Otavalo: Markt so weit das Auge reicht

Im ecuadorianischen Otavalo habe ich das Gefühl, dass die ganze Stadt ein einziger, riesiger Markt ist. Noch farbenfroher und vielseitiger kann ein Handelsplatz kaum sein.

Am Samstag ist in Otavalo Markttag, dann strömen die Besucher auch zum wöchentlichen Tiermarkt.

Komm‘ mit zu einem Bilderbummel durch die Märkte in Otavalo!

Schon früh machen sich die Otavaleños, so werden die Einwohner Otavalos genannt, am Samstag auf zum Markt. Die Bezeichnung Otavaleño wird unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit verwendet. Der Großteil der Bewohner der Provinz Imbabura gehören dem indigenen Volk der Kichwa (Quechua) an oder sind Mestizen.

Bild: Tiermarkt Otavalo, Ecuador

Schon früh brechen die Otavaleños zum Markt in Otavalo auf.

An diesem Samstag tauche ich auf den Märkten ein in ein Meer von Hüten und schwarzen Zöpfen ein. Die Schuhe der Menschen sind im Gedränge zwischen den Marktständen schwer zu erkennen, traditionell tragen Männer weiße und Frauen zu ihren Kleidern schwarze Schuhe.

Bild: Plaza Boivar in Otavalo, Ecuador

Dresscode: Schwarze Schuhe für die Damen, weiße für die Herren…

Auch wenn sich Jeans, Sneakers und westliche Kleidung immer mehr durchsetzt, sind die typischen Hüte und die geflochtenen Zöpfe der Männer überall präsent.

Bild: Markt in Otavalo

…und lange, schwarze Zöpfe sind omnipräsent.

Bild: Grafitti in Otavalo, Ecuador

Am Markttag ist ganz Otavalo auf den Beinen.

Im Stadtzentrum ist an jedem Tag in Otavalo Markt, aber am Samstag geht es besonders rund. Dann ist offizieller Markttag und die Stände ziehen sich vom Plaza de Ponchos weit in die Seitengassen. Es scheint das ganze Stadtzentrum ein einziger, riesiger Platz zum Handeln zu sein.

Bild: Gemüse-Markt Otavalo

Die Marktgebiete gehen fließend ineinander über.

Bild: Gemüse-Markt Otavalo

Hier gibt es Gemüse…

Bild: Markt, Otavalo, Ecuador

…dort wird Medizin präsentiert…

Obst und Gemüse wechseln sich mit kleinen Essensständen ab, bei denen man durch die lateinamerikanische Küche gustieren kann.

Bild: Hornado am Markt in Otavalo, Ecuador

…und da gibt es “Hornado” zu essen.

Langsam ändert sich beim Bummel durch die Stände das Bild, die Früchte werden zunehmend von Textilien und Souvenirs verdrängt.

Bild: Kunsthandwerk am Markt, Otavalo, Ecuador

Auch Kunsthandwerk…

Bild: Kunsthandwerkmarkt, Otavalo, Ecuador

…und Souvenirs haben ihren Platz.

Bild: Kissen am Kunsthandwerksmarkt Otavalo, Ecuador

Dieses Kissen ziert jetzt meine Couch. 😉

So mancher Bewohner deckt sich hier mit Kleidung ein. Nein, die Kichwa kaufen nicht die Yoga-Hosen und Ponchos. Und auch nicht die “authentische” Kleidung und Jacken, die man angeblich im Hochgebirge Indiens und Nepals trägt. Auch wenn diese Kleidung bequem ist, das ziehen Heimische nicht an.

Wer nichts für diese Kleidung, Souvenirs und Kunsthandwerk übrig hat geht einfach eine Straße weiter. Dort sind dann die schwarzen und weißen Schühchen und originale Hüte zu finden. Authentische Kleidung, die aber zum Stil der Europäer weniger passt.

Bild: Plaza Bolivar in Otavalo, Ecuador

Auch am Plaza Bolivar ist in Otavalo viel los.

Ich lasse mich weiter durch die Gassen zum Plaza Bolivar treiben. Hier entspannen sich die Otavaleños etwas vom quirligen Marktleben. Aber auch im Park ist viel los und man findet kaum Platz auf den zahlreichen Bänken.

