Kreuzfahrt-Feeling auf der Fähre von Newcastle nach Amsterdam

Good bye England, Goedendag Holland! Mit einem Drink in der Hand stehen die Passagiere auf der „King Seaways“ und schauen auf den Hafen hinunter.

Es herrscht ausgelassene Aufbruchsstimmung an Deck in der Mermaid Bar. „I can see clearly now“ singt der Alleinunterhalter. Eigentlich ist das unnötig. Denn noch blauer kann der Himmel über uns nicht werden.

Bild: DFDS Hafen in Newcastle

Von Newcastle geht es mit der DFDS Fähre nach Amsterdam

Einige Passagiere brechen mit der DFDS Fähre zur „Mini Kreuzfahrt“ von Newcastle nach Amsterdam auf und kehren nach einem entspannten Tag in Holland wieder nach Großbritannien zurück.

Urlaubsreisende verladen tief unten im Schiffsbauch ihre Autos und Motorräder.

Bild: Autoverladung in Newcastle

Motorradfahrer am Weg in den Urlaub mit der DFDS Fähre

Für mich ist die Überfahrt von Newcastle nach Amsterdam ein Abschied aus England. Mit einem letzten „Newcastle Brown Ale“ grüße ich noch einmal die Insel.

Bild: Gerhard mit Newcastle Brown Ale

Good Bye England! Proost Holland!

„Streets of London“ ist im Hintergrund zu hören als Arbeiter die Taue des Schiffes lösen. Der Mann mit dem Cowboyhut spielt einen „Engländer“ nach dem anderen als die Fähre langsam den Hafen verlässt. Zum Abschied sind noch die Beatles dran.

Backbord zieht langsam das Tynemouth Castle vorbei. Zwischen den beiden Leuchttürmen steuert die „King Seaways“ auf die Nordsee hinaus.

Bild: Tynemout Caste in Newcastle upon Tyne

Ausfahrt aus dem Hafen Newcastle vorbei am Tynemouth Castle

Obwohl wir noch in Britischen Gewässern sind ist das Schiff seiner Zeit voraus. Hier an Bord gilt Mitteleuropäische Zeit, die Uhren werden also schon beim Boarding in Newcastle eine Stunde vor gestellt.

So scheint die Sonne auch eine Stunde länger, für eine Schiffsreise Richtung Süden ist das ein guter Start.

Bild: Brücke der DFDS King Seaways

Konzentrierte Ruhe herrscht auf der Brücke

Ruhig ist es an der Spitze des Schiffes. Mit etwas Glück können Wale und Delfine in der Nordsee beobachtet werden.

Wer die paar Stunden auf Hoher See nicht ohne Laptop und iPad auskommt verzieht sich in die Quiet Lounge. Gegen 10 Euro erhalten Internet-Junkies Zugang zum W-LAN. Tee und Kaffee inklusive.

Bild: Bug King Seaways

Ein “Kunstwerk” für sich

An Deck frischt der Wind auf, ich ziehe den Jackenkragen hoch. Die Küste Englands ist nur noch als dünner Streifen am Horizont zu erkennen.

Es riecht salzig und ein wenig nach Schmieröl. Die Sonne ist untergegangen und in der Umgebung sind nur noch Umrisse zu erkennen.

Bild: Rettungsboot auf der DFDS King Seaways

Schiffsreisen und den Blick über den Horizont finde ich sehr entspannend

Die Restaurants öffnen schon bald nach dem Auslaufen. Im „Kidz Club“ läuft Tom & Jerry mit Piratengeschichten, im Lighthouse Café nebenan sitze ich bei Fish & Chips. Englisches Abschiedsessen.

Bild: Küche auf der DFDS King Seaways

In der Küche der King Seaways wird für bis zu 1.400 Passagiere gekocht

Noch immer herrscht etwas aufgeregte Stimmung um mich herum. 1.250 Mitreisende sind heute an Bord. Wie viele von ihnen wohl zum ersten Mal mit dem Schiff fahren?

Bild: Ferdinand im A-la-carte Restaurant

Ferdinand begrüßt die Gäste im A-la-carte Restaurant

In den Bars und Discos verrinnt die Zeit. Solange Gäste da sind spielt der DJ, oft wird bis zum Sonnenaufgang getanzt.

Bild: Disco auf der DFDS King Seaways

Nachtschwärmer tanzen bis früh am Morgen in der Disco

Oder man verbringt in der Kabine eine ruhige Nacht auf See. Sanft gleitet das Schiff über die kleinen Wellen, nur ein leises Brummen ist von den Motoren und der Klimaanlage zu hören.

Bild: Kabine auf der King Seaways

Eine ruhige Nacht in der Kabine, jede ist mit Dusche und WC ausgestattet

Am nächsten Morgen sind beim Frühstück die Offshore Windparks vor der Küste Hollands zu sehen.

Die letzten Kilometer fährt das Schiff durch die großen Windräder, am Horizont tauchen die Fabriksanlagen rund um den Hafen von Ijmuiden auf.

Bild: Windpark vor Ijmuiden

Noch bevor Land in Sicht ist tauchen die Offshore Windparks vor Ijmuiden auf

Möwen nehmen das Schiff in Empfang und fliegen kreischend über den Köpfen der Passagiere.

Sie warten den Moment ab, wo die Schiffsschraube beim Anlegen Schlamm und Tiere im Wasser aufwirbelt, dann beginnt für die Vögel das Frühstück.

Bild: Möwe

Blinder Passagier?

