44: Sehenswürdigkeiten-Stadtbummel durch Shimonoseki

Wo die ja­pa­ni­schen Haupt­in­seln Hons­hu und Kyus­hu auf ei­nen­der tref­fen liegt die Ha­fen­stadt Shi­mo­no­se­ki. Sie ist die letz­te Sta­ti­on auf mei­ner drei­wö­chi­gen Rei­se durch Ja­pan. Von hier wird mor­gen mei­ne Fäh­re von Ja­pan nach Chi­na ablegen.

Kleiner Stadtbummel durch Shimonoseki

Die Stadt Shi­mo­no­se­ki ist ge­prägt vom Ha­fen. Rund um den Bahn­hof be­fin­den sich ei­ni­ge Neu­bau­ten, Ho­tels und auch ein gro­ßes Ein­kaufs­zen­trum. Von dort weg füh­ren auch klei­ne­re und ei­ne brei­te Ein­kaufs­stra­ße mit Re­stau­rants und Ge­schäf­ten. Der Fähr­ha­fen in Shi­mo­no­se­ki be­fin­det sich nur we­ni­ge Geh­mi­nu­ten vom Bahn­hof entfernt.

Shimonoseki - Japan

Se­hens­wür­dig­kei­ten im ei­gent­li­chen Sin­ne gibt es in Shi­mo­no­se­ki we­ni­ge. Ent­lang der Pro­me­na­de ge­langt man  zum Kai­kyo-kan Aqua­ri­um und wei­ter zum Fi­sche­rei­ha­fen. Dort wer­den auch Ha­fen­rund­fahr­ten an­ge­bo­ten und man hat ei­nen tol­len Blick auf die Kan­mon-Brü­cke, die Shi­mo­no­se­ki mit Ki­takyus­hu verbindet.

Kanmon-Brücke und Ausflugsboot in Shimonoseki

Sou­ve­nir­stän­de bie­ten al­ler­lei Mit­bring­sel aus der ja­pa­ni­schen Ha­fen­stadt an. In der gro­ßen Fisch­hal­le – wo früh am Mor­gen der fri­sche Fisch an­ge­lie­fert wird – fin­den sich eben­falls Ver­kaufs­stän­de. Hier kann man Fisch wahl­wei­se ton­nen­wei­se oder in fei­nen Sa­shi­mi-Stück­chen ge­schnit­ten kaufen.

Stand am Hafen von Shimonoseki

Shi­mo­no­se­ki ist vor al­lem für den gif­ti­gen Ku­gel­fisch be­kannt. Er ist ei­ne ja­pa­ni­sche Spe­zia­li­tät. Nur das Mus­kel­fleisch des Fu­gu ist ge­nieß­bar. Haut und In­ne­rei­en sind hoch­gif­tig. Den Fu­gu dür­fen nur jah­re­lang aus­ge­bil­de­te Spe­zi­al­kö­che zubereiten.

In Shi­mo­no­se­ki wird be­son­ders viel Fu­gu ge­fan­gen und dann am Fisch­markt an Spe­zia­li­tä­ten­re­stau­rants ver­kauft. Über­all wer­den die Gäs­te dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Shi­mo­no­se­ki die “Hei­mat” des Ku­gel­fischs ist. Er zählt so­zu­sa­gen zu den Haupt-Se­hens­wür­dig­kei­ten Shi­mo­no­se­kis, auch wenn er in den Stra­ßen nur als Bil­der zu se­hen ist. Schon am Bahn­hof sind meh­re­re Pla­ka­te auf­ge­hängt, die Aus­flugs­boo­te sind im Fu­gu-Style de­ko­riert und so­gar die Ka­nal­de­ckel ziert der Kugelfisch.

Kanaldeckel Kugelfisch in Shimonoseki

Auf den di­ver­sen Wer­be­ma­te­ria­li­en sieht der Fisch ja ganz sym­pa­thisch aus. Aber trotz­dem, um der Fra­ge hier schon vor­zu­beu­gen: Nein, ich ha­be kei­nen Ku­gel­fisch ge­ges­sen. Ich bin noch zu jung zum Sterben. 😉

Um 16 Uhr im Ryokan

Nur fünf Mi­nu­ten vom Ha­fen ent­fernt liegt mei­ne klei­ne Un­ter­kunft. Ich ha­be sie vor ei­ner Wo­che bei mei­nem Or­ga­ni­sa­ti­ons-Zwi­schen­stopp in Shi­mo­no­se­ki re­ser­viert. Auch wenn es erst Ver­stän­di­gungs­schwie­rig­kei­ten gab – es hat mit der Re­ser­vie­rung geklappt.

