel­nen Staa­ten sehr un­ter­schied­lich. Auf ei­nem An­trags­for­mu­lar müs­sen die per­sön­li­che Da­ten des Rei­sen­den an­ge­ge­ben wer­den (Na­me, An­schrift, Ge­burts­da­tum u.s.w.). Fra­gen zur Fi­nan­zie­rung der Rei­se, Ar­beits­ver­hält­nis, Rei­se­rou­te oder zur Rück­kehr ins Hei­mat­land sind durch­aus üb­lich. Auch ein oder meh­re­re Pass­fo­tos musst Du dem An­trag beizulegen.

Bei man­chen Län­dern muss Du auch ein Ge­sund­heits­fra­ge­bo­gen aus­fül­len. Da­zu zäh­len auch Fra­gen zu be­stehen­den Krank­hei­ten, von He­pa­ti­tis bis hin zur Geisteskrankheit.

Visum-Antrag für Russland

Für Russ­land musst Du den Vi­sum-An­trag on­line aus­fül­len und an­schlie­ßend ausdrucken.

Zu den aus­zu­fül­len­den For­mu­la­ren kön­nen wei­ters der Nach­weis ei­ner Aus­lands-Kran­ken­ver­si­che­rung oder ei­ner Ein­la­dung in das je­wei­li­ge Land ge­for­dert wer­den. Vor al­lem die Ein­la­dung ist bei in­di­vi­du­ell Rei­sen­den meist ei­ne kom­pli­zier­te aber nicht un­lös­ba­re An­ge­le­gen­heit (sie­he zB. Russ­land Ein­la­dung).

Dem Vi­sum-An­trag am Kon­su­lat musst Du auch den Rei­se­pass bei­le­gen. Dort wird das Vi­su­me­ti­kett dann ein­ge­klebt. Der Rei­se­pass muss bei der Be­an­tra­gung noch min­des­tens 6 Mo­na­te gül­tig sein, bei den meis­ten Län­dern wer­den au­ßer­dem zwei freie Sei­ten gefordert.

Wer­den Vi­sa für meh­re­re Län­der be­nö­tigt, so kann im­mer nur ein An­trag nach dem an­de­ren be­ar­bei­tet wer­den. Wenn Du viel reist könn­te hier ein Zweit­pass ei­ne prak­ti­sche Lö­sung sein. Ei­ne an­de­re Mög­lich­keit ist ein Per­so­nal­aus­weis. Mit ihm kannst Du Dich in der Zwi­schen­zeit in­ner­halb der EU und in ei­ni­gen an­de­ren Län­dern Eu­ro­pas ausweisen.

Was kostet ein Visum?

Die Kos­ten für Vi­sa sind von Land zu Land un­ter­schied­lich. Als Faust­re­gel gilt: Je län­ger der Auf­ent­halt in ei­nem Land, des­to teu­rer wird das Vi­sum. Tran­sit-Vi­sa sind meist am güns­tigs­ten, be­rech­ti­gen aber nur zur Durch­rei­se ei­nes Lan­des in­ner­halb ei­ner kur­zen Zeit­span­ne. Mehr­fach-Vi­sa und Busi­ness-Vi­sa sind in der Re­gel teu­rer als ein Touristen-Visum.

Wieviel Zeit muss ich für den Visum-Antrag einplanen?

Be­gin­ne so bald wie mög­lich mit der Be­an­tra­gung der not­wen­di­gen Vi­sa. Die Be­an­tra­gung ist oft frü­hes­tens 60 oder 90 Ta­ge vor Ein­rei­se mög­lich.  Meist dau­ert die Be­ar­bei­tung ei­nes An­trags zwi­schen ein und drei Wo­chen. Feh­len Un­ter­la­gen, so muss der An­trag nach­ge­bes­sert wer­den und es ver­rinnt wert­vol­le Zeit.

Pickup-Form für Chinesisches Visum

For­mu­lar für die Ab­ho­lung des Vi­sums für China.

Ei­ni­ge Län­der bie­ten auch ei­ne Ex­press-Aus­stel­lung des Vi­sums an. Die­se Ex­press-Vi­sa – als letz­te Hil­fe ge­dacht – sind al­ler­dings we­sent­lich teurer.

Wer bietet professionelle Hilfe beim Visum-Antrag?

Es gibt ei­ni­ge Un­ter­neh­men, die sich auf die pro­fes­sio­nel­le Vi­sum-Be­an­tra­gung spe­zia­li­siert ha­ben. Ge­gen ei­ne Ge­bühr er­hal­ten Rei­sen­de bei die­sen Vi­sa-Agen­tu­ren die be­nö­tig­ten For­mu­la­re und Un­ter­stüt­zung bei Fra­gen. Au­ßer­dem wer­den ei­nem die lang­wie­ri­gen We­ge zu den ein­zel­nen Kon­su­la­ten ab­ge­nom­men. Al­lein die Zeit­er­spar­nis und kom­pe­ten­te Be­ra­tung ma­chen sich bei der Be­auf­tra­gung ei­nes Vi­sum-Ser­vice­un­ter­neh­mens bezahlt.

