Motorrad-Tour zu Almen und Seen in Salzburg

Die Luft ist klar und ein traumhafter Tag steht bevor. Da gibt’s nur eines: Rauf aufs Motorrad und hinein ins Gebirge. Das Salzburger Land hat für Motorradfahrer einiges zu bieten. Im Tennengau sind „Bergziegen“ auf kurvigen Straßen unterwegs, tolle Seenblicke bietet der Flachgau.

Die heute vorgestellte Motorradtour hat die Stadt Salzburg als Ausgangspunkt und führt u.a. durchs Wiestal und über die Postalm an den Wolfgangsee und dann weiter ins Salzburger Seenland. Die letzten Kurven sind am Haunsberg zu bezwingen, bevor es dann wieder zurück in die Stadt Salzburg geht.

Die Motorradroute im Überblick

Salzburg Stadt – Koppl – Ebenau – Wiestal – Hallein –  Golling (Gollinger Wasserfall) – Scheffau a. Tennengebirge – Postalm (Schnitzhofalm) – Strobl – St. Gilgen  – Mondsee – Straßwalchen – Neumarkt – Köstendorf – Seekirchen  – Obertrum – Haunsberg (Kaiserbuche) – Weitwörth – Salzburg


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Mit rund 180 Kilometern ist die Runde durch Tennengau, Flachgau und das angrenzende Oberösterreich eine ideale Tagestour und bietet auch noch genügend Zeit um ein paar Stopps bei Sehenswürdigkeiten, für einen kleinen Bummel oder kulinarische Entdeckungen einzulegen. Dazu habe ich auch ein paar Vorschläge für Dich.

Alle Vorschläge für einen Zwischenstopp sind für Motorradfahrer mit ihrer Kleidung (Stiefel, Lederkombi,…) machbar.

Motorrad-Strecke durchs Wiestal

Hinaus aus der Stadt Richtung Graz und Bad Ischl zweigt kurz vor Hof die Straße Richtung Hallein und Faistenau ab. Hier beginnt die Strecke durch das Wiestal. Sie zählt zu einer der „Hausstrecken“ der Salzburger Motorradfahrer.

Bild: Wiestal Stausee

Entlang des Wiestal-Stausees führt eine beliebte Motorradstrecke.

Schon von der Brücke bietet sich ein beeindruckender Blick über den Stausee auf die gebirgige Landschaft. Das Alpenpanorama wird uns in den nächsten Stunden ständig begleiten.

Die kurvenreiche Strecke führt entlang des Wiestal-Stausees, ohne besondere Steigungen, in Richtung Hallein. Unterhalb des Kraftwerk kannst Du den Wassersportlern beim Rafting zusehen, hier fallen die Felsen steil ab.

Bild: Wiestal Strasse

Kurvenreich führt die Strecke durchs Wiestal.

In Hallein könntest Du auf dem Mathias-Bayrhamer-Platz bereits den ersten Stopp einlegen. Das “Gigi Gelati” ist weithin bekannt für sein leckeres Eis.

Motorrad-Stopp Gollinger Wasserfall

Für eine kühle Pause bietet sich auch der Gollinger Wasserfall, rund 15 Kilometer weiter, an. Vom Parkplatz führt ein schmaler Weg dort hin (€ 3,00 Eintritt für Erwachsene, € 1,50 für Kinder 6 bis 14 Jahre, weitere Sondertarife). Schon bald kannst Du das Tosen des Wassers hören die Sonne glitzert im feinen Sprühregen. Hier im Wald und in der Nähe des Wassers ist es angenehm kühl.

Bild: Gollinger Wasserfall

Erfrischend kühl ist der Motorrad-Stopp beim Gollinger Wasserfall.

76 Meter stürzt das Wasser über zwei Fallstufen in die Tiefe. Wer Lust auf eine kleine Wanderung hat kann auch an die Oberseite des Wasserfalls wandern. Mit Motorradstiefeln ist dieser Weg aber nicht mehr zu empfehlen.

Bild: Gollinger Wasserfall

Über zwei Stufen fällt das Wasser beim Gollinger Wasserfall in die Tiefe.

Durch den Gollinger Ortsteil Torren, im romanischen heißt “torren” übrigens „Wildbach“, führt die Motorradtour vorbei an der spätgotischen Wallfahrtskirche „St. Nikolaus“ nach Golling.

Längere Wartezeiten am Bahnschranken können mit dem Motorrad geschickt durch eine kleine Eisenbahnbrücke etwa 100 Meter weiter südlich (rechts) umfahren werden. Kopf einziehen!

