11 Bahnreise-Tipps: Mit dem Zug durch Japan

Bahnfahren in Japan ist eine sichere und saubere Angelegenheit. In wohl keinem anderen Land der Welt sind die Züge so pünktlich unterwegs wie in Japan. Das Bahnnetz ist sehr gut ausgebaut und deckt große Teile Japans ab. Sehr bekannt ist der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen, der bis zu 300 Kilometer pro Stunde zwischen den großen Zentren unterwegs ist. Mit dem Zug Japan zu bereisen ist wahrscheinlich die angenehmste und schnellste aller Reisemöglichkeiten. Hier elf Tipps aus meinen persönlichen Erfahrungen für jene, die mit dem Zug Japan bereisen wollen.

1. Japan Rail Pass kaufen

Die günstigste Möglichkeit mit dem Zug Japan zu bereisen ist der Japan Rail Pass. Er ist ein, zwei oder drei Wochen auf allen Strecken der Japan Railways (kurz JR) gültig. Auch manche JR-Fähren, zB. auf die Insel Miyajima, und JR-Busse können benützt werden. Wichtig: Der Pass muss bereits im Ausland vor Reiseantritt gekauft werden. Außerdem können ihn nur Touristen nutzen. Die wichtigsten Informationen darüber findest Du in einem extra Beitrag über den Japan Rail Pass.

2. Fahrplan Japan Railways

Die Suche nach einer Zugverbindung in Japan ist online möglich. Ein englischer Fahrplan für Japan ist unter http://www.hyperdia.com/en/ abrufbar. Es werden auch Suchergebnisse der Privatbahnen angezeigt. Wer nur mit dem Japan Rail Pass unterwegs sein möchte, sollte bei der Suchmaske NOZOMI Züge und Privatbahnen ausschließen.

Direkt neben dem Fahrplan werden auch die Fahrpreise für Zugtickets und eine optionale Reservierung angezeigt.

3. Tickets und Reservierungen

Fahrkarten und Reservierungen (sie sind für Japan Rail Pass Inhaber kostenlos) sind direkt am Bahnhof erhältlich. In größeren Bahnhöfen gibt es einen speziellen Bereich für Reservierungen und Fahrkarten. Dort kann man sich entweder von einem Bahn-Mitarbeiter beraten lassen oder Tickets und Reservierungen direkt am Automaten kaufen.

Sitzplatzreservierungen können für Japan Rail Pass Inhaber nur beim Personal gebucht werden. Auf vielen größeren Bahnhöfen spricht das Personal auch ein bisschen Englisch. Es lohnt sich aber bereits im Vorfeld die gewünschte Zugverbindung im Fahrplan zu suchen und alle Daten auf einem Blatt Papier zusammenzuschreiben. Wichtige Daten sind:

  • Datum der Bahnfahrt
  • welcher Zug bzw. Zug-Nummer
  • Abfahrtsort und Reiseziel
  • Abfahrtszeit
  • wie viele Personen

Mit diesen Informationen in lateinischer Schrift erhält man am unkompliziertesten sein Ticket bzw. seine Sitzplatzreservierung.

Achtung! Der Fahrschein wird am Ende der Fahrt noch benötigt, um durch die Bahnsteigsperre zu gelangen!

4. Die Einstiegsposition am Bahnsteig

Um zum Bahnsteig zu gelangen muss man erst die Bahnsteigsperren durchschreiten. Mit dem Ticket werden die Sperren geöffnet. Japan Rail Pass Inhaber müssen ihre Fahrkarte bei einem Bahnmitarbeiter an der Sperre vorweisen.

Der Abfahrtsbahnsteig wird, nach Linien getrennt, auf elektronischen Tafeln angezeigt.

Rushhour und Abfahrtstafeln in Tokyo-Shinjuku

Direkt am Bahnsteig informieren abgehängte Tafeln oder Beschriftungen am Boden über die genaue Halteposition der einzelnen Waggons. Bei diesem Wagenstandsanzeiger fehlen leider oft die – sonst am Bahnhof üblichen – zweisprachigen Informationen.

Wagenstandsanzeiger Japan

Vor der Information befindet sich eine Linie am Boden, entlang der sich die Fahrgäste zum Einstieg bereitmachen.

5. Kein reservierter Sitzplatz

Im Local-Train, dem Regionalzug, gibt es – bis auf wenige Ausnahmen auf stark befahrenen Pendlerstrecken mit Erste-Klasse-Waggons (Green Car) – keine reservierten Sitzplätze. In Limited-Express-Zügen und dem Shinkansen sind bestimmte Waggons nur für Reisende mit einer Sitzplatzreservierung vorgesehen. Auf den Abfahrtstafeln und den Waggon-Tafeln ist angegeben, welche Waggons mit und welche ohne Reservierung benützt werden können.