Bild: Tiermarkt Otavalo, Ecuador

Jeden Samstag ist in der Nähe…

Ich habe den Eindruck, dass am Samstag die ganze Region auf den Beinen ist. Auch Richtung Tiermarkt reißt der Besucherstrom nicht ab. Der Tiermarkt Otavalo liegt an der Panamericana außerhalb des Stadtzentrums.

Bild: Tiermarkt Otavalo, Ecuador

…der Pan Americana Tiermarkt.

Jeden Samstag werden früh am Morgen die Tiere dort hin gebracht. Hier wird fast alles verkauft, was Beine hat. Schweine, Lamas, Hühner, Rinder, Hunde, Katzen und Meerschweinchen werden gehandelt.

Manche Tiere werden gekauft und landen kurze Zeit später im Kochtopf. Andere werden noch längere Zeit gefüttert, um sie ein paar Wochen später wieder mit Gewinn am Markt zu verkaufen.

Bild: Schweine am Tiermarkt in Otavalo, Ecuador

Schweine…

Quiekende Ferkel zerren an der Leine und wollen nicht recht mit dem Käufer mitgehen, die gemästete Sau wird von einem Transporter gehoben.

Bild: Küken am Tiermarkt Otavalo, Ecuador

…Küken…

Bild: Hühner am Tiermarkt Otavalo, Ecuador

…Hühner…

Bild: Hühner am Tiermarkt in Otavalo, Ecuado

…und noch mehr Hühner…

Bild: Hühner am Markt in Otavalo, Ecuador

…wechseln am Markt in Otavalo den Besitzer.

Hühner schauen neugierig aus einem Korb, nebenan holt eine Verkäuferin ein Meerschweinchen aus dem Sack.

Zwei Frauen sehen sich das Tier genau an und beginnen zu verhandeln. Offenbar wird man nicht handelseins, die Verkäuferin legt das  Meerschweinchen wieder in den Sack zurück.

Bild: Meerschweinchen am Tiermarkt Otavalo, Ecuador

Meerschweinchen, besondere Tiere in Ecuador,…

Bild: Meerschweinchen am Tiermarkt Otavalo, Ecuador

…werden am Tiermarkt Otavalo gehandelt.

Bild: Meerschweinchen am Tiermarkt Otavalo, Ecuador

Dieser Deal ist nicht zustande gekommen.

Neben dem Verkauf von Nutztieren erfüllt der Tiermarkt in Otavalo auch die Funktion der Tierhandlung für Haustiere.

Bild: Hase am Tiermarkt Otavalo, Ecuador

Auch Haustiere kann man am Tiermarkt kaufen.

Ein Junge bürstet Katzen und Hunde und zeigt sie Kaufinteressierten. Einer der Hunde saust zum Nachbarstand und kläfft eine Ente an, die kuschelt sich quakend zwischen die Hühner, die am Boden liegen.

Bild: Rinder am Tiermarkt Otavalo, Ecuador

Neben Nutztieren…

Die Otavaleños schleppen Kisten, begutachten Tiere und verhandeln. Dann wird die Leine eines Lamas vom Zaun gebunden, es hat nun auch einen neuen Besitzer.

Bild: Huthändler am Markt, Otavalo, Ecuador

…wird auch praktisches verkauft.

Es ist ein beeindruckender Bummel am Markt in Otavalo – zwischen Gemüseständen, Kunsthandwerk und über den abenteuerlichen Tiermarkt. Letzterer ist bestimmt nichts für schwache Nerven. Für diejenigen, die gerne ins Lokalkolorit eintauchen, aber sehenswert.

Tipps für die Märkte in Otavalo:

  • Eigentlich ist es nicht nur ein Markt, Otavalo hat übers Stadtgebiet verteilet verschiedene Märkte.
  • Bester Tag für den Besuch ist Samstag. Dann findet auch der Tiermarkt an der Panamericana statt und die Stände ziehen sich im Stadtzentrum vom Plaza de Ponchos bis weit in die Gassen.
  • Die beste Zeit für einen Besuch am Tiermarkt am Samstag ist der Morgen, spätestens bis 10 Uhr solltest Du dort sein.
  • Otavalo liegt in der Provinz Imbabura ca. 100 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Quito.

