Die Reiseregistrierung: Sicher individuell unterwegs

Unter dem Motto „Eine Botschaft von Ihrer Botschaft“ bietet das Österreichische Außenministerium (Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten) die Möglichkeit einer Online Reiseregistrierung an. Im Krisenfall soll so besser und schneller geholfen werden können. Ein Service, der speziell für individuell Reisende und Langzeit- oder Weltreisende interessant ist und zusätzliche Sicherheit während der Reise bietet.

Zehn Minuten sollte man für zusätzliche Sicherheit auf Reisen reservieren. So lange dauerte es im Selbsttest, bis die Daten für die Reiseregistrierung im Onlineformular eingetragen sind. Im Onlineformular werden die Kontakt- und Reisedaten eingegeben damit im Fall des Falles das Außenministerium rasch informieren und unterstützen kann. Naturkatastrophen oder politische Unruhen sind nur zwei der möglichen Krisenszenarien in denen so Reisenden schnell geholfen werden kann.

Bild: Screenshot Homepage Reiseregistrierung

Screenshot der Homepage für die Reiseregistrierung.

Unter www.reiseregistrierung.at ist die Meldung der Reise möglich. Alternativ wird auch eine App fürs Smartphone zum Download auf der Homepage angeboten. Die Bedienung des Onlineformulars ist selbsterklärend. Neben den persönlichen Daten gibt man Kontaktmöglichkeiten, Reisezeitraum und die Reiseroute an. Unter Krisenrelevanten Informationen werden  Kontaktpersonen zu Hause, die bei einem Zwischenfall informiert werden sollten, eingetragen.

Für mitreisende Angehörige werden die Daten für jede Person auf Folgeseiten erfasst. Nach einer umfangreichen Datenschutzerklärung kann dann noch angegeben werden, ob die Bestätigung der Registrierung per SMS oder als Mail zugesandt werden soll. Dann ist die Registrierung auch schon abgeschlossen.

Bild: Formular für die Reiseregistrierung

In zehn Minuten war das Formular für meine Indienreise ausgefüllt.

Die Reiseregistrierung soll nicht die Eigenverantwortung von Reisenden ersetzen. Vor Reiseantritt sollte man sich unbedingt einen Überblick über die Sicherheitslage im Reiseland verschaffen. Eine Registrierung ist grundsätzlich für jede Reise möglich, wird vom Außenministerium aber ganz besonders bei Reisen in Länder mit „hoher Sicherheitsgefährdung“ empfohlen.

Ich finde eine Reiseregistrierung zur schnelleren Information und Hilfe in Krisenfällen eine gute Sache. Die Registrierung beim Außenministerium gehört unbedingt auf die Checkliste von Alleinreisenden, Individualreisenden, Langzeit- und Weltreisenden.

Wie sieht das bei Dir aus? Wirst Du den Service bei Deiner nächsten Reise in Anspruch nehmen?

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Kommentare

  1. Interessante Sache! Ich habe gerade eben mal geschaut, ob auch die Deutsche Bundesregierung einen ähnlichen Service für deutsche Staatsbürger anbietet. Wenn ich das richtig sehe, dann nennt sich dieser Service Krisenvorsorgeliste. Da klingt die österr. Bezeichnung schon wesentlich gefälliger ;-)

  2. Solche Regstrierungen scheinen um sich zu greifen. Denn auch für die Schweiz gibts die Möglichkeit, sich zu registrieren unter: https://www.itineris.eda.admin.ch/

    Allerdings zweifle ich sehr daran, dass mir die Registrierung in einem Ernstfall wirklich etwas hilft. Sollte es wirklich eine Katastrophe geben, kann ich mich immer noch bei der Botschaft melden – und falls Internet und Telefon nicht mehr funktionieren, dann kann mich umgekehrt auch die Botschaft nicht erreichen.

    Hinzu kommt, dass Botschaften im Falle einer ernsthaften Krise ohnehin aus politischen Gründen die Hände gebunden sind und sie überhaupt nichts tun können. Sie dürfen nicht einmal eigene Suchtrupps schicken und so weiter, wenn das Land dies dort nicht ausdrücklich erlaubt.

    Der einzige Vorteil ist meine Meinung nach für die Medien. Die können auf diese Weise an relativ genaue Zahlen kommen und Dinge schreiben: “Zum Zeitpunkt des Erdbeben befanden sich 12 Schweizer im Katastrophengebiet”.

