Die Metro in Moskau: Paläste für das Volk

Wahr­schein­lich ei­nes der fas­zi­nie­rends­ten U-Bahn-Sys­te­me der Welt gibt es in Mos­kau. Die Me­tro in Mos­kau war­tet gleich mit meh­re­ren Su­per­la­ti­ven auf: Tae­g­lich nut­zen rund 9 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re das 293 km lan­ge U-Bahn-Netz (Stand: Herbst 2009), das sind mehr Fahr­gäs­te als in Lon­don und New York zu­sam­men. Zur Rush Hour schie­ben sich die Men­schen­mas­sen über die Roll­trep­pen und durch die Gän­ge zu den Bahnsteigen.

Ei­ni­ge Me­tro-Sta­tio­nen kön­nen in Mos­kau auch als Bun­ker ge­nutzt wer­den, dar­um ist die U-Bahn auch gleich­zei­tig ei­ne der tiefst­ge­le­ge­nen der Welt. Trotz schnel­ler Roll­trep­pen dau­ert es bis zu 3 Mi­nu­ten bis man von der Ober­flä­che auf Bahn­steig-Ni­veau ist. Metro - Moskau - Russland

Ein wei­te­res Su­per­la­tiv: Laut ei­ge­nen An­ga­ben be­fin­det sich mit 126 Me­tern und 740 Stu­fen in der Hal­te­stel­le Park Po­be­dy (Sie­ge­spark) die längs­te Roll­trep­pe der Welt in der Mos­kau­er Metro.

Durch Zugangsschranken in die Metro

Als Fahr­schei­ne wer­den in Mos­kau Chip­kar­ten ver­wen­det, die bei ei­ner Zu­gangs­sper­re auf ei­nen Sen­sor ge­legt wer­den. Auf der Kar­te ist die An­zahl der Fahr­ten ge­spei­chert. Beim Durch­schrei­ten der Zu­gangs­sper­re wird ei­ne Fahrt ab­ge­bucht und die rest­li­chen Fahr­ten wer­den auf ei­nem Dis­play an­ge­zeigt. Nach Zu­gang ins U-Bahn-Sys­tem, kön­nen die 12 Li­ni­en be­lie­big be­nützt werden.

Fahrschein der Metro in Moskau - Russland

Fahr­schein der Me­tro in Mos­kau - Russland

2009 kos­te­te ei­ne Fahrt mit der Mos­kau­er Me­tro 22 Ru­bel (ca. 0,50 Eu­ro), ei­ne 10er-Kar­te 200 Ru­bel. Die Fahr­schei­ne gel­ten nur in der Me­tro, für Bus, Stra­ßen­bahn und Mo­no-Rail müs­sen ex­tra Fahr­schei­ne ge­löst werden.

Orientierung in der Moskauer Metro

Die Ori­en­tie­rung ist an­fangs, nach mei­nen ers­ten Er­fah­run­gen et­was schwie­rig. Als Neu­an­kömm­ling in Mos­kau soll­te man sich schnell mit der Ky­ril­li­schen Schrift ver­traut ma­chen. Sämt­li­che Be­schil­de­run­gen in der Mos­kau­er Me­tro sind nur in Ky­ril­lisch aus­ge­führt. Ge­ne­rell ist ei­ne Be­schil­de­rung in den U-Bahn-Sta­tio­nen nur sehr spar­sam angebracht.

Sehr prak­ti­sche Hin­wei­se zu den nächs­ten Sta­tio­nen in Fahrt­rich­tung be­fin­den sich di­rekt hin­ter dem Gleis am Bahn­steig. Dort in­for­mie­ren Ta­feln auch über Um­stei­ge­mög­lich­kei­ten zu an­de­ren Li­ni­en. Nach­teil: Soll­te ge­ra­de ein U-Bahn-Zug in der Sta­ti­on ste­hen, muss man war­ten, bis die­ser ab­fährt, um an die be­gehr­ten In­for­ma­tio­nen zu kommen.

Metro Station - Moskau - Russland

In den U-Bahn-Zü­gen wird die nächs­te Sta­ti­on über Laut­spre­cher und in den neue­ren Zü­gen auf An­zei­ge­ta­feln be­kannt ge­ge­ben. Durch den ho­hen Lärm­pe­gel der äl­te­ren U-Bahn-Gar­ni­tu­ren ver­steht man kaum etwas.

Aber auch hier gibt es ei­ne Ori­en­tie­rungs­hil­fe: Stadt­ein­wärts wer­den die Me­tro-Sta­tio­nen von ei­ner männ­li­chen Stim­me, stadt­aus­wärts von ei­ner weib­li­chen Stim­me an­ge­sagt. Bei Me­tro-Li­ni­en die das Mos­kau­er Stadt­zen­trum que­ren wech­selt die Stim­me bei je­ner Sta­ti­on, die dem Kreml am nächs­ten liegt. Bei der Ring­li­nie, Li­nie 5, hö­ren Fahr­gäs­te die Sta­ti­ons­an­sa­gen bei Fahrt im Uhr­zei­ger­sinn von ei­ner männ­li­chen Stim­me und ge­gen den Uhr­zei­ger­sinn von ei­ner weib­li­chen Stimme.

Auch bei den Auf­gän­gen kann es ge­fähr­lich sein, den fal­schen zu er­wi­schen. Auf Grund der tief ge­le­ge­nen Me­tro-Sta­tio­nen sind die Aus­gän­ge an der Ober­flä­che zwi­schen 500 und 700 Me­ter von­ein­an­der entfernt.

Über die Me­tro in Mos­kau könn­te man gan­ze Bü­cher schrei­ben. Ei­ni­ge mei­ner per­sön­li­chen Er­fah­run­gen aus dem Jahr 2009 ha­be ich in mei­nem Rei­se­ta­ge­buch von mei­ner Rei­se mit der Trans­si­bi­ri­schen Ei­sen­bahn in Ka­pi­tel (3) An­kunft in Mos­kau und (5) Ab­schied aus Mos­kau zusammengefasst.

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Kommentare

  1. Al­so Platz­angst darf hier kein Fahr­gast ha­ben. Die Be­leuch­tung auf dem Ge­län­der ist sehr ausgefallen … 😉

  2. Fin­de ich wirk­lich sehr in­ter­es­sant. Wenn man al­so in Mos­kau ist, soll­te man auch mal U-Bahn fah­ren. U-Bah­nen sind eh ziem­lich schön und wenn es dann noch sol­che schö­nen Grün­de gibt sie zu fah­ren, kann man das echt mit dem Ur­laub verbinden 😉

    Lie­ben Gruß
    Sven

  3. @Ivan: Die Men­schen­strö­me zur Rush-Hour sind in Mos­kau wirk­lich ge­wal­tig. Ich ha­be das mal be­ob­ach­tet: Nach 38 Se­kun­den kam die nächs­te Me­tro! Du wirst vom Sog der Men­schen ein­fach in den Zug hin­ein­ge­zo­gen, ein un­glaub­li­ches Gefühl.

    @Sven: Ei­ne Fahrt mit der Me­tro in Mos­kau ist Pflicht­pro­gramm beim Mos­kau-Be­such. Ich den­ke, das ist auch bei Pau­schal­rei­sen ein fi­xer Pro­gramm­punkt. Die Sta­tio­nen sind un­glaub­lich toll anzusehen.

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