Ich bin über­rascht, dass in mei­nem Zim­mer auf den Ta­ta­mi-Mat­ten ein Bett steht. Ei­gent­lich hät­te ich in die­sem Ryo­kan ei­nen Fu­ton am Bo­den er­war­tet. Die an­de­ren Zim­mer sind näm­lich so ein­ge­rich­tet. Wahr­schein­lich ha­be ich das “Aus­län­der­zim­mer” bekommen. 😉

Um Punkt 16 Uhr bin ich im Ryo­kan und über­le­ge, wie ich den letz­ten Abend in Ja­pan ver­brin­gen wer­de. Mit Su­shi oder doch Ku­gel­fisch? Das wä­re wahr­schein­lich so, als wür­de man zum Ab­schied aus Russ­land Rus­si­sches Rou­let­te spie­len. Hier mein heu­ti­ges  – ga­ran­tiert nicht letz­tes – “16-Uhr-Blick-in-die-Welt-Fo­to”.

Ryokan in Shimonoseki

Aktueller Stand um 16 Uhr:

Ort: Shi­mo­no­se­ki

Prä­fek­tur: Yamaguchi

Land: Japan

Wet­ter: Son­ne, über 30 Grad.

Zeitverschiebung:

Zur Mit­tel­eu­ro­päi­schen Som­mer­zeit in Deutsch­land, Ös­ter­reich und der Schweiz be­trägt der Zeit­un­ter­schied + 7 Stun­den. Steht in Shi­mo­no­se­ki die Uhr auf 16 Uhr ist es in Mit­tel­eu­ro­pa erst 9 Uhr. In Ja­pan gibt es kei­ne Som­mer­zeit.

Die kommende Nacht werde ich hier verbringen:

In ei­nem klei­nen Ryo­kan in Shi­mo­no­se­ki – ich kann den Na­men auf der Rech­nung lei­der nicht lesen.

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Weitere Informationen zum Beitrag:

Zur Übersichts-Landkarte Japanreise 2010

Kommentare

  1. Wie so oft ein echt tol­ler Rei­se­be­richt! Die Bil­der sind für mein Fern­weh echt nicht so gut, denn man möch­te di­rekt los und die gro­ße wei­ter Welt erkunden! 😉

    Und hast du den Ku­gel­fisch probiert?

    Gruß

    Mat­thi­as

  2. Ich kann mich er­in­nern, ein­mal in ei­ner Ja­pan-Rei­se­re­por­ta­ge ge­le­sen zu ha­ben, dass die bes­ten Fu­gu-Kö­che sich da­durch aus­zeich­nen, dass durch die Zu­be­rei­tung ge­ra­de so­viel von dem Gift auf die Zu­ge kommt, dass ein ei­gen­ar­ti­ges be­täu­ben­des Pri­ckeln zu spü­ren ist, die Gäs­te da­bei aber nicht die Stäb­chen ab­ge­ben. Ganz of­fen ge­sagt wä­re ich aber schon recht froh, bald den nächs­ten Be­richt von dir zu le­sen. Wür­de mich ir­gend­wie beruhigen…

  3. Hi Ger­hard,
    schaue zwar öf­ter mal rein,, vor al­lem der Be­richt vom Bai­kal­see hat­te mich ja in­ter­es­siert. Ja­pan, su­per das fehlt mir auch noch. Ich hof­fe Dir gehts gut und wer weiß viel­leicht treff ma uns wirk­lich wo….näheres folgt…
    Sen­de dir lg aus der Hei­mat und wün­sche dir span­nen­de und in­ter­es­san­te Ta­ge. Gerlinde

  4. Andersreisender meint:

    @Mac: Ich le­be noch. Ha­be ihn aber auch nicht probiert 😉

    @Grilli: Ja, Du hast Recht: Man­che Gäs­te ver­lan­gen an­schei­nend ein klei­nes Stück­chen von den be­son­ders gif­ti­gen In­ne­rei­en (wars die Le­ber?). Je­des Mal ei­ne Her­aus­for­de­rung, ob man die ku­li­na­ri­sche Ver­su­chung überlebt.

    @Gerlinde: Ich freue mich von Dir zu le­sen! Mir geht’s su­per gut – bin mitt­ler­wei­le ja schon ein Stü­ckerl wei­ter in Chi­na. Wennst spe­zi­el­le In­fos für mich hast, schreib mir ein­fach per Mail. Geht am Ein­fachs­ten! Ich freue mich! Ganz lie­be Grü­ße in die Heimat!

  5. Dann gra­tu­lie­re ich dir zum Überleben! 😉

    Willst du den Ku­gel­fisch ir­gend­wann noch probieren?

    Gruß

    Mat­thi­as

  6. Andersreisender meint:

    @Mac: Viel­leicht, wenn ich wie­der mal in Ja­pan bin. Ich den­ke, Ku­gel­fisch ge­mein­sam mit Freun­den zu es­sen könn­te ein ein­drück­li­ches Er­leb­nis werden…

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