Shanghai Tower: Aussichtsplattform und Wolkenkratzer der Rekorde

Es gibt nur ei­nen Platz von dem man Shang­hai von “so rich­tig hoch oben” se­hen kann. Oh­ne Flug­zeug, aber da­für mit dem schnells­ten Auf­zug der Welt geht es zur Aus­sichts­platt­form des Shang­hai Towers in 552 Me­tern Hö­he. Vom 119. Stock­werk öff­net sich ein be­ein­dru­cken­der Blick über die chi­ne­si­sche Mil­lio­nen­me­tro­po­le. Der Shang­hai Tower ist ein Wol­ken­krat­zer der Re­kor­de. Ei­ni­ge da­von wird er aber bald schon wie­der ver­lie­ren.

Der Blick vom Bund hin­über nach Pudong fas­zi­niert mich je­des Mal wie­der. Aber nicht nur mich. Hier am Pracht­bou­le­vard, mit den al­ten Ge­bäu­den aus der Ko­lo­ni­al­zeit, po­sen Tou­ris­ten fürs Ur­laubs­fo­to. Die be­rühm­te Sky­line Shang­hais, als be­ein­dru­cken­de Hin­ter­grund der Schnapp­schüs­se, ist ei­ne der be­lieb­tes­ten Se­hens­wür­dig­kei­ten in Shang­hai. Ei­ni­ge der Wol­ken­krat­zer und Tür­me auf der an­de­ren Sei­te des Huang­pu Flus­ses sind Wahr­zei­chen Shang­hais.

Shanghai Tower vom Bund aus gesehen

Der Shang­hai Tower sticht in der Sky­line von Shang­hai her­vor.

Der Ori­en­tal Pearl Tower, mit den pin­ken Ku­geln, war ei­nes der ers­ten mar­kan­ten Bau­wer­ke im Fi­nanz­di­strikt. Einst war der Fern­seh­turm mit 468 Me­tern Hö­he das höchs­te Bau­werk Chi­nas. Die­sen Ti­tel hat der Ori­en­tal Pearl Tower aber schon lan­ge ein­ge­büßt.

Skyline von Shanghai mit Shanghai Tower

Ori­en­tal Pearl Tower mit den Ku­geln, der “Fla­schen­öff­ner” Shang­hai World Fi­nan­ci­al Cen­ter und der Shang­hai Tower sind mar­kan­te Wahr­zei­chen in der Sky­line.

Mit 632 Me­ter Hö­he ist der Shang­hai Tower das höchs­te Ge­bäu­de Chi­nas und das zweit­höchs­te Ge­bäu­de der Welt. Der 2015 er­öff­ne­te Wol­ken­krat­zer wird bei­de Ti­tel bald wie­der ver­lie­ren. In Chi­na und an­de­ren Län­dern sind Ge­bäu­de in Bau, die nach ih­rer Fer­tig­stel­lung hö­her sein wer­den.

Am Weg ent­lang der Brü­cken über der Cen­tu­ry Ave­nue in Pudong kann ich mir ein “Wow!” nicht ver­knei­fen. Ich bin be­ein­druckt in­mit­ten von Wol­ken­krat­zern zu ste­hen. Egal in wel­che Rich­tung ich schaue, ich se­he ho­he Ge­bäu­de aus Be­ton und Glas.

SWFC, Jin Mao Tower und Shanghai Tower von der Century Avenue aus gesehen

Shang­hai World Fi­nan­ci­al Cen­ter, Jin Mao Tower und Shang­hai Tower. Be­ein­dru­cken­der Blick von der Cen­tu­ry Ave­nue aus.

Drei Wol­ken­krat­zer ste­chen ganz be­son­ders her­vor, sie sind die höchs­ten und ste­hen di­rekt ne­ben­ein­an­der: Jin Mao Tower, das Shang­hai World Fi­nan­ci­al Cen­ter und der Shang­hai Tower. Sie ha­ben sich nach­ein­an­der den Ti­tel als höchs­tes Ge­bäu­de Chi­nas ab­ge­jagt.

Im schnellsten Aufzug der Welt zur Aussichtsplattform

Der Shang­hai Tower kann aber noch mit ei­ni­gen wei­te­ren Su­per­la­ti­ven auf­war­ten. Die schnells­ten Auf­zü­ge der Welt brin­gen Be­su­cher zu ei­ner der höchst­ge­le­ge­nen Aus­sichts­platt­for­men der Welt. Mit 18 Me­tern pro Se­kun­de, um­ge­rech­net 64,8 Stun­den­ki­lo­me­ter, fährt der Auf­zug in we­ni­gen Se­kun­den in das 118. Stock­werk.

(Falls das You­tube-Vi­deo nicht kor­rekt ab­ge­spielt wird bit­te hier kli­cken)

Scha­de, dass es im Lift kei­ne Fens­ter nach drau­ßen gibt. Die Rei­se mit die­ser Ge­schwin­dig­keit senk­recht nach oben wä­re si­cher be­ein­dru­ckend und be­ängs­ti­gend zu­gleich. Von der Ge­schwin­dig­keit be­kom­me ich im Auf­zug kaum et­was mit. Ein leich­tes Vi­brie­ren ist zu spü­ren, an Mo­ni­to­re wer­den die Ge­schwin­dig­keit und das ak­tu­el­le Stock­werk an­ge­zeigt.

