Fernweh-Buchtipp: Verfahren. Bangladesch retour – Eine Momentaufnahme

Sich zu (v)erfahren führt manchmal zu den wundersamsten Orten. Dessen sind sich Martin M. Novotny und Ursula K. Wunder sicher. Der gebürtige Österreicher und die Schweizerin lernten sich in Australien kennen und reisen seitdem gemeinsam.

Ihre spannenden Reiseeindrücke von Ihrem Roadtrip nach Bangladesch und retour haben sie in ihrem neuen Buch veröffentlicht. Ich durfte für Euch einen Blick hinein werfen.

Eigentlich plante das Paar aus Sevelen im St. Galler Rheintal eine Reise nach Simbabwe in Afrika. Tatsächlich führte sie die Tour aber Richtung Osten bis nach Bangladesch.

Die 65.000 Kilometer packten die beiden mit ihrem 30 Jahre alte Toyota Land Cruiser und fuhr durch Osteuropa, die Türkei, den Irank, Pakistan und Indien bis nach Bangladesch. Zurück nach Mitteleuropa führte der Weg über Zentralasien, Russland und die baltischen Staaten.

Bild: Rumänien - c - Martin Novotny

Die erste Etappe der 65.000 Kilometer langen Reise führt durch Rumänien.

Spätestens an der EU Außengrenze endet das „versicherte Leben“. Im Abenteuer stecken Ursula und Martin schon längst mitten drin. Obwohl die Ukraine noch in Europa liegt läuft hier so einiges anders. Und sei es nur beim Tanken, wo ungarische Autofahrer den Hinterreifen ihres Gefährts auf einem Holzpflock platzieren, damit noch mehr vom billigen Sprit im Tank Platz hat.

„Ab hier kann ich aufatmen. Ab hier haben Fehler Konsequenzen. Ab hier fließt Adrenalin in den Adern. Das mag ich.“ schreibt Martin 2005 in seinem Reisebericht, der die Grundlage des Buches ist.

Bild: Land Cruiser - Bild: Martin Novotny

Nichts geht mehr. Der Landcuriser steckt tief im Schnee.

An Adrenalinkicks mangelt es auf der Reise nach Osten nicht. Rutschpartien auf matschigen Straßen in der Republik Moldau gleichen einer Spazierfahrt im Vergleich zu den Abenteuern in Pakistan. Am 4.693 Meter hohen Khunjerab Pass Richtung China rutscht ihr Toyota im Schnee ab und lässt sich für Stunden nicht aus den Scheemassen befreien.

Aber auch die Grenzkontrollen werden oft zur Nervenprobe. An der Grenze von Armenien in den Iran wird es für Ursula erstmals Zeit ein Kopftuch zu tragen. Durch zwei eiserne Tore geht es weiter in ein fremdes Land.

„Die iranischen Grenzbeamten rätseln unserer Nationalität wegen. Austria kennen sie nicht. Wir müssen von Australia sein. Ein Zöllner mit Englischkenntnissen kommt und deklariert uns zu Schweden. Vermutlich hat er das Schweizer Autokennzeichen gesehen. Uns ist es egal, unter welcher Nationalität wir einreisen. Patrioten sind wir keine“ erzählen die beiden Reisenden im Buch.

Bild: Ursula Wunder im Iran - Bild: Martin Novotny

In den Reiseländern beachten die Riesenden Sitten und Bräuche. Im Iran trägt Ursula ein Kopftuch.

In Teheran treffen sie auf herzliche Menschen, vor allem die iranische Leihmutter Rose haben sie sofort ins Herz geschlossen. Dass Menschen grundlegend freundlich sind haben die beiden von ihrer Reise als besondere Erfahrung mit nach Hause genommen.

Die täglichen Berichte in den Massenmedien und das Alltagsleben vor Ort haben nur wenige Gemeinsamkeiten. Das Misstrauen gegenüber anderer Länder wird geschürt, unterwegs machen die beiden völlig andere Erfahrungen.

Bild: Leihmutter Rose in Teheran - Bild: Martin Novotny

Die beiden Abenteurer haben Rose aus Teheran in ihr Herz geschlossen.

„Jeder warnt vor seinem Nachbarn. Ungarn vor Ukrainern, die stehlen. Ukrainer vor Bulgaren, die betrügen. Bulgaren vor Türken, dort werden Frauen verachtet. Türken vor Iranern, das sind Extremisten“, so ließe sich die Reihe der Vorurteile auf der Reise Richtung Osten fortsetzen. Ganz zu schweigen von den Reibereien zwischen Pakistan und Indien.

An dieser Stelle wird es im Buch wieder Zeit für eine lange Bildstrecke die von Pakistan direkt nach Indien führt. Bunte Eindrücke, beeindruckende Portraits, manchmal chaotische und für Mitteleuropäer skurill wirkende Szenen.

Bild: Indien - Bild: Martin Novotny

Indien: Farbenfroh und herausfordernd.

Verfahren. Bangladesch retour – Eine Momentaufnahme. Dieses Buch von Martin M. Novotny und Ursula K. Wunder nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise durch eine fremde Welt. Der ideale Lesestoff, um von der Couch aus auf Entdeckungsreise zu gehen.

Bild: Ursula Wunder und Martin Novotny - Bild: Martin Novotny

Ursula Wunder und Martin Novotny erzählen von ihrer spannenden Reise bis nach Bangladesch.

Die beiden teilen ihre spannenden, lustigen und auch traurigen Reiseerlebnisse in ihrem neuen Buch. Mit beeindruckenden Bildern in Großformat, in denen oft eine ordentliche Portion Humor zu entdecken ist, kann man in eine andere Welt abtauchen. Lesenswert!

Weitere Infos über das Buch, die Autoren und Termine für Lesungen findest Du auf der Homepage http://www.v-erfahren.ch. Das Buch ist dort oder bei Amazon erhältlich*.

Bibliographische Angaben:

  • Novotny, Martin M./Wunder, Ursula K. (2014): Verfahren. Bangladesch retour – Eine Momentaufnahme.
  • 258 Seiten, tlw. Farbe.
  • Erschienen im Verlag Baeschlin, Glarus.
  • ISBN 978-3-85948-148-0
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