Unbeschreiblich: Die Tempel von Angkor Wat

(Up­date: 26.9.2015)

Ei­gent­li­ch ist es ja dop­pelt gemop­pelt von den “Tem­peln von Ang­kor Wat” zu spre­chen – denn “Wat” be­deu­tet ja be­reits so viel wie Tem­pel. Der be­kann­tes­te Tem­pel, Ang­kor Wat (al­so der Ang­kor Tem­pel), ist nur ein klei­ner Teil ei­ner rie­si­gen Tem­pel­an­la­ge nörd­li­ch von Siem Re­ap. Zu den be­kann­tes­ten und ein­drucks­volls­ten Stät­ten aus dem ehe­ma­li­gen Khmer-Reich zäh­len Ang­kor Thom, Ta Prohm und Kbal Spean. Per­sön­li­ch ha­ben mi­ch Ang­kor Thom – hier vor al­lem der Ba­yon – und Ta Prohm am meis­ten be­ein­druckt.

1992 wur­den die Tem­pel von Ang­kor in die UNESCO Lis­te des Welt­kul­tur­er­bes auf­ge­nom­men. Sie be­fin­den si­ch auf ei­ner Flä­che von mehr als 300 km2 im Ge­biet zwi­schen dem Ton­le Sap See und den Ku­len-Ber­gen ver­streut. Die äl­tes­ten Bau­wer­ke stam­men aus dem Jahr 802, die jüngs­ten aus der Epo­che Ja­ya­var­m­ans VII. aus dem Jahr 1219.

Die Schönheit im Detail

His­to­ri­ker kön­nen wahr­schein­li­ch Ta­ge und Wo­chen zwi­schen den Rui­nen der Tem­pel ver­brin­gen. Je­der Platz er­zählt sei­ne ei­ge­ne Ge­schich­te und be­sitzt sei­nen ei­ge­nen Cha­rak­ter. Aber auch auf ge­schicht­li­ch we­ni­ger In­ter­es­sier­te ha­ben die Khmer-Tem­pel ei­ne ganz be­son­de­re Aus­strah­lung. Wir­ken vie­le Tem­pel auf den ers­ten Bli­ck schroff und klo­big, of­fen­ba­ren sie ih­re De­tails er­st beim ge­naue­ren Hin­se­hen.

Der graue Stein ist mit Re­li­efs über­zo­gen. Über und über – mit so vie­len, dass man sie nach ei­ni­ger Zeit kaum no­ch wahr­nimmt. Ei­ne der am bes­ten er­hal­te­nen Tem­pel­an­la­gen ist Ang­kor Wat. Be­lieb­tes The­ma für Re­li­efs und an­de­re Dar­stel­lun­gen sind die Ap­sa­ras, gött­li­che Tän­ze­rin­nen.

Bild: Apara-Tänzerinnen am Angkor Wat

Die Rui­nen von Ta Phrom hat die Na­tur fest im Griff. Mäch­ti­ge Bäu­me wach­sen aus den Ge­bäu­den des  ein­st bud­dhis­ti­schen Klos­ters und spren­gen – zum Leid­we­sen der His­to­ri­ker – die Stein­blö­cke der Tem­pel aus­ein­an­der.

Bild: Ta Prohm Tempel in der Nähe von Angkor Wat

Das weit­läu­fi­ge Ge­län­de in­ner­halb der Stadt­mau­er von Ang­kor Thom ist zwar auch vom Dschun­gel über­wu­chert, sein Herz­stück – der Ba­yon – steht al­ler­dings völ­lig frei. Vom Nord- und Süd­tor führt ei­ne schnur­ge­ra­de Stra­ße durch den Wald bis zum Ba­yon.

Was er­st nur als graue, amor­phe Stein­rui­ne wahr­ge­nom­men wird, er­öff­net sei­ne Fas­zi­na­ti­on auf den zwei­ten Bli­ck. Und das im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, denn von 54 Tür­men bli­cken auf je­weils vier Sei­ten Ge­sich­ter des Lo­kesh­va­ra auf den Be­su­cher her­ab.