Blick von der Shanghai Tower Aussichtsplattform auf Shanghai

Die Shang­hai Tower Aus­sichts­platt­form er­streckt sich über zwei…

Auf der Aus­sichts­platt­form er­öff­net sich dann ein 360-Grad-Blick über die ge­sam­te Stadt. Lei­der ha­be ich nicht das op­ti­ma­le Wet­ter er­wischt. Wie so oft ist es in Shang­hai be­wölkt und duns­tig. Ein Son­nen­un­ter­gang mit Blick von oben auf Shang­hai wä­re be­stimmt be­ein­dru­ckend. Aber auch bei nicht ganz kla­rem Wet­ter ist der frü­he Abend die bes­te Zeit, um den Shang­hai Tower zu be­su­chen.

Blick von der Shanghai Tower Aussichtsplattform auf Shanghai

…bzw. zu­künf­tig über vier Stock­wer­ke.

Dann än­dert sich die Stim­mung der Stadt mit je­der Mi­nu­te. Erst sind die Schein­wer­fer der Au­tos zu se­hen, dann wer­den im­mer mehr Stra­ßen­zü­ge und Ge­bäu­de be­leuch­tet. Die Pha­se der Abend­däm­me­rung ist in Shang­hai nur kurz. Bald ist es fins­ter und die Stadt ist voll be­leu­chet. Stra­ßen­zü­ge füh­ren wie Per­len­ket­ten zum Ho­ri­zont, der Bund grenzt den Huang­pu Fluss mit sei­nen bunt be­leuch­te­ten Aus­flugs­boo­ten klar ab.

Blick von der Shanghai Tower Aussichtsplattform Richtung SWFC

Das Shang­hai World Fi­nan­ci­al Cen­ter und…

Der­zeit sind zwei Aus­sicht­platt­for­men im Shang­hai Tower für Be­su­cher ge­öff­net. Die höchs­te be­fin­det sich auf 552 Me­tern im 119. Stock­werk. Zwei wei­te­re Ob­ser­va­to­ry Decks im 120. und 121. Stock­werk sol­len fol­gen.

Wettlauf um die höchste Aussichtsplattform der Welt

Mit 561 Me­tern liegt das obers­te Deck et­was hö­her als die zwei­te Aus­sichts­platt­form am Burj Kha­li­fa in Du­bai und holt da­mit den Re­kord als höchs­te Aus­sichts­platt­form der Welt wie­der zu­rück nach Shang­hai. Lan­ge Zeit konn­te man die höchs­te Aus­sichts­platt­form der Welt im Shang­hai World Fi­nan­ci­al Cen­ter be­su­chen.

Beeindruckende Technik

Die Tech­nik im Hin­ter­grund ei­nes Me­ga-Wol­ken­krat­zers kön­nen Be­su­cher nur auf Schau­ta­feln er­ah­nen. 101 Auf­zü­ge ver­bin­den die ver­schie­de­nen Eta­gen. Au­ßer­dem wird im Shang­hai Tower en­er­gie­spa­ren­de und um­welt­freund­li­che Tech­nik ein­ge­setzt. LED-Lam­pen und Be­we­gungs­mel­der ge­hö­ren zum Stan­dard.

Blick vom Shanghai Tower auf das Shanghai World Financial Center und den Jin Mao Tower

…der Jin Mao Tower (links un­ten) wa­ren einst die höchs­ten Ge­bäu­de Chi­nas bzw. Shang­hais.

Am Dach des Wol­ken­krat­zers sind 270 Wind­tur­bi­nen in­stal­liert, die un­ter idea­len Be­din­gun­gen bis zu 1,19 Me­ga­watt­stun­den Strom pro­du­zie­ren kön­nen. 20.000 Ku­bik­me­ter Re­gen­was­ser wird an der Spit­ze des Turms pro Jahr ge­sam­melt. Ge­ring ver­schmutz­tes Ab­was­ser, et­wa von Wasch­be­cken oder Du­schen, wird im Ge­bäu­de auf­be­rei­tet und wie­der­ver­wen­det.

Ne­ben der Aus­sichts­platt­form im Shang­hai Tower be­fin­den sich Bü­ros, Woh­nun­gen und Ge­schäf­te im Wol­ken­krat­zer. Au­ßer­dem ist ein Ho­tel in den obe­ren Stock­wer­ken ge­plant. Das wä­re doch was – ei­ne Über­nach­tung im höchs­ten Ge­bäu­de in Shang­hai und vom Zim­mer aus den Son­nen­un­ter­gang ge­nie­ßen. Oder viel­leicht gleich ein ei­ge­nes Apar­te­ment mie­ten?