6. Gepäck im Zug

In den japanischen Zügen ist erstaunlich viel Platz für Gepäck. Große Rucksäcke und Taschen haben in fast allen Zügen über den Sitzplätzen Platz. Große Koffer können zwischen den Sitzreihen oder in einem speziellen Abstellbereich untergebracht werden.

7. Orientierung im Zug

Die Züge in Japan sind sehr sauber und auf die Minute pünktlich. Die Durchsagen der nächsten Haltestelle erfolgen meist in Japanisch und Englisch. In neueren Zügen wird der nächste Bahnhof auch auf einer Laufschrift angegeben. Der Namen des jeweils nächsten Bahnhofs in die jeweilige Richtung ist auch am Stationsschild am Bahnhof in lateinischer und japanischer Schrift zu lesen.

Stationsschild Takaoka - Japan

Alle Züge der Japan Railways und auch der Privatbahnen sind klimatisiert. Manche Züge – vor allem Regionalzüge – sind schaffnerlos unterwegs. In den Limited-Express-Zügen und im Shinkansen kontrollieren teilweise Schaffner die Tickets.

8. Essen und Trinken im Zug

Ein Speisewagen ist in japanischen Zügen unüblich. Stattdessen werden Getränke am Automaten oder vom Bordservice direkt an den Sitzplatz verkauft. Auch kleine Snacks und Souvenirs sind oft erhältlich.

Viele Reisende nehmen ihre eigene Verpflegung mit. Besonders beliebt sind Bento-Boxen, die direkt am Bahnhof gekauft werden können. In jeder Stadt wird die Bento-Box mit den jeweiligen regionalen Spezialitäten zusammengestellt. In einer kleinen Verpackung finden sich so viele verschiedene Appetithäppchen, von denen man trotzdem satt wird. Stäbchen, ein Zahnstocher und ein Erfrischungstuch liegen bei. So macht es auch kulinarisch Spaß im Zug Japan zu bereisen.

Bentobox aus Tottori

9. Blick über die Schulter des Lokführers

Für Eisenbahn-Fans gibt es in Japan viele Möglichkeiten dem Lokführer über die Schulter zu schauen. In den Triebwägen vieler Regionalbahnen und Limited-Express-Zügen ist der Blick vorne auf die Strecke und den Führerstand frei. Tipp: Häufig ist der erste Triebwagen jener mit den reservierten Plätzen.

Nagano - Yudanaka Limited Express Zug

10. Das WC

Bei der Reise mit dem Zug durch Japan braucht man sich über die Sauberkeit der Toiletten keine Gedanken zu machen. Sie sind sauber und auch Toilettenpapier ist vorhanden. Auch auf den Bahnhöfen sind die Toiletten in einem guten Zustand. Klopapier fehlt hier gelegentlich und sollte daher zur Sicherheit mit ins Reisegepäck. Auffällig ist, dass es selten Seife und Händetrockner oder Papierhandtücher bei den Waschbecken in den Zügen und am Bahnhof gibt.

11. Shinkansen und Limited-Express-Züge

Der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen fährt auf speziell gebauten Strecken. Die Züge sind bis zu 300 km/h schnell und gleiten durch Japan. Oft ist man nicht sicher: Fliegt oder fährt man mit dem Zug durchs Land der aufgehenden Sonne?

Die anderen Züge fahren auf Gleisen mit einer Spurbreite von 1.067 mm. Die Züge haben eine geringere Laufruhe und auch Gleise sind über weite Strecken nicht verschweißt. Trotzdem fahren Züge auch auf Nebenbahnen mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit. Dazu wird auf manchen Strecken die Neigetechnik eingesetzt.

Fazit

In Japan Zug zu fahren ist eine sichere und sehr pünktliche Angelegenheit. Vor allem die Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge bilden das Rückgrat des Eisenbahnverkehrs in Japan. Regionale Linien und Privatbahnen versorgen auch die ländlichen Gebiete.

Wegen der manchmal bestehenden Sprachbarriere lohnt es sich, bereits im Vorfeld den japanischen Fahrplan im Internet nach den gewünschten Verbindungen zu durchsuchen. So bekommt man ohne große Sprachschwierigkeiten schnell am Bahnhof sein Ticket und seine Sitzplatzreservierung.


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Kommentare

  1. Sehr guter Beitrag! Vor allem als Bahnfreak liest man Bericht über Bahnnetze andere Länder sehr… und Japan ist nun wirklich nicht in meinem Einzugsgebiet! Immer gerne mehr davon ;-) .

  2. Andersreisender meint:

    @Thomas: Willkommen im Reiseblog! Ich freue mich, dass Dir der Beitrag gefällt. Unter Schienenreisen gibt es noch einiges mehr zum Thema Eisenbahn zu lesen.

  3. Danke für den Tipp, da werde ich mich mal durchwühlen :-)

  4. Andersreisender meint:

    @Thomas: Bitteschön gern geschehen! Viel Spaß beim Durchwühlen der Bahnreise-Abteilung ;-)

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