  3. Finde ich wirklich toll, dass es so ein Service gibt! Bist Du eigentlich schon wieder zurück in Salzburg oder noch Indien?

    lg kathrin

  4. Andersreisender meint

    – Ingo: Danke für den Link zur Deutschen Krisenvorsorgeliste. Stimmt – Reiseregistrierung hört sich da wirklich charmanter an. ;-)

    – Oli: Dankeschön für den Link zur Reiseregistrierung in der Schweiz. ITINERIS. Spannender Name des Projekts. ;-) Wenn Internet und Telefon nicht mehr funktionieren, dann wird’s klarerweise mit dem Kontakt zur Botschaft schwierig. Ich finde es aber doch auch wichtig, dass man weiß, dass ich mich überhaupt in dem Land aufhalte und ungefähr in welcher Region. Es müssen ja nicht immer politische Krisen sein. Bei Umweltkatastrophen z.B. kann ich mir vorstellen, dass es sinnvoll ist.

  5. Andersreisender meint

    – Kathrin: Ja, ich bin schon wieder zurück in Salzburg. :-)

  6. Ich denke, dass gerade auch bei Umweltkatastrophen die Kommunikation leicht zusammenbricht. Als vor ziemlich genau drei Jahren der Tsunami über Japan (kein Entwicklungsland!) einbrach, funktionierte das Handynetz beispielsweise auch nicht mehr richtig. Inlandsgespräche waren mehrere Stunden nicht mehr möglich. Ich weiss, dass deswegen so genau, weil mich eine japanische Freundin, die in der tokioter Ubahn festsass, anrief und meinte, dass nur noch Auslandsgespräche funktionieren und ich bitte ihre Eltern in Kyushu informieren soll, dass es ihr gutgeht.

    Von der Kommunikation abgesehen dürfen die Botschaften im Gastland auch überhaupt nichts tun. Das habe ich ja oben bereits erwähnt. Daher denke ich, dass der Bereich, in dem eine solche Registrierung wirklich etwas bringt, sehr sehr gering ist. Andrerseits ist ja auch der Aufwand ziemlich klein und die Zeitungen freuen sich über aussagekräftige Statistiken… :)

  7. Die Reiseregistrierung ist aus unserer Sicht sehr wohl sinnvoll. Sie kam in der Vergangenheit schon öfters erfolgreich zum Einsatz. Bei gewissen Vorfällen (wie zB Naturkatastrophen, Bombenanschlägen etc) wurde von der entsprechenden Botschaft ein SMS bzw Email mit wichtigen Informationen versandt oder auch mit der Bitte sich umgehend zu melden. Das erleichtert die rasche Kontaktaufnahme ungemein bzw kann in konkreten Fällen schneller versucht werden mit denen, die sich (noch) nicht gemeldet haben in Kontakt zu treten. Das muss nicht immer das Mobiltelefon sein, bei entsprechendem Ausfüllen der Felder kann es auch die jeweilige Beherbung sein bzw. Kontaktaufnahme via Angehörige. Es ist vielleicht nur eine kleine Hilfe in der Krisenbewältigung, aber im Einzelfall kann es und kommt es zu rascherer und konkreterer Hilfeleistung.

  8. Du kannst gerne bei einer Rundreise jeden Tag deine aktuelle Beherbergung deiner Botschaft mitteilen, wenn du das Gefühl hast, dass dich das einen Deut sicherer macht. Das stört mich nicht.

    Aber egal, ob es um eine Naturkatastrophe oder einen Bombenanschlag geht, wenn mich die Botschaft erreichen kann, kann auch ich sie erreichen. Wenn ich sie mich hingegen nicht erreichen kann, gehts auch nicht umgekehrt. Sollte also wirklich etwas passieren, dann hast du als Reisender immer noch mehr als genug Zeit, Dich zu melden.

    Es ist ja schön, dass Leute so ein grosses Vertrauen in die Botschaft haben. Ich kenne den Betrieb und kann eins sagen: In einem Ernstfall bringt die Registrierung null. Wenn du beispielsweise nach einem Erdbeben unter den Trümmern deines Hostels verschüttet bist und deine Botschaft weiss das.

    Glaubst du wirklich, dass das jemandem hilft? Die Botschaft darf nach internationalen Recht ja überhaupt keine eigenen Suchtrupps schicken. Das muss zuerst vom Aussenministerium bewilligt werden – und viele Länder schlagen Hilfe prinzipiell aus. Und glaubst du, dass die Botschaft beim Krisenstab eines Landes vorsprechen kann und sagen: hier sind vermutlich noch ein paar Schweizer oder Österreicher. Grabt doch dort zuerst und lasst euere eigenen Landleute unter den Trümmern.

    Bleibt also noch der Vorteil, dass die Angehörigen informiert werden können. Aber diesen Umweg kann man sich auch sparen, in dem man mit seinen Vertrauten einen direkten Kontakt hat. Angehörige haben auch viel bessere Möglichkeiten, den letzten Ort herauszufinden, wo du warst. Denn sie können sich bei deinen Bekannten umhören. Die Botschaft kann das nicht. Die Botschaft – und das ist eigentlich der Clou – kann nämlich überhaupt nichts ausser Papiere von A nach B zu schicken. Wenn du das nicht glaubst, frag mal Leute, die auf einer Botschaft gearbeitet haben.

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