Open Water Tauchkurs: Das erste Mal mit den Fischen fliegen (1)

Schon seit Jahren fasziniert mich die Unterwasserwelt. Bisher habe ich sie immer von der Wasseroberfläche erlebt, zuletzt beim Schnorcheln auf den Galapagosinseln . Ein Tauchkurs steht schon lange auf meiner „Bucket List“. Also suchte ich mir eines der Tauchparadiese der Welt für meine ersten Atemzüge unter Wasser aus: Die Andamanen. Sie liegen in Südostasien, gehören aber politisch zu Indien.

Vier Tage dauert ein „PADI Open Water Tauchkurs“ mindestens. Dabei lernt der angehende Sporttaucher wichtige Fertigkeiten fürs Tauchen kennen und dürfen nach bestandenem Kurs bis in maximal 18 Meter Tiefe tauchen. Am Ende des Tauchkurses erhält der Kursteilnehmer ein weltweit gültiges Zertifikat.

Der Ablauf ist unterschiedlich, aber die Kursziele von den internationalen Tauchorganisationen wie z.B. PADI, SSI, CMAS und NAUI sind gleich. Den Tauchschein bzw. das Brevet. Die „Lizenz zum Tauchen“ wird gegenseitig anerkannt.

Theorieunterricht macht Lust aufs Tauchen

Den ersten Kurstag verbringe ich bei „Barefoot Scuba“ auf der Insel Havelock auf den Andamanen hauptsächlich mit Theorieunterricht. Abwechselnd sehe ich Lehrvideos, dann werden die Lehrkapitel in Kurztests abgefragt und ich bespreche die Ergebnisse mit Kursleiterin Anne.

Praktisch: Die Videos sind in Deutsch und einige Mitarbeiter sprechen bei Barefoot auch Deutsch. So ist alles einfach zu verstehen und ich bekomme die Begriffe gleich in beiden Sprachen mit.

Bild: Barefoot Scubadiving: Besprechung der Theorie beim Open Water Tauchkurs

Anne bespricht mit mir…

Die Videos machen schon Lust auf den ersten Tauchgang. Ich kann’s kaum erwarten endlich ins Wasser zu kommen, wäre da nicht das lästige Kratzen im Hals. Seit den luftigen Dachterrassen-Restaurants in Madurai schleppe ich eine leichte Erkältung mit mir herum.

Druckausgleich beim Tauchen

Lästig! Einmal ist die Nase mehr verstopft, dann wieder weniger. Beim Tauchen ist das störend, da durch Blockaden im H-N-O Bereich der Druckausgleich in den Ohren erschwert oder unmöglich wird. Ohne Druckausgleich treten Schmerzen in den Ohren auf und es ist gefährlich zu tauchen.

Bild: PADI Open Water Tauchkurs Theorie

…meine Antworten auf die Zwischentests beim PADI Open Water Tauchkurs.

Dann geht’s am 2. Tag endlich zu den praktischen Übungen über. Die Ausrüstung wird erklärt und ich probiere sie aus. Was ist ein BCD (Tarierweste)? Wie wird die 1. Stufe an die Druckluftflasche (Tank) angeschlossen? Welche Tauchermaske (Mask) passt? Und wo sind Neoprenanzug (Wetsuit) und Flossen (Fins) zu finden?

Dann folgt noch der Sicherheitscheck, bevor wir im flachen Übungswasser mit den praktischen Übungen beginnen.

Bild: Regulator zum Trocknen aufgehängt

Was ist was? Beim Tauchkurs wird die Ausrüstung genau erklärt.

Ich mache meinen Tauchkurs gemeinsam mit Krishan aus Chennai. Während er mit Raoul, unserem Instruktur, noch die letzten Checks durchführt, darf ich schon meine ersten Atemzüge unter Wasser machen.