Bild: Lokeshvara am Bayon in Angkor Thom - Nähe Angkor Wat

Ich könn­te mi­ch nun im The­ma Ang­kor Wat ver­lie­ren und hun­der­te Bil­der zei­gen. Die­ses The­ma ist in ei­nem kur­zen Rei­se­be­richt ein­fach nicht zu er­fas­sen.

Um die­sen klei­nen Bei­trag über Ang­kor Wat zu ei­nem En­de zu brin­gen zei­ge ich Eu­ch auch no­ch die “klas­si­sche” An­sicht von Ang­kor Wat. Son­st wä­re die­ser Blog-Post wahr­schein­li­ch nicht kom­plett. Lei­der lei­det die Op­tik von Ang­kor Wat der­zeit et­was un­ter den Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten und spe­zi­ell den grü­nen Net­zen.

Auch der Teich, in dem si­ch das Wahr­zei­chen Kam­bo­dschas spie­gelt, könn­te schon al­lein für die er­war­tungs­vol­len Fo­to­gra­fen wie­der mal ge­säu­bert wer­den. Ich ha­be mir da­her ei­ne zwei­te An­rei­se am Abend, wenn die Son­ne die Tem­pel­an­la­ge in sanf­tes Licht taucht, er­spart. Bei Ang­kor Wat mit Bau­net­zen hilft selbst das schöns­te Abend­licht nicht. Am Vor­mit­tag ist Ang­kor Wat im Ge­gen­licht zu se­hen.

Bild: Angkor Wat

Bei mei­nem wei­te­ren Be­su­ch der Tem­pel von Ang­kor Wat ha­be ich mehr Glück. Son­nen­auf­gang und Son­nen­un­ter­gang sind die be­ein­dru­ckends­ten Mo­men­te um den Tem­pel­kom­plex zu be­sich­ti­gen. Und im Teich kann si­ch der Ang­kor-Tem­pel nun auch un­ge­hin­dert spie­geln. Aber sieh es Dir selbst an – auf den nach­fol­gen­den Bil­dern. (Bit­te aufs Vi­deo kli­cken und Ton ein­schal­ten).

Ang­kor Wat ist un­be­schreib­li­ch – man muss es selbst ge­se­hen ha­ben.

Reise-Tipps Angkor Wat:

  • Die Ta­ges-Ein­tritts­kar­te kos­tet 20 US-$, das 3-Ta­ges-Ti­cket 40 US-$.
  • Es sind auch Ti­ckets er­hält­li­ch, mit de­nen in­ner­halb ei­ner Wo­che an drei frei wähl­ba­ren Ta­gen die Tem­pel be­sich­tigt wer­den kön­nen. Un­be­dingt vor dem Kauf der Ein­tritts­kar­te die­sen Wunsch äu­ßern, son­st er­hält man ein Ti­cket für drei auf­ein­an­der fol­gen­de Ta­ge.
  • Die be­kann­tes­ten Tem­pel – wie zB. Ang­kor Wat, Ta Prohm und Ang­kor Thom – sind nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter von Siem Re­ap ent­fernt.
  • Die Tem­pel sind am Ein­fachs­ten mit ei­nem Tuk-Tuk-Fah­rer oder mit dem Mo­ped zu be­sich­ti­gen. Die Be­sich­ti­gungs­rou­te kann mit dem Fah­rer in­di­vi­du­ell ver­ein­bart wer­den, die Prei­se va­ri­ie­ren je nach Dau­er und zu­rück­ge­leg­ter Ent­fer­nung.
  • Prei­se für Spei­sen und Ge­trän­ke an den ein­fa­chen Es­sens­stän­den und in den “Re­stau­rants” in der Nä­he der Tem­pel sind Ver­hand­lungs­sa­che, auch wenn eher un­ver­schäm­te Prei­se auf der Spei­se­kar­te ste­hen.
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Kommentare