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Die Erfahrungen, Tipps und Hintergrundinformationen in diesem Beitrag wurden im Rahmen einer individuellen Pressereise auf Einladung von Quito Tourismus recherchiert. Wie immer bleibt meine Meinung in der Berichterstattung davon unberührt.

Kommentare

  1. Schöne Erinnerungen, Gerhard. Ich hab mal 2 Wochen in einem Apartment direkt am Gemüsemarkt gewohnt. Schon ein paar Jährchen her, aber wenn ich die Fotos anschaue, hat sich nicht viel verändert.
    Liebe Grüße, Simone

  2. Interessanter Artikel und danke, dass es auch uns möglich war hier einzutauchen. Das mit den weißen Schuhen bei den Männern und schwarz bei den Frauen ist das immer so oder vor allem am Markt-Samstag? Genial finde ich, wenn eine Tradition bestehen bleibt, so wie die Zöpfe bei den Männern.
    Und am beeindruckensten war für mich der Tiermarkt.

  3. Hallo Gerhard,

    schöner Beitrag. Da kommen wieder Erinnerungen hoch. Wir waren vor unserem Besuch dort skeptisch, weil es hieß Otavalo sei schon von Touristen überlaufen, aber es hielt sich in Grenzen und im Vergleich zu anderen ecuadorianischen Städten hat sich die Tradition hier noch bewahrt, was wirklich sehr schön ist. Hoffe das bleibt noch lange so. Markttage empfinden wir immer als die besten Tage, um die Einheimischen in ihrer Tracht zu sehen. Die Menschen kommen aus den umliegenden Dörfern extra in die Stadt und machen sich oft besonders chic. Kein Wunder, denn neben dem Kauf und Verkauf von Produkten und Vieh, trifft man sich zum Austausch und Socializing.
    Hast du dir so eine schöne bunte Mütze mitgebracht? Die waren schon witzig. Beinahe hätten wir eine gekauft, aber man setzt so etwas in DE ja doch nicht auf… Viele Grüße

  4. Sascha meint:

    Wirklich tolle und beeindruckende Fotos in dem Bericht.
    Vielen Dank
    Gruß Sascha

  5. Andersreisender meint:

    – Simone: Wow! Appartement direkt am Gemüsemarkt in Otavalo hört sich aber auch spannend an! Ist es in der Nacht einigermaßen ruhig? Ich habe die Nacht etwas außerhalb in einer Hacienda verbracht.

    – Alex: Die Schuhe habe ich auch an anderen Tagen gesehen. Ich finde es auch schön, wenn Traditionen und Besonderheiten erhalten bleiben. Wenn es überall gleich ausschaut wäre Reisen eher langweilig.

    – Katja: Bunte Mütze habe ich keine mitgenommen. Sie schauen zwar lustig aus, aber ich würde sowas eher nicht tragen. 😉 Aber dafür haben ich drei Kissen als Souvenir gekauft. Sie zieren meine Couch und ich denke immer gerne an den Besuch in Ecuador zurück. 🙂 Und Du hast die Wollmütze als Mitbringsel mit nach Hause gebracht?

    – Sascha: Danke Dir!

  6. Moin Gerhard, wir haben lange überlegt, aber am Ende auch keine der bunten Mützen mitgenommen, aber dafür ein witziges Erinnerungsfoto, das ich zur allg. Belustigung und Veranschaulichung 🙂 hier gar nicht hochladen kann. Alles Gute und viele Grüße

  7. Andersreisender meint:

    Katja: Nein, Bilder-Uploade gibt’s hier leider (noch) nicht. Aber ich habe da ein lustiges Bild vor meinem geistigen Auge. 😉

  8. Nord-Peru Reisen meint:

    Tolle Fotos, die die Atmosphäre gut wieder geben.

  9. Isabell meint:

    Ein richtig gelunger Beitrag über den Markt in Otavalo! Der Markt ist wirklich so wie du ihn schilderst… ich habe mit Gulliver Expeditions einen Tagesausflug von Quito nach Otavalo gemacht und war sehr begeistert! Ich kann jedem nur empfehlen, sich selbst ein Bild von diesem tollen Textil- und Kunsthandwerkermarkt zu machen. Beste Grüsse, Isabell

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