Schwimmende Märkte im Mekong-Delta

In man­chen Tei­len des Me­kong-Del­tas spielt si­ch das Le­ben mehr am Was­ser als am Land ab. Der “Neun-Dra­chen-Fluss” ist die Le­bens­ader vie­ler Be­woh­ner. Die Fluss­ar­me und ih­re un­zäh­li­gen Ka­nä­le sind Fisch­grün­de, Ver­kehrs­we­ge und Was­ser­spen­der zu­gleich. Ein Boot ge­hört hier zu den wich­tigs­ten Ver­kehrs­mit­teln.

Auf den schwim­men­den Märk­te im Me­kong-Del­ta ver­sor­gen si­ch die lo­ka­len Händ­ler mit Wa­ren. Die be­kann­tes­ten und schöns­ten lie­gen in der Nä­he der Stadt Can Tho in Cai Rang, Phong Dien oder Phung Hiep. Kommt mit auf ei­nen mor­gend­li­chen “Markt­bum­mel” in Cai Rang!

Lebensmittel an langen Stangen

Um am schwim­men­den Markt die bes­ten Le­bens­mit­tel zu er­gat­tern heißt es früh auf­ste­hen. Um 6 Uhr ver­las­sen wir die Stadt Can Tho um den 6 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten, Schwim­men­den Markt in Cai Rang zu be­su­chen. Nach rund ein­stün­di­ger Fahrt am Bas­sac, dem un­te­ren Arm des Me­kongs, tau­chen am Ho­ri­zont die ers­ten Han­dels­boo­te auf. Sie war­ten hier auf ih­re Kund­schaft, meist an­de­re Händ­ler, die ih­nen ih­re Wa­ren ab­kau­fen.

An lan­gen Stan­gen wird prä­sen­tiert, wel­che Le­bens­mit­tel sie zum Ver­kauf an­bie­ten: Me­lo­nen, Ana­nas, Süß­kar­tof­feln und Du­ri­an bau­meln in luf­ti­ger Hö­he.

Bild: Schwimmender Markt in Cai Rang - Vietnam

Die kauf­in­ter­es­sier­ten Händ­ler steu­ern ih­re Boo­te ziel­si­cher zu den gro­ßen Han­dels­boo­ten. Er­st wird ver­han­delt, dann an­ge­dockt und die ge­kauf­te Wa­re um­ge­la­den.

Bild: Schwimmender Markt in Cai Rang - Vietnam

Na­tür­li­ch bleibt auch im­mer wie­der Zeit für ein Schwätz­chen – wie si­ch das auf ei­nem rich­ti­gen Markt ge­hört.

Bild: Schwimmender Markt in Cai Rang - Vietnam

Vie­le der Händ­ler le­ben auf ih­ren Boo­ten und sind die meis­te Zeit des Jah­res auf den Me­kong-Flüs­sen un­ter­wegs. In ei­ner klei­nen Ka­bi­ne spielt si­ch das gan­ze Le­ben ab. Oft sind auch die Kin­der und so­gar Hund und Haus­hahn auf der Fluss­rei­se mit da­bei. Die Wä­sche wird di­rekt im Me­kong ge­wa­schen und dann zum Trock­nen in den Fahrt­wind ge­hängt.

Mit den le­bens­not­wen­di­gen Din­gen wer­den die Fluss­no­ma­den von den klei­nen Han­dels­boo­ten ver­sorgt.  Schwim­men­de Greiß­ler­lä­den bie­ten al­le Pro­duk­te für den täg­li­chen Be­darf.

Bild: Schwimmender Markt in Cai Rang - Vietnam

An­de­re Boo­te ver­kau­fen Ge­trän­ke und – nicht zu ver­ges­sen – Sup­pe. Ein Stand mit “Pho”, der lan­des­weit be­lieb­ten Brü­he, darf auf kei­nen Fall auf ei­nem Markt feh­len.

Son­st wä­re er nicht kom­plett, so wie in Ös­ter­reich der Würs­tel­stand am Markt nicht feh­len darf.
Wir steu­ern ziel­si­cher auf ein Boot mit ei­nem damp­fen­den Topf und rund um die Ver­käu­fe­rin  auf­ge­schich­te­te Zu­ta­ten zu. Jetzt ist Zeit für ein def­ti­ges Früh­stück!

