Alte Straßenbahnen und Obusse in Rumänien – sehenswert?

Vor ein paar Tagen stellte ich die Frage in den Raum, welche Sehenswürdigkeiten man unbedingt gesehen haben müsse.

Individuell zu reisen bedeutet nicht nur die Sehenswürdigkeiten aus dem Reiseführer abzuklappern. Es bietet die Möglichkeit Dinge anzusehen, die vielleicht andere gar nicht als Sehenswürdigkeit wahrnehmen würden.

Ich habe im letzten Beitrag kurz erzählt, dass sich das Thema Eisenbahn bzw. öffentliche Verkehrsmittel auf meinen Reisen ein zentrales Thema sind. Ich nutze Züge, Straßenbahnen, Schiffe und Busse einfach gern, da sich dort oft interessante Einblicke ins Leben bieten. Manchmal stoße ich auch auf Kuriositäten.

Alte Straßenbahnen in Rumänien

Bemerkenswert fand ich die alten Straßenbahnen, die in Deutschland und anderen Ländern Mitteleuropa schon längst ausgemustert wurden, aber in Rumänien noch immer brav ihren Dienst versehen. Die wenigsten Wägen wurden um lackiert und auch die Reklametafeln und Liniennetzpläne von ihrer letzten Fahrt in ihrer alten Heimat sind noch zu sehen.

Es ist schon merkwürdig in der rumänischen Stadt Arad in einer Straßenbahn zu sitzen, in der über das Liniennetz der “Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft AG Mannheim” mit Stand Mai 1989 informiert wird. Wo solls denn hingehen? Nach Dossenheim, Käfertal oder doch besser zum Hauptbahnhof in Arad?

Bild: Liniennetz der Oberrheinischen Eisenbahn AG Mannheim vom Mai 1989

Liniennetz der Oberrheinischen Eisenbahn AG Mannheim in der Straßenbahn in Arad - Rumänien

Auch “alte Bekannte” habe ich auf meiner Rumänienreise im Jahr 2008 wieder getroffen. Die Obusse der ehemaligen Ringlinien 1 und 2 in Salzburg sind nämlich in Mediaș (Mediasch) in Siebenbürgen unterwegs.

Die Werbung an den Außenwänden lädt nach wie vor zum Einkauf im Stadtteil Maxglan ein. Drinnen wird der Fahrgast über Fahrpreise und Streckennetz aufgeklärt – nicht von Mediaș, sondern von Salzburg.

Bild: Ehemaliger Obus aus Salzburg in Medias - Rumänien

Ehemaliger Obus aus Salzburg in Medias - Rumänien

In Arad und Mediaș haben sich um die Straßenbahnen und Obusse keine Touristengruppen zur Besichtigung geschart. ;-) Mich persönlich hat es aber interessiert und ich fand es kurios, dass Werbungen und Fahrgastinformationen auch nach zwei Jahrzenten nicht entfernt wurden.

Es ist ein Beispiel, was ich in meinem Beitrag von Anfang der Woche meinte: Für mich war es eine interessante “Sehenswürdigkeit”, die anderen Reisenden wahrscheinlich gar nicht auffiel.

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Kommentare

  1. Du, ganz ehrlich. Solange nicht bei uns dafür ausgemusterte Busse und Strassenbahnen aus Rumänien unterwegs sind, habe ich irgendwie so gar kein Problem damit… ;-)

    Und ein bißchen Heimatgefühl in der Fremde kann doch zwischendurch auch ganz schön sein.

    Beste Grüße
    Sven

  2. Andersreisender meint

    @Sven: *gg* Das nennt man dann Sonderfahrt und es wird der doppelte Fahrpreis verlangt ;-)

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