Sehenswürdigkeiten in Macau: Ein Hauch von Portugal und Glücksspiel

Die Kolonialgeschichte der im Süden Chinas gelegenen Enklave begann im Jahr 1557 weit vor jener der Briten. Trotzdem ist Macau gegenüber Hongkong wesentlich unbekannter. Seit 1999 ist die ehemalige portugiesische Kolonie wieder ein Teil der Volksrepublik China. Für die nächsten 50 Jahre ist sie als Sonderwirtschaftszone mit besonderen Rechten ausgestattet.

Macau ist in etwas mehr als einer Stunde mit der Fähre* von Hongkong aus zu erreichen. Besucher erwarten eine bezaubernde, kleine Altstadt mit Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit und Casinos die Las Vegas ernsthafte Konkurrenz machen.

Las Vegas des Ostens

Die Sonderwirtschaftszone macht es möglich, dass in Macau gezockt wird, dass sich die Balken biegen. Glücksspiel ist in China hingegen verboten. Mit Reisen ist Glücksspielparadies werden nicht nur finanzkräftige Chinesen umworben sondern auch Gäste aus dem gesamten Asiatischen Raum und aus Australien. Der Glücksspiel-Umsatz liegt in Macau bereits höher als in Las Vegas und auch beim Showprogramm wird einiges geboten.

Eines der letzten Meisterstücke in der Casino-Geschichte von Macau ist das “Venetian Resort”, auch als “Venice” bekannt – natürlich mit angeschlossenem Casino. Der perfekte Nachbau von Venedig wartet auf Spiel- und Shoppingebegeisterte. Außen steht der Campanile als Wahrzeichen Venedigs, drinnen fahren Gondoliere durch die Einkaufspassage und die Rialto-Brücke. Schönes “Wetter” und immer blauer Himmel sind garantiert.

Mall im Venetian Ressort (Venice) bzw. Casino in Macau

Nach Angaben der Erbauer ist das Casino in Venetian Resort mit 50.000 Quadratmetern zusammenhängender Fläche das größte der Welt. 3000 Hotelzimmer befinden sich im Hotelkomplex.

Ein Fleckchen Portugal in Asien

Wen das Glücksspiel eher kalt lässt, der wird sich in der Altstadt bestimmt wohler fühlen. Hier sind auch die Sehenswürdigkeiten von Macau dicht gedrängt zu finden.

Im Zentrum liegt der Largo de Senado direkt an der Avenida de Almeida Ribeiro. Der Platz ist herausgeputzt, die Häuser sind frisch renoviert. Das schwarz-weiße in Wellen verlegte Pflaster erinnert an Portugal. Schnell ist nicht mehr ganz klar, ob man sich nun in Südeuropa oder Asien befindet.

Largo de Senado in Macau

In kleinen Gassen werden Gemüse und asiatische Speisen angeboten. In so mancher Mercearia schleichen sich auch in Europa bekannte Lebensmittel ein. Reiner Zufall? Nein. In einigen Teilen Chinas und auch in Macau sind geräucherte Würste sehr beliebt.

Wurst und Eier in Geschäft in Macau

Die portugiesische Vergangenheit kann Macau keinesfalls leugnen. Sämtliche Tafeln sind in Chinesisch und Portugiesisch angeschrieben. Auch bei alten Geschäften ist einem Portugiesen schnell klar, was er hier kaufen kann.

Fadaria und Mercearia in Macau

Einen besonderen Charme versprühen auch die alten Kolonialbauten. Einfach zum Verlieben!

Hausfassade im Kolonialstil in Macau

In einer südeuropäisch dominierten Kolonie dürfen auch Kirchenbauwerke nicht fehlen. Direkt am Largo de Senado liegt die Kirche Saõ Domingos.

Kirche Sao Domingo in Macau

Noch viel interessanter sind die Ruinen der Kirche von Saõ Paolo. Sie wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von einem italienischen Jesuiten entworfen und von japanischen Flüchtlingen erbaut, die vor der Christenverfolgung geflohen waren.

1835 brach ein Feuer in der Kirche Saõ Paolo aus und zerstörte alles bis auf die prunkvolle Fassade. Heute ist die Fassade mit der breiten Treppe eine der meist fotografiertesten Sehenswürdigkeiten Macaus.

Fassade der Kirche Sao Paolo in Macau

In Macau mischen sich europäische und chinesische Einflüsse auf besondere Art und Weise. Bei einem Bummel durch die schmalen Gassen gibt es viel zu entdecken. Sämtliche Beschriftungen sind in portugiesisch und chinesisch gehalten. Interessant ist allerdings, dass kaum einer der Bewohner portugiesisch spricht. Auch eine englische Konversation ist nur eingeschränkt möglich.

Ein Abstecher aus Hongkong nach Macau lohnt sich auf alle Fälle: Ob man nun lieber am Roulette-Tisch im größten Casion der Welt zockt oder in Macau Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit besichtigen möchte.

Reisetipps für Macau

  • Die Einreise nach Macau ist für Staatsbürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 90 Tage ohne Visum möglich
  • Die Währung in Macau heißt Pataca (Kurzbezeichnung MOP$)
  • Für einen kurzen Ausflug von Hongkong lohnt sich der Umtausch bzw. die Geldbehebung beim Geldautomat nicht, es werden fast überall HK-$ im Verhältnis 1:1 akzeptiert
  • Fähre bzw. Schnellboot von Hongkong nach Macau legen vom China Ferry Terminal in Kowloon (Hong Kong Macau Ferry Terminal) alle 30 bis 60 Minuten ab. Fahrpläne für die Schnellboote zwischen Hongkong und Macau und Tickets findest Du auf dieser Seite*.
  • Bus vom Fährterminal Macau in die Innenstadt: Linie 3 oder 3A
  • Fahrpreis 3,20 MOP$ oder 3,20 HK-$. Geld passend bereithalten, es wird nicht gewechselt!
  • Der Bus vom Fährterminal Macau zum Venetian Resort und Casino steht gegenüber von Linie 3 und 3A bereit, die Fahrt zum Casino und zurück ist kostenlos.
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Kommentare

  1. Wau Gerry,

    das sieht echt einladen aus! Macau, werde ich mir für eine meiner nächsten Reisen merken! ;-)

    Vielen Dankf für die Vorstellung! ;-)

    Gruß

    Matthias

  2. Wenn ich Dich(?) da so im T-Shirty sehe, dann neide ich gerade ehrlich das Wetter. Hier ists nasskalt mit max. 7 Grad *brrrr*

  3. Hey da waren wir ja auch mal, wurde aber von uns nie so gut beschrieben ;-) danke auch für deinen eintrag in unserem guestbook, darum bin ich nun auf deinen blog gestossen – nicht das letzt mal! Happy reisen.

  4. Andersreisender meint

    @Matthias: Ja… die Reise nach Macau zahlt sich auf jeden Fall aus. :-)

    @Tanja: Ich versuche regelmäßig dem Herbst zu entfliehen – bisher ist mir das mit kurzen kühleren Phasen ganz gut gelungen. Ich hoffe, das bleibt so ;-)

    @Camino: Willkommen im Anders Reisen Blog! Bei Euch auf der Seite haben sich ja auch einige interessante Reiseberichte angesammelt. Weiterhin viel Spaß beim Reisen und auch beim Lesen hier im Blog. :-)

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