“Dein erstes Mal vergisst Du nie”

Ich sitze im trüben Wasser, der Sand ist aufgewirbelt. Ich habe nur ein bis zwei Meter Sicht. Und ich atme unter Wasser. Langsam ein und wieder aus. Ich höre nur mein Atemgeräusch, das Blubbern der Luftblasen beim Ausatmen. Sonst ist es rund um mich ruhig. Ein entspannendes und aufregendes Gefühl zugleich.

Gottseidank dauert es bei Krishan etwas länger, bis er mit Raoul zu mir abtaucht. So habe ich noch etwas mehr Zeit dieses tolle Gefühl zu genießen. Im Wasser zu schweben und zu atmen.

Bild: Zeichen OK beim Tauchen

“Alles OK!” Die ersten Atemzüge unter Wasser vergisst man nie.

Diese tolle Erfahrung durfte ich schon früher einmal kurz machen. 2009 war ich mit einem Geburtstagsgutschein von meiner Schwester Fluss-Schnorcheln in der Traun und mit dem Restguthaben war ich im Schwimmbad in der Nähe von Salzburg Schnuppertauchen*. Einen oder zwei Meter tief, wenige Minuten im Chlorwasser.

Damals habe ich mir vorgenommen einmal einen richtigen Tauchkurs zu machen, aber im heimischen Gewässer hat es zeitlich nie geklappt und ich musste noch fast sechs Jahre auf mein erstes Tauchabenteuer warten.

Bild: Tauchkurs bei Barefoot Scubadiving auf den Andamanen (Havelock)

Am zweiten Kurstag werden beim Tauchkurs…

In natürlicher Umgebung fühlt sich das doch ganz anders an als im Schwimmbad, auch wenn der Übungsplatz am Meer gerade einmal zwei Meter tief ist. Zahlreiche Übungen bereiten uns den ganzen Tag auf den ersten Tauchgang vor.

Praktische Übungen im seichten Wasser

Was am ersten Tag in den Lehrvideos schwierig aussah ist dann doch recht einfach. Die Tauchermaske mit Wasser füllen und wieder ausblasen. Tarierweste und Flasche unter Wasser abnehmen und wieder anziehen. Nicht ganz einfach, aber es klappt. Oder ohne Tauchermaske ein paar Meter tauchen.

Bild: Tauchkurs bei barefoot Scubadiving auf den Andamanen/Havelock

…die Fertigkeiten im flachen Wasser geübt.

Was passiert wenn die Luft ausgeht oder der Taucher den Lungenautomat aus dem Mund verliert? Das sind alles Fragen, die sich Anfänger stellen. Nach und nach werden diese Situationen unter Wasser geübt.

Das Wichtigste unter Wasser ist ständig zu atmen und nicht in Panik zu geraten. Mir machen die Übungen von Anfang an Spaß, sie machen schrittweise mit dem Tauchsport vertraut. Vieles hört sich zuvor schwieriger an als es ist.

Bild: Frame Hut bei Barefoot Scubadiving auf Havelock/Andamanen

Ihr kennt mich: Ich liebe kleine Hütten in Strandnähe. In einer “Frame Hut” verbringe ich meine Zeit auf den Andamanen.

Am dritten Tag meines Open Water Tauchkurses auf Havelock starte ich zu meinem ersten, richtigen Tauchgang. 15 bis 20 Meter Sicht verspricht mir Kursleiter Raoul, so kann ich endlich beim Blick nach oben die Fische über mir fliegen sehen.

Mit dem Speedboot soll es  gemeinsam mit anderen Tauchern zu herrlichen Tauchplätzen rund um Havelock gehen. Auch wenn ich noch unter der Aufsicht eines Tauchlehrers bin werden das meine ersten “echten” Tauchgänge. Im zweiten Teil erzähle ich Euch über die Erlebnisse am dritten und vierten Tag des PADI Tauchkurses auf Havelock.