Ich fin­de den Be­such auf der Shang­hai Tower Aus­sichts­platt­form sehr emp­feh­lens­wert. Mich fas­zi­nie­ren Wol­ken­krat­zer und ho­he Ge­bäu­de. Ein tol­ler Blick auf ei­ne Stadt wie Shang­hai be­geis­tert mich. Auch ein Be­such beim Nach­barn, dem Shang­hai World Fi­nan­ci­al Cen­ter, ist emp­feh­lens­wert. Warst Du schon ein­mal auf dem Shang­hai Tower oder hast Du Fra­gen? Wie wa­ren Dei­ne Rei­se­ein­drü­cke?

Reisetipps für die Shanghai Tower Aussichtsplattform (Observatory):

  • Nächst­ge­le­ge­ne U-Bahn-Sta­ti­on: Li­ujia­zui – Me­tro Li­nie 2 (grü­ne Li­nie). Zu­gang durch ver­schie­de­ne Malls oder, vom Blick be­ein­dru­cken­der, über die Fuß­gän­ger­brü­cken ent­lang der Cen­tu­ry Ave­nue. Der Ti­cket­schal­ter in ei­nem Ne­ben­ge­bäu­de und der Ein­gang be­fin­den sich auf der west­li­chen Sei­te des Shang­hai Towers.
  • Öff­nungs­zei­ten: 8:30 bis 22:00 Uhr, Ti­cket-Ver­kauf bis 21:30 Uhr
  • Ein­tritts­preis und Lift­fahrt:
    – Er­wach­se­ne 180 RMB
    – Se­nio­ren ab 60 und Stu­den­ten bis 23 Jah­re mit Stu­den­ten­aus­weis 120 RMB
    – Kin­der bis 140 cm Grö­ße 90 RMB
    Kei­ne Zah­lung mit eu­ro­päi­schen Kre­dit­kar­ten, es wird nur chi­ne­si­sches Bar­geld ak­zep­tiert.
  • Die bes­te Zeit für ei­nen Be­such am Shang­hai Tower ist bei Schön­wet­ter, kla­rer Sicht und kurz vor Son­nen­un­ter­gang. Die kla­re Sicht klappt lei­der nicht im­mer bei ei­ner Rei­se nach Shang­hai. Trotz­dem ist der 360-Grad-Blick auf die Me­tro­po­le be­ein­dru­ckend. Am Abend än­dert sich von Mi­nu­te zu Mi­nu­te die Stim­mung. Bund, Ori­en­tal Pearl Tower und die Wol­ken­krat­zer in Pudong sind be­ein­dru­ckend be­leuch­tet.
  • Ei­ne Über­nach­tung im Shang­hai Tower ist der­zeit noch nicht mög­lich, ein Ho­tel im Wol­ken­krat­zer ist ge­plant.
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Kommentare

  1. Schön, dass du noch­mal im Text spe­zi­fisch auf den Auf­zug ein­ge­gan­gen bist. Hat­te gleich zu Be­ginn des Tex­tes ge­dacht, dass ich dich fra­gen müss­te, wie es sich an­fühlt da hoch zu sau­sen. Aber an­schei­nend ja mehr oder min­der un­spek­ta­ku­lär. 🙂
    Tol­le Sky­line, der Fla­schen­öff­ner ge­fällt mir! 😀
    Dan­ke für die tol­len Ein­drü­cke und den Blick von oben!

  2. Andersreisender meint:

    – Alex: Ich freu’ mich, dass Du (noch) mit da­bei bist. Hat­te im Blog in den letz­ten Wo­chen Pro­ble­me mit dem RSS-Feed und ha­be nun als Kon­se­quenz den Feedbur­ner raus­ge­kickt. Nun war ich mir nicht mehr si­cher, ob Du mei­ne Blog­posts noch be­kommst. 😉 Ja, auch wenn die Auf­zug­fahrt hin­auf zur Aus­sichts­platt­form sehr ru­hig ver­läuft fin­de ich es doch fas­zi­nie­rend, wie das al­les tech­nisch funk­tio­niert. Der Fla­schen­öff­ner ist auch ei­ne Klas­se für sich. Die Tür­me bil­den ein schö­nes En­sem­ble. 🙂

  3. Ja, ich be­kom­me nach wie vor al­les ins Post­fach ge­lie­fert. Ha­be mei­ne Blogs per RSS Feed via ifttt.com abon­niert! 🙂

  4. Andersreisender meint:

    – Alex: Su­per, dann scheint das zu funk­tio­nie­ren. Ei­ni­ge Mail-Abon­nen­ten via über Feedbur­ner ha­be ich lei­der ver­lo­ren. Gut, dass der Feed end­lich wie­der aus­ge­le­sen wird. Dan­ke für Dein Feed­back! 🙂

  5. Viel­leicht gibt es im Lift ab­sicht­lich kein Fens­ter nach drau­ßen, sonst wür­de – mir zu­min­dest – be­stimmt schnell schwin­de­lig wer­den, wenn’s da so ra­sant nach oben geht! Je­den­falls sehr be­ein­dru­cken­de Fo­tos von oben! 🙂

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