Mit einem sanften Ruck legt das Schiff an, die Arbeiter vertäuen die Fähre mit dicken Seilen. Die Motorradfahrer stehen bereits mit dem Helm in der Hand da und warten, dass sie zu ihren Motorrädern dürfen, die Minikreuzfahrer haben für die Erkundung von Amsterdam nur leichtes Gepäck dabei.

Einige Männer scheinen die Nacht durchgemacht zu haben, ihre Frauen reden beruhigend auf sie ein.

Bild: Industrie in Ijmuiden

Industrie-Skyline in Ijmuiden

Böse Zungen behaupten, dass manche Engländer nur zum Kiffen und Saufen von Newcastle nach Holland reisen. Das soll sich bei einem späteren Stadtbummel durch Amsterdam auch bestätigen.

Ich bin einer der wenigen, die mit dem Rucksack am Ausgang warten. Noch ganz im Gedanken an England, eine schöne Überfahrt und einer Vorfreude an einen sonnigen Tag in Amsterdam.

Reisetipps zur DFDS-Fähre Amsterdam – Newcastle:

  • Täglich fährt die DFDS-Fähre über Nacht von Ijmuiden (Vorort von Amsterdam) nach Newcastle. Fahrplan, Kabinenkategorien und Preise sind hier zu finden.
  • Shuttle-Busse fahren in Amsterdam vom Park Plaza Victoria (gegenüber vom Hauptbahnhof) zum Schiff in Ijmuiden und in Newcastle vom Hauptbahnhof zum Hafen. Shuttlebus vorab buchen!
  • Nach Ijmuiden ist die individuelle Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr kompliziert und lang. In Newcastle ist der DFDS Fähranleger ca. 2 Kilometer von der nächstgelegenen Metro Station “Percy Main” entfernt.

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Die Erfahrungen, Tipps und Hintergrundinformationen in diesem Beitrag wurden im Rahmen einer individuellen Pressefahrt auf Einladung von DFDS Seaways auf der Fähre zwischen Nordengland und den Niederlanden recherchiert. Wie immer bleibt meine Meinung in der Berichterstattung davon unberührt.

Kommentare

  1. Und ich las anfangs doch tatsächlich DSDS Fähre und musste schon schlimsstes befürchten. ;) Frage mich gerade, ob man die Abkürzung überhaupt in Oesterreich kennt? ;)
    Wie auch immer, schöne Ausfahrt aus dem Newcastle Hafen, auch wenn ich gestehen muss, dass ich kein Wasser-Mensch bin. Habe lieber festen Boden unter mir. :)

  2. Andersreisender meint:

    – Alex: DSDS ist mir – vom Namen her – ein Begriff. Aber es ist gottseidank die DFDS Fähre und dort werden meines Wissens auch keine Superstar-Entscheidungen getroffen. Außer vielleicht auf der Tanzfläche der Disco… wer weiß. ;-)

  3. Hallo!
    Ich bin gerade dabei einen kleinen Urlaubstrip für die Weihnachtsfeiertage zu planen, England, Amsterdam und Frankreich stehen auf meiner Wunschliste. Da du gerade eine längere Schifffahrt hinter dir hast, wollte ich dich fragen wie so eine Nacht auf einem Schiff eigentlich so ist, kann man da gut schlafen oder schaukelt es sehr stark? Bin noch nie über längere Zeit mit einem Schiff gefahren und möchte nicht unbedingt die ganze Fahrt mit Übelkeit und Schwindel verbringen. ;)
    Schöne Grüße, Julia

  4. Hi, Gerhard.
    Wenn ich darf, dann weise ich alle Interessierten mal darauf hin, daß es grade einen passenden Reisedeal gibt. Der Preis liegt bei 109€ und man spart – laut Aussage des Anbieters – etwa 40%.
    Gruß, Max

  5. Haaach die Strecke kenn ich auch. Wenngleich ich Anfang Oktober letzten Jahres da auf der Fähre ganz schön mit der Nordsee zu kämpfen gehabt habe. Wenn man noch einen Tag mehr Zeit hat, lohnt sich auch ein Abstecher zum Hafen von Ijmuiden (dort legt die Fähre ja auch ab), dort kann man wunderbar Wellenreiten, Spazierengehen oder am Strand relaxen und Schiffe gucken!

  6. Andersreisender meint:

    – Julia: Bei ruhigem Meer merkst Du überhaupt nicht, dass Du auf dem Wasser bist. Wenn es stürmisch ist, dann kann es schon auch ordentlich “schaukeln”, dann bleibt bei vielen Übelkeit und Seekrankheit nicht aus. Nach meiner Erfahrung fühlt es sich aber auch auf jedem Meer unterschiedlich an und jedes Schiff liegt anders auf dem Wasser. Pauschal kann man das leider nicht sagen. Aber: Meine Erfahrungen mit Fähr- und Schiffsfahrten sind durchaus positiv, also ich würde es jederzeit wieder tun. :-)

    – Janett: Anscheinend war bei Dir die Nordsee nicht so ruhig wie bei mir. Danke für Deinen Tipp wegen Ijmuiden. Also ehrlich gesagt, ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass es da auch schöne Strandabschnitte gibt. Beim Einlaufen in Amsterdam sieht man ja eigentlich nur große Industrieanlagen.

  7. Kerstin meint:

    Statt über Calais zu fahren, überlegen wir uns beim nächsten Mal, die längere Fahrt zu unternehmen und gleich in den Norden Englands zu kommen. Angenehmer Nebeneffekt “kleine Kreuzfahrt” . Bin gespannt, ob sich Kreuzfahrtfeeling einstellt.

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