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Kommentare

  1. Hach ja, nichts ist beruhigender und entspannender als die Welt unterm Wasser.
    Ich fand die Übungen nervig und bin regelmäßig panisch geworden, wenn ich die Maske fluten oder sogar abnehmen sollte. Aber am Ende geht es natürlich 😉
    Glückwunsch zum Schein, Gerhard! :))
    LG Claudi

  2. Obwohl ich nicht so der Wassermensch bin, bin ich dennoch schon auf deinen kommenden Artikel – wegen der Fotos – gespannt! 🙂
    Also, weiter geht’s!

  3. Norman Plattek meint:

    Da wird man ja ganz neidisch wegen dem guten Wetter und die umwerfenden Aussichten. Tolle Fotos – einfach ein Hingucker!

    MfG.

  4. Erstmal Gratulation zu deiner Entscheidung einen Tauchkurs zu machen. Ich habe 2008 selbst einen Open Water Tauchkurs auf Ko Phi Phi gemacht und war so angetan, dass ich innerhalb von drei Wochen 13 Tauchgänge absolviert habe. Bei einem ging mir sogar die Luft unter Wasser aus, aber dank der klasse Padi-Ausbildung half mir mein Buddy sofort aus. Daher ist es schon sehr wichtig, einen guten Kurs zu machen. Warum ich seit 2008 allerdings nicht mehr im Wasser war, ist mir selbst ein Rätsel. Daher freue ich mich umso mehr auf Unterwasser-Bilder von dir und wünsche dir jede Menge Spaß unter der Oberfläche.

    Viele Grüße, Daniel.

  5. Auf Fotos wäre ich auch sehr gespannt!

  6. Andersreisender meint:

    – Claudi: Ich danke Dir! Ich fand die Übungen für den Tauchschein gar nicht so arg, obwohl sie natürlich schon eine Herausforderung sind. Ein eindeutiges Verlassen der Komfortzone. Ich fände es sogar wichtig, dass man das auch später immer wieder mal trainiert, damit man im Ernstfall ruhig bleibt. Auch Dir weiterhin “gut Luft” und viele schöne Eindrücke beim Tauchen!

    – Alex: 2-3 Wasser-Beiträge musst Du die kommenden Wochen noch durchhalten. Aber es sind auch viele “trockene” Themen dabei. Versprochen! 🙂

    – Norman: Unterwasserfotos von den Andamanen werden prompt geliefert… im nächsten Beitrag. 😉

    – Daniel: Dankeschön! Ich finde es auch toll, dass das mit dem Tauchkurs endlich geklappt hat. Ich kann Deine Faszination für die Unterwasserwelt gut verstehen. Aber wie kann das passieren, dass Dir unter Wasser die Luft ausging? Gottseidank ist alles gut gegangen!

    – Nicole: Fotos folgen im nächsten Beitrag. 🙂

  7. Stefan Hofmaninger meint:

    Hallo Gerhard! Das ist mal ein toller Beitrag. Man merkt gleich dass dich das Tauchen gefesselt hat. Ich wünsche Dir für deine nächsten Herausforderungen alles Gute und noch viel Spaß bei deinem neuen Hobby. Es gibt nichts Schöneres.

    LG Stefan

  8. Andersreisender meint:

    Hallo, Stefan! Dankeschön für Dein Kompliment. Ja, ich muss ehrlich zugeben: Ich bin etwas “angefixt” und freue mich schon auf die nächsten Tauchgänge. Es gibt auch noch einiges zu lernen. Bin gespannt, wie ich das hier in meiner Umgebung umsetzen kann. 🙂

  9. Ich wollte auch schon seit längerem einen Tauchkurs machen, bin aber bis jetzt noch nicht dazu gekommen. Der Artikel gibt einem direkt Lust auf Tauchen. Danke dafür 🙂

  10. Andersreisender meint:

    Auf Abenteuerreisen: Na dann, ab ins Wasser und einen Tauchkurs machen! Ich kann nur meine Empfehlung geben, es ist ein tolles Abenteuer. 😉

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