Postzustellung während der Reise – was tun?

Bei der Rei­se­pla­nung soll­test Du auch ein paar Mi­nu­ten für die Post ein­pla­nen. Was soll mit Brie­fen, Päck­chen und Pa­ke­ten ge­sche­hen, wenn man in fer­nen Län­dern un­ter­wegs ist? Und was pas­siert, wenn wäh­rend der Ab­we­sen­heit Post vom Ge­richt oder ei­ner an­de­ren Be­hör­de kommt? Die Dau­er Dei­ner Rei­se spielt bei der Pla­nung ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Hier fin­dest Du drei Tipps für Ur­lau­ber, Back­pa­cker und Lang­zeit­rei­sen­de, da­mit es mit der Post­zu­stel­lung wäh­rend der Rei­se klappt.

Je län­ger die ge­plan­te Rei­se dau­ert des­to mehr ist in Sa­chen Post­zu­stel­lung zu be­ach­ten. Dau­ert die Ur­laubs­rei­se nur ein oder zwei Wo­chen dann ist es am Sinn­volls­ten ei­nen Nach­barn oder ei­ne Ver­trau­ens­per­son mit der Ent­lee­rung des Post­kas­tens zu beauftragen.

Nachbarschaftshilfe bei Urlaubsreisen

Das ist prak­tisch, kos­tet nur ein “Dan­ke­schön” und schützt Brie­fe und an­de­re Sen­dun­gen vor Wind und Wet­ter. Au­ßer­dem leis­test Du so ei­nen Bei­trag zur Si­cher­heit Dei­ner Woh­nung. Ein über­quel­len­der Post­kas­ten könn­te Ein­bre­cher dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass län­ge­re Zeit nie­mand zu Hau­se ist. Mit ei­nem lee­ren Post­kas­ten kannst Du ein Zei­chen set­zen und ei­ner aus­gie­bi­gen Die­bes­tour vorbeugen.

Postkasten während des Urlaubs

Der Post­kas­ten soll­te wäh­rend des Ur­laubs ge­leert werden.

Oft kön­nen die Ver­trau­ens­per­son oder der Nach­bar auch Post­pa­ke­te ent­ge­gen neh­men. Of­fi­zi­ell ist das nicht im­mer mög­lich und er­laubt – aber in ei­nem star­ken Nach­bar­schafts­ver­band durch­aus üb­lich. Vie­le Zu­stell­diens­te ver­lan­gen mitt­ler­wei­le ei­ne un­ter­schrie­be­ne Ab­stell­ge­neh­mi­gung für Pa­ke­te. Wenn Du Pa­ke­te wäh­rend des Ur­laubs er­war­test, die ei­ne an­de­re Per­son an­neh­men soll, dann set­ze Dich mit dem zu­stän­di­gen Pa­ket­dienst in Verbindung.

Bei Auf­ent­hal­ten bis zu zwei Wo­chen kön­nen auch nach der Rück­kehr noch Fris­ten zur Ab­ho­lung ei­nes Pa­kets oder ei­nes be­hörd­li­chen Schrift­stü­ckes ein­ge­hal­ten wer­den. RSa-Brie­fe (“blau­er Brief”, der nur ei­gen­hän­dig über­ge­ben wer­den darf) und RSb-Brie­fe (darf auch an­de­ren z.B. im Haus­halt oder Be­trieb über­ge­ben wer­den) zäh­len zu die­sen heik­len Post­stü­cken. Die Frist, in der ei­ne Rück­ant­wort not­wen­dig ist, be­ginnt be­reits mit der Zu­stel­lung der Ver­stän­di­gung durch die Post und nicht erst mit dem Abholdatum.

Urlaubsfach bei der Post

Wer kei­ne Ver­trau­ens­per­son oder ei­nen Nach­barn mit den Post­an­ge­le­gen­hei­ten be­trau­en kann hat die Mög­lich­keit ein Ur­laubs­fach bei der Ös­ter­rei­chi­schen Post zu mie­ten. Bis zu 30 Ta­ge wer­den die Sen­dun­gen auf­be­wahrt und am En­de der Auf­be­wah­rungs­frist auf Wunsch zu­ge­stellt. Au­ßer­dem wer­den da­mit kei­ne Fris­ten bei RSa- und RSb-Brie­fen ver­säumt, da die Ös­ter­rei­chi­sche Post die Orts­ab­we­sen­heit an die Äm­ter mit­teilt. Ein Ur­laubs­fach kann bei der zu­stän­di­gen Post­fi­lia­le oder on­line be­an­tragt werden.

