Spezialität in Vietnam: Enten-Embryo

Der “Hot Pot” gilt in Vietnam als besondere Spezialität. In einer Suppe über offener Flamme in der Mitte des Tisches werden Gemüse und Fleisch gar gekocht. Dann kann jeder seinen Lieblingshappen aus der Suppe holen.

Im Gegensatz zum  Hot Pot in China hat er hier seinen Namen nur wegen der Hitze und nicht wegen der feurigen Schärfe.

Aber dafür glänzt der Hotpot in Vietnam mit so mancher speziellen Zutat, die nichts für zarte Gemüter ist. Zum Beispiel können Enteneier in die Suppe geschlagen werden.

Wer beim Aufschlagen des Eis bloß Dotter und Eiklar für die Bouillon erwartet wird enttäuscht. Stattdessen platscht ein fast fertig gebrüteter Enten-Embryo in die heiße Brühe. Nach etwa 15 Minuten Kochzeit wird er mit „Haut und Haar“ verspeist.

Bild: Enten-Embryo im Ei

Je nach Brutstadium sind die Körperteile des kleinen Vogels bereits mehr oder weniger ausgebildet. Kopf und Schnabel und auch die kleinen Beinchen sind zu erkennen.

Bei einem Embryo im Brut-Endstadium machen sich die Feder-Ansätze beim Essen unangenehm bemerkbar. Die Knochen und auch der Schnabel sind sehr weich und werden beim Essen kaum wahrgenommen.

Wie schmecken Enten-Embryos?

Die vietnamesische Delikatesse schmeckt nach einer Mischung aus gekochtem Ei und feinem Entenfleisch. Es kostet etwas Überwindung, das kleine Küken „mit einem Haps“ mit Haut und Haar und Kopf und Beine zu essen. Aber wenn man nicht daran denkt, was man gerade im Mund hat, schmeckt es wirklich gut. Das Fleisch ist sehr zart und harmoniert mit dem Ei.

Bild: Im Hot-Pot gekochter Enten-Embryo

Eine weitere beliebte Möglichkeit, die Entenembryos zu essen, ist das komplette Ei hart zu kochen und dann auszulöffeln. Wer mit offenen Augen durch Vietnam geht, wird gelegentlich Straßenstände mit vielen Eierschalen unter den Tischen finden. Dort ist die gewöhnungsbedürftige Spezialität zu haben.

Übrigens: Enten-Embryos stehen nicht nur in Vietnam, sondern auch in anderen südostasiatischen Ländern auf der Speisekarte!


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Kommentare

  1. Ich schliesse mich da @jokkel an. Ich bekäme das Entchen wahrscheinlich nicht runter. Auch die angebrüteten Hühnereier, die man in TH gerne mal verzehrt, konnte ich bei bestem Willen nicht kosten. Und das obwohl ich Neuem eigentlich aufgeschlossen bin.
    Grashüpfer hingegen gönne ich mir bei jedem Schlendern über den Markt ;-) .

  2. Hm, lecker. Ich glaube ich könnte das nicht essen. Auch wenn es sachlich gesehen, nicht schlimmer ist, als Lämmchen oder Ferkel zu verspeisen…

    Freu mich auf den Schweinebraten heute! :-))

  3. Auch schon balut gegessen?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Balut

  4. Respekt, weiß nicht ob ich das testen würde ;)

  5. Respekt. Das sieht schon irgendwie eklig aus. Würde es wahrscheinlich sofort wieder in hohem Bogen an die nächste Wand spucken… ;-)

    Gehört wohl schon eher ein resistenter Magen dazu. Du machst aber auch Sachen mit.

    Greets
    Sven

  6. Was ist in dem HotPot eig drin? Öl und Wasser? Wurde auch einmal zu einem eingeladen, sehr lecker :) allerdings ohne oben beschriebenes! :D

  7. Hmmmm… Lecker!! :-) Weiterhin noch eine gute Reise und danke für die Kommentare.

    VG
    Moritz

  8. Grausig, ich hätte diese Speise nicht gegessen! Aber vielleicht muss man offen sein für neues, vor allen in Ländern wie Vietnam … ;)

  9. Christoph meint:

    Ich weiß nicht ob ich es runterbekommen würde aber es scheint ja zu schmecken. Eier sind ja im prinzip auch nichts anderes als nicht fertig gebrütete Vögel (das sie nicht befruchtet werden lass ich mal außen vor)

  10. Oh Holy Shit! Hammer, das du das überhaupt gekostet hast. ;) Ich glaube ich würde zum Vollvegetarier auf deiner Reise werden :mrgreen:

  11. Wenn dir das so gut geschmeckt hat kann ich dir helfen. Wenn unsere Enten im Sommer mal brueten und wir zu viele bebruetete Eier haben, dann rufe ich dich an. Kannst uns die ja mal vorkochen. Habe ich wenigstens wieder einen Artikel fuer mein “Selbstversorgerblog”. ;)

  12. Andersreisender meint:

    @Jokkel: In Thailand gibt’s aber doch auch einige “spannende” Speisen, oder?

    @Andreas: Ich denke, dass das Geschmackserlebnis bei den angebrüteten Hühnereiern sehr ähnlich ist, wie das bei den Enteneiern. Die Grashüpfer habe ich vorgestern erstmals probiert. Sehr knusprig und passen gut zum Bier. :-)

    @Christian: Ich hoffe, der Schweinsbraten hat geschmeckt :-) “Balut” ist scheinbar der professionelle Name für die von mir bezeichneten “Enten-Embryos”. Die im ganzen Ei gekochte Version kenne ich zwar, habe sie aber noch nicht gesehen und auch noch nicht gegessen. Danke für den Tipp, ich hatte gar nicht hinterfragt, wie diese Spezialität eigentlich heißt.

    @Sven: Wenn man die Augen zu macht schmeckt’s wirklich gut. Hinschauen ist nicht so ideal.

    @Babel: Es gibt Hot Pot mit verschiedenen Flüssigkeiten. Bei diesem speziellen ist einfach eine Suppe drin. In China werden ebenfalls Suppen oder extrem scharfe Chilli-Suppen verwendet.

    @Moritz: Willkommen im Andersreisen-Blog und viel Spaß weiterhin beim Mitreisen :-)

    @Ivan: Ich bin auch nicht jeden Tag gleich für solche “kulinarischen Entleisungen” offen. Aber manchmal macht es wirklich Spaß :-)

    @Christoph: Willkommen im Reiseblog! Einfach probieren – es ist nicht so schlimm!

    @Nila: Hmm…Vegetarier leben in Vietnam gefährlich. Irgendwo ist immer ein bisschen Fleisch versteckt – und seien es nur die Fischsauce zum Würzen oder das Fett, wo das Gemüse angebraten wird.

    @rrhase: Das ist eine super Idee. Wäre zB. ein klasse Party-Gag. Ich stelle mich als Test-Koch zur Verfügung. :-)

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