Die Sup­pe bro­delt auf ei­nem klei­nen Koh­len­feu­er vor si­ch hin. Flink wer­den Reis­nu­deln, Flei­sch,  So­ja­boh­nenspros­sen, Kräu­ter und Früh­lings­zwie­bel in ei­ne Sup­pen­schüs­sel ge­schich­tet, mit Brü­he über­gos­sen und zur Krö­nung mit ge­hack­ten Erd­nüs­sen über­streut. Die Pho wird mir mit Stäb­chen und ei­nem Löf­fel ins Boot ge­reicht.

Es ist gar nicht so ein­fach ei­ne Sup­pe auf ei­nem schau­keln­den Boot zu es­sen. Aber ich schaf­fe es oh­ne zu kle­ckern und ge­be die lee­re Schüs­sel an die Markt­frau zu­rück. Ge­wis­sen­haft zieht sie das Por­zel­lan mehr­mals durchs Fluss­was­ser und be­rei­tet ei­ne wei­te­re Pho für den nächs­ten Kun­den dar­in vor.

Wäh­rend­des­sen über­le­ge ich, ob viel­leicht ein Vit­amin­schub die Ab­wehr­kräf­te stär­ken könn­te. Ei­ne fri­sche Ana­nas wür­de si­ch da­für bes­tens eig­nen...

Bild: Ananas-Boot am schwimmenden Markt in Cai Rang - Vietnam

Reise-Tipps zu den Schwimmenden Märkten im Mekong-Delta:

Die wahr­schein­li­ch schöns­ten und größ­ten Märk­te im Me­kong-Del­ta kann man von der Stadt Can Tho aus er­rei­chen. Un­be­dingt ein klei­nes Boot – kom­bi­niert mit Ru­dern und Mo­tor – mie­ten! Gro­ße Boo­te für Grup­pen fah­ren eben­falls auf die Schwim­men­den Märk­te, sie kön­nen aber nicht zwi­schen den Händ­lern ma­nö­vrie­ren oder zum Sup­pen­es­sen an­le­gen.

Der Schwim­men­de Markt in Cai Be – in der Nä­he von Vinh Long – ist ent­täu­schend. Bei mei­nem Be­su­ch, eben­falls früh am Mor­gen, wa­ren nur ein paar gro­ße Händ­ler­boo­te dort, aber kaum Kund­schaft. Es schien, als wür­den al­le no­ch zu schla­fen. Die im Rei­se­füh­rer hoch­ge­lob­te Kir­che am Fluss­ufer konn­te ich ge­ra­de mal aus der Fer­ne se­hen. Die Tour dort­hin ist ihr Geld nicht wert!

Kommentare

  1. Oh wow! Vie­len Dank für den ge­nia­len Be­richt. Was gä­be ich jetzt al­les für so ei­ne Pho! mmmhhh.
    In zwei Jah­ren ist Viet­nam ge­plant, ich freu mi­ch schon drauf. ;-D

  2. h.rogra meint:

    ein tol­ler­BE­RICHT.
    lg aus ei­nem ver­schnei­ten salz­burg!
    ro­chus

  3. Andersreisender meint:

    @Christina: Will­kom­men im An­ders­rei­sen-Blog! Na, Dir scheint Rei­sen ja auch Spaß zu ma­chen! Die Pho ist wirk­li­ch le­cker in Viet­nam – dar­an kommt man ein­fach nicht vor­bei 😉 Un­be­dingt auch auf ei­nem Schwim­men­den Markt pro­bie­ren!

    @h.rogra: *brrr* Schnee! Stel­le mir grad ei­nen ver­schnei­ten und zu­ge­fro­re­nen Schwim­men­den Markt vor *gg*

  4. Wie ge­wohnt tol­le Fo­tos und in­ter­es­san­te Be­rich­te. Dan­ke. Lie­be Grü­ße Hel­ga

  5. Andersreisender meint:

    @Helga: Vie­len Dank für die Blu­men 🙂

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