Dau­ert die Rei­se län­ger als 30 Ta­ge, dann ist das Ur­laubs­fach nicht sinn­voll. Wer z.B. ei­ne Welt­rei­se plant kann sich mit der “Orts­ab­we­sen­heit” vor ver­säum­ten Fris­ten schützen.

Ortsabwesenheit: Schutz vor versäumten Fristen

Bei lan­gen Rei­sen kannst Du Dein zu­stän­di­ges Post­amt über ei­ne so­ge­nann­te “Orts­ab­we­sen­heit” in­for­mie­ren. Auf ei­nem For­mu­lar wird die Dau­er Dei­ner Rei­se ver­merkt. Be­hörd­li­che Schrift­stü­cke mit Zu­stell­nach­weis (RSa- und RSb-Brie­fe) wer­den in die­ser Zeit an den Ab­sen­der zu­rück­ge­sandt. Kommt ein Brief vom Ge­richt, dann wird er nach Dei­ner Rück­kehr von der Rei­se neu­er­lich zugestellt.

RSb Brief und Ortsabwesenheit - Österreichische Post

Bei Lang­zeit­rei­se oder Welt­rei­se soll­test Du ei­ne “Orts­ab­we­sen­heit” bei der Ös­ter­rei­chi­schen Post beantragen.

Mit der Be­kannt­ga­be der Orts­ab­we­sen­heit vor Dei­ner Lang­zeit­rei­se kannst Du so ei­ne Men­ge Är­ger spa­ren. Das Be­an­tra­gen der Orts­ab­we­sen­heit in Dei­ner Post­fi­lia­le ist in we­ni­gen Mi­nu­ten er­le­digt. Es wird die Iden­ti­tät des Auf­trag­ge­bers über­prüft, nimm al­so Dei­nen Aus­weis (zB. Rei­se­pass oder Per­so­nal­aus­weis) mit ins Post­amt. Üb­ri­gens: Die “Orts­ab­we­sen­heit” ist kostenlos.

Ortsabwesenheit: RSa und RSb Briefe während der Reise zurücksenden

Orts­ab­we­sen­heit: RSa- und RSb-Brie­fe wer­den wäh­rend der Rei­se zurückgesandt.

Brie­fe oh­ne Zu­stell­nach­weis und Pa­ke­te sind von der Rück­sen­dung nicht be­trof­fen. Sie wer­den wie ge­wohnt zu­ge­stellt. Bist Du auf Lang­zeit­rei­se oder Welt­rei­se soll­te ei­ne Ver­trau­ens­per­son ge­le­gent­lich den Post­kas­ten lee­ren. Bei mir über­nimmt das mein Nach­bar und in­for­miert mich, falls ein­mal ein wich­ti­ger Brief da­bei ist. Die meis­ten, wich­ti­gen Din­ge wer­den bei mir gott­sei­dank per E-Mail zugestellt.

Fazit

Ein über­quel­len­des Brief­fach ver­rät ei­ne lan­ge Ab­we­sen­heit und ruft mög­li­cher­wei­se Ein­bre­cher auf den Plan. Der Post­kas­ten soll­te wäh­rend des Ur­laubs re­gel­mä­ßig von ei­ner Ver­trau­ens­per­son ge­leert wer­den. Dau­ert Dei­ne Rei­se ma­xi­mal ei­nen Mo­nat, dann kannst Du ein Ur­laubs­fach bei der Post mie­ten. Dort wird Dei­ne Post ge­sam­melt und es gibt kei­ne Post­zu­stel­lung wäh­rend der Reise.

Vor ei­ner län­ge­ren Rei­se soll­test Du un­be­dingt der Post die Orts­ab­we­sen­heit be­kannt ge­ben. Wich­ti­ge, be­hörd­li­che Schrift­stü­cke wie RSa-Brie­fe und RSb-Brie­fe wer­den an den Ab­sen­der zu­rück­ge­sandt. So schützt Du Dich wäh­rend Dei­ner Lang­zeit- oder Welt­rei­se ef­fek­tiv  ge­gen ver­säum­te Fris­ten zB. bei Ge­richt oder Behörden.

Wich­ti­ger Hin­weis: Die In­for­ma­tio­nen über Orts­ab­we­sen­heit und Dienst­leis­tun­gen der Ös­ter­rei­chi­schen Post für Ur­lau­ber und Rei­sen­de be­zie­hen sich spe­zi­ell auf Ös­ter­reich. In an­de­ren Län­dern gel­ten an­de­re Regelungen!

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Die­ser Bei­trag wur­de erst­mals am 26.6.2011 im Blog ver­öf­fent­licht und zu­letzt am 9.5.2017 kom­plett überarbeitet.