Wohnst Du nicht im Bal­lungs­ge­biet, in dem sich die Bot­schaf­ten und Kon­su­la­re be­fin­den, so ma­chen al­lein die Fahrt­kos­ten schnell ein Viel­fa­ches der Ge­büh­ren des Vi­sum-Ku­rier­ser­vices aus. Tipp: Auf den Web­sites der Vi­sa-Ser­vice­un­ter­neh­men sind die Re­ge­lun­gen und Vor­aus­set­zun­gen für Vi­sa­an­trä­ge in den ein­zel­nen Län­dern über­sicht­lich zu­sam­men­ge­fasst. Auch An­trags­for­mu­la­re zum Down­load sind dort zu finden.

Fazit: Rechtzeitig beginnen und sorgfältig planen

Die Be­an­tra­gung der Vi­sa zählt nicht zur Rei­se­vor­be­rei­tung die mir rie­sig Spaß macht. Sie ist sehr zeit­auf­wän­dig, aber ge­hört für die Rei­se in man­che Län­der ein­fach da­zu. Rei­sen­de soll­ten sich schon zu Be­ginn der Rei­se­pla­nung mit den Ein­rei­se­be­stim­mun­gen für das je­wei­li­ge Ziel­land aus­ein­an­der­set­zen. Die Un­ter­la­gen soll­test Du in je­dem Fall ge­nau­es­tens aus­ge­füllt und die vor­ge­schrie­be­nen Un­ter­la­gen bei­le­gen. Sonst könn­te der An­trag ab­ge­wie­sen werden.

Touristenvisum für China

Am Tou­ris­ten­vi­sum für Chi­na ist die Chi­ne­si­sche Mau­er abgebildet.

Für die Vi­sa-An­trä­ge soll­te ge­nü­gend Zeit ein­ge­plant wer­den. Vor al­lem wenn Du meh­re­re Vi­sa be­an­tra­gen musst, z.B. für die Trans­si­bi­ri­sche Ei­sen­bahn oder ei­ne Lang­zeit- oder Welt­rei­se. Da­für nimmt die Bü­ro­kra­tie ei­ni­ge Wo­chen oder so­gar Mo­na­te in An­spruch. Man­che Vi­sa kön­nen nur per­sön­lich beim Kon­su­lat ab­ge­ge­ben wer­den. In ei­nem sol­chen Fall kannst Du auch ein Vi­sum-Ser­vice beauftragt.

Al­so: Kei­ne Angst vor dem Vi­sum-An­trag. Für vie­le Rei­se­län­der sind die­se For­ma­li­tä­ten “part of the game”, die wäh­rend ei­ner tol­len Rei­se schnell ver­ges­sen sind.

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Die­ser Bei­trag wur­de erst­mals am 18.1.2010 ver­öf­fent­licht und zu­letzt am 25.5.2017 kom­plett überarbeitet.

Kommentare

  1. Heinz Grünwald meint:

    Ich ha­be schon mehr­mals Vi­sa be­an­tragt, im­mer oh­ne Pro­ble­me. Al­ler­dings wenn man auf sei­ner Rei­se vie­le Vi­sum­pflich­ti­ge Län­der in­ner­halb von kur­zer Zeit durch­reist – kann es et­was stres­sig sein die­se al­le vor­ab zu be­sor­gen. Der Grund: Man­che Vi­sa kön­nen erst 60 Ta­ge vor dem An­tritt der Rei­se be­an­tragt wer­den, bei ei­ner Be­ar­bei­tungs­dau­er von ca. 7-10 Werk­ta­gen – kann es da schon mal eng wer­den. Aber für den Fall gibt es ja bei vie­len noch ei­ne “Ex­press” Ver­si­on… geht schnel­ler kos­tet al­ler­dings mehr.

  2. Ich kann nur ei­nen zwei­ten Rei­se­pass emp­feh­len, den kann man im Hei­mat­land bei ei­ner Agen­tur las­sen und mit Vi­sum wenn es be­nö­tigt wird, per Do­ku­men­ten­ser­vice schi­cken las­sen. Für Deut­sche und Ös­ter­rei­cher ist das oh­ne Pro­ble­me mög­lich. Ge­ra­de für Chi­na ein must have.

  3. Andersreisender meint:

    @Heinz: Ich den­ke, wenn man al­le ge­wünsch­ten Do­ku­men­te sau­ber ab­lie­fert kann schon nicht mehr viel schief ge­hen. Wie Du schreibst, ma­chen eher die ver­schie­de­nen be­nö­tig­ten Vi­sa ein Pro­blem. Aber…

    @…Olaf hat et­was ge­schrie­ben, das ich zu er­wäh­nen ver­ges­sen ha­be: Es gibt auch die Mög­lich­keit ei­nes Zweit­pas­ses, den man für die gleich­zei­ti­ge oder nach­träg­li­che Be­an­tra­gung ei­nes Vi­sums ver­wen­den kann.

  4. Al­so wenn es in Zu­kunft ein­mal für mich um ein Vi­sum geht, weiß ich be­reits jetzt, wo ich al­le In­fos finde! 😀

  5. Andersreisender meint:

    – Alex: Falls Du noch per­sön­li­che Tipps brauchst oder Fra­gen zum Vi­sum hast, ger­ne auch melden. 🙂

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