  1. Hal­lo Ger­ry, ich bin fest da­von über­zeugt, dass du uns bis zum letz­ten Tag dei­ner Rei­se mit in­ters­san­ten Be­rich­ten und tol­len Fo­tos auf dem lau­fen­den hal­ten wirst. Du fin­dest im­mer neue Ob­jek­te und ver­mit­tel­st viel Wis­sens­wer­tes. Dan­ke. Lie­be Grü­ße Hel­ga

  2. Mit den grü­nen Re­no­vie­rungs­net­zen ging es mir ähn­li­ch.
    An­sons­ten gilt, dass man si­ch vor lau­ter Fo­to­mo­ti­ven kaum be­ach­rän­ken mag und je­dem Wat ei­gent­li­ch ei­ne ei­ge­ne Fo­to­se­ri­en wid­men mag.

  3. Andersreisender meint:

    @Helga: Ich hof­fe, dass ich bis zum En­de der Rei­se und auch da­na­ch no­ch ein paar Le­cker­bis­sen für Dich ha­be 🙂

    @tonari: Mah! Die Fo­to­mo­ti­ve sind wirk­li­ch un­er­schöpf­li­ch – da ge­be ich Dir Recht! Da könn­te man zu je­dem Tem­pel ein gan­zes Buch ver­öf­fent­li­chen…

  4. Das tut mir schon fast weh die­se Bil­der zu se­hen. Ich ha­be mei­ner Frau an ei­nem hei­te­ren Tag vor schier ei­ner Ewig­keit un­ter ir­gend­ei­ner Fi­gur ge­n­au dort ei­nen Hei­rats­an­trag ma­chen mu­es­sen. Wir ha­ben na­em­li­ch aus­ge­macht, da­as ich in mei­nem hun­derts­ten Land, das ich be­su­che, ihr ei­nen Hei­rats­an­trag ma­chen muss. Die­ses hun­dert­s­te Land war eben Kam­bo­dia und ich den­ke, ich ha­be mir ei­nen der herr­lichs­ten Or­te der Welt da­fu­er aus­ge­sucht. Ich ha­be no­ch ein Bild vom Him­mel ue­ber uns. Ei­nes der scho­ens­ten Bil­der die ich je ge­macht ha­be. 🙂

    Gruss RR

  5. Andersreisender meint:

    @rrhase: Wow – da hast Du Dir ja wirk­li­ch ei­nen tol­len Platz für ei­nen Hei­rats­an­trag aus­ge­sucht! Aber war­um er­st im 100. be­reis­ten Land?

  6. Ei­gent­li­ch woll­te ich nicht, fin­de die­es Brim­bo­ri­um un­noe­tig und nicht mehr zeit­ge­ma­ess. Aber mei­ne Frau be­stand dar­auf und so ha­be ich aus ei­ner Lau­ne her­aus, bei ca 30 La­en­dern ge­sagt, ich ma­che die­sen Schritt wenn ich das hun­dert­s­te Land be­tre­ten ha­be. Da­na­ch hat mei­ne Frau nichts an­de­res mehr im Kopf ge­habt, als La­en­der zu sam­meln. z.B. Sue­dafri­ka – Ke­nia ue­ber Land in 4 Wo­chen auf ei­ge­ne Faust, Can­cun – Pa­na­ma Ci­ty und zu­ru­eck in drei Wo­chen auf ei­ge­ne Faust oder z.B. Kiev nach Koeln mit dem Zug in vier Ta­gen. Lau­ter so Sa­chen. Wenn die Frau­en si­ch was in den Kopf set­zen……..

  7. Andersreisender meint:

    @rrhase: *gg* So kann man al­so auch je­man­den zum Rei­sen ani­mie­ren. Ich hof­fe nur, dass das Rei­se­ver­gnü­gen nach dem 100. Land nicht ab­rupt zu En­de war… 😉

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