Kommentare

  1. In der Schweiz kann man Post auf dem Post­amt für max. 60 Ta­ge zu­rück­hal­ten las­sen. Das hat auch den Vor­teil, dass man so of­fi­zi­ell be­le­gen kann, dass ein amtl. Dok. erst da­nach zu­ge­stellt wurde.
    Da­nach holt man sich den Sta­pel Post ab. Aber was, wenn man län­ger weg ist?

  2. Andersreisender meint:

    @Peter: Will­kom­men im Blog. 🙂 Viel­leicht gibt es bei der Schwei­zer Post auch so ein For­mu­lar für Orts­ab­we­sen­heit wie in Ös­ter­reich? Dann bräuch­test Du nur noch ei­nen net­ten Nach­barn, der Dei­ne Post aus dem Post­fach holt und die be­hörd­li­che Post geht an den Ab­sen­der zurück.

  3. Das Töch­ter­lein hat ei­nen Nach­sen­de­an­trag aus­ge­füllt. Nun lan­det all ih­re Post wäh­rend des Jah­res work & tra­vel bei uns im Briefkasten.

  4. Andersreisender meint:

    @Tonari: Ein Nach­sen­de­auf­trag ist na­tür­lich auch ide­al – aber ob das die Fris­ten bei be­hörd­li­cher Post verzögert?

  5. Ger­hard, bei uns in der Schweiz läuft nicht ales gleich wie bei euch im fer­nen Os­ten. Grad was das Amt­li­che (Be­hörd­li­che) an­geht, da gilt die Re­gel, dass “zu­ge­stellt” erst gilt, wenn vom Emp­fän­ger “zur Kennt­nis ge­nom­men wer­den konn­te”. Die vie­len Ein-/Aus­rei­se­stem­pel in fer­nen Län­dern im Pass hel­fen weit…

  6. Andersreisender meint:

    @Peter: Na, das ist ja dann noch bes­ser. 🙂 Dann brauchst Du ei­gent­lich nur noch ei­nen net­ten Nach­barn, der die Post in Emp­fang nimmt. Oder es könn­te bei lan­ger Ab­we­sen­heit viel­leicht auch ein Nach­sen­de­auf­trag an ei­nen Freund/Verwandten/Bekannten ein­ge­rich­tet werden?

  7. Bei uns in DE ma­che ich das im­mer mit ei­nem Post­la­ge­rungs­an­trag. Al­ler­dings kann man dann kei­ne Nach­richt über wich­ti­ge Be­hör­den­schrei­ben bekommen.

  8. Nicht schlecht:
    Die­ser Bei­trag wur­de erst­mals am 26.6.2011 im Blog ver­öf­fent­licht und zu­letzt am 9.5.2017 kom­plett überarbeitet.
    Denn es ist nach wie vor ein ak­tu­el­les The­ma und die­ser Auf­fri­scher hier konn­te nicht scha­den! Auch wenn es hier spe­zi­fisch zwar um Oe­s­ter­reich geht, aber auch an­de­re Län­der bie­ten ähn­li­che Postlösungen.

  9. Andersreisender meint:

    – Alex: Je län­ger es mein Blog gibt um­so wich­ti­ger wird das Über­ar­bei­ten der Bei­trä­ge. Klei­ne Än­de­run­gen ma­che ich ne­ben­bei, wenn es aber ei­ne kom­plet­te Über­ar­bei­tung ist ver­öf­fent­li­che ich sie mit neu­em Da­tum. Dann se­hen Le­ser auch gleich, dass wie­der al­les am ak­tu­ells­ten Stand ist. Stimmt, auch in an­de­ren Län­dern gibt es Lö­sun­gen für die Post­zu­stel­lung wäh­rend des Ur­laubs oder ei­ner Rei­se. Mei­ne Er­fah­run­gen mit der Post be­zie­hen sich aber auf Ös­ter­reich, von an­de­ren Län­dern kann ich nur vom “hö­ren­sa­gen” berichten. 😉

  10. Christoph meint:

    Nach­sen­de­auf­trag war vor 20 Jah­ren ei­ne si­che­re Sa­che – hat­te al­ler­dings auch ei­ni­ge Pro­ble­me da­mit – so vor 7-8 Jah­ren. Hängt von der Ver­läss­lich­keit des Post­lers ab. Am bes­ten mal per­sön­lich vor­in­for­mie­ren – hilft oft – und sonst in der “Zu­stell­ab­tei­lung” des Post­amts mal Är­ger machen…Hilft!

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