Bild: Wallfahrtskirche St. Nikolaus

Stimmungsvoll: Die St. Nikolaus Kirche in Golling.

Dann führt die Tour weiter ins Lammertal, bei Voglau zweigt die Postalmstraße ab. Sie ist die Querverbindung zwischen Salzachtal und dem Salzkammergut. Auf dieser Strecke kommen Kurvenliebhaber voll auf ihre Kosten.

Über die Postalm ins Salzkammergut

Die durchgänig asphaltierte Straße steigt rasch an und gibt ein tolles Panorama über die Berge frei.

Bild: Postalmstraße

Kurz nach Voglau steigt die Postalmstraße steil an.

Vor lauter Fahrspaß solltest Du aber die Mautstation nicht übersehen. Die Bedienung des Kassenautomats vom Motorrad finde ich etwas umständlich, vor allem wenn man Motorradhandschuhe an hat.

Am besten Du bereitest fünf Euro für die Maut schon vorher vor. Keine Sorge, der Schranken bleibt lange genug offen, um wieder aufs Motorrad zu hüpfen und durchzufahren. Wer nach 16:30 Uhr auf die Postalm fährt zahlt nur den halben Mautpreis, also 2,50 Euro.

Bild: Postalm im Motorradspiegel

Mit dem Motorrad kannst Du hier die Almlandschaft genießen.

Es geht ständig weiter bergauf bis die Alm erreicht ist. Weite saftig-grüne Flächen dominieren das Bild, hier sind im Sommer auch die Kühe zu Hause. So manche Kuh versperrt hartnäckig die Almstraße und zeigt sich vom Biker völlig unbeeindruckt. Da heißt es dann geschickt mit dem Motorrad ausweichen oder abwarten bis das Fleckvieh die Straße wieder frei gibt.

Postalmstraße vor dem Almauftrieb

Vor dem Almauftrieb gehört die Postalmstraße den Motorradfahrern (fast) allein.

Apropos Fleck: Die Exkremente der Vierbeiner können auf der Straße für manches ungewollte Ausweichmanöver sorgen.

Motorrad-Stopp bei der Schnitzhof Alm

Je nach Wetter gehört  bis etwa Mitte Juni den Motorradfahrern die Straße fast allein. Der Nachteil: Wo keine Kühe sind muss auch keine Almsennerei betrieben werden. Außerhalb der Saison steht man dann auch bei der Schnitzhofalm vor verschlossenen Türen.

Bild: Motorrad vor der Schnitzhofalm auf der Postalm

Mit dem Motorrad kannst Du bis vor die Almhütte fahren. Eine Besonderheit auf der Postalm.

Eine Einkehr bei der Almsennerei auf der Postalm solltest Du Dir nicht entgehen lassen. Eine deftige Brettljause in rund 2.000 Metern Seehöhe mit Käse und Brot direkt von der Alm schmeckt traumhaft. Auf der Alm ist es außerdem wesentlich kühler als im Tal.

Kathi, die Sennerin, serviert mir die Brettljause. Sie verbringt den Sommer auf der Schnitzhofalm und kümmert sich um das Vieh und die Gäste. Auf der Schnitzhofalm kannst Du auch übernachten und nach einem Almfrühstück am nächsten Tag die Motorradtour fortsetzen.

Bild: Jause Schnitzhofalm

Die Schnitzhofalm ist ein idealer Ort für eine Motorradpause.

Ich bleibe aber nicht über Nacht auf der Alm, gut gestärkt steige ich wieder aufs Motorrad. Die kurvenreiche Strecke führt weiter Richtung Salzkammergut.

Trotz vieler Waldpassagen öffnen sich immer wieder tolle Blickfenster in die Bergwelt. Das letzte Teilstück verläuft im engen Weißenbachtal, dann ist schon der Wolfgangsee in Sicht.

Bild: Wolfgangsee mit Ufer in St. Gilgen

Lust zum Reinspringen? Der Wolfgangsee und viele andere Salzburger Seen haben Trinkwasserqualität.

Auf einen Sprung zum Wolfgangsee

In St. Gilgen lohnt ein Stopp an der Uferpromenade. Der Wolfgangsee ist ein beliebtes Gebiet für Segler und Wassersportler.

Eletroboote oder Wasserski werden direkt in St. Gilgen vermietet. An der Promenade legt auch das Schiff nach St. Wolfgang ab.

Bild: Mozartbrunnen St. Gilgen

Am Brunnen vor dem Rathaus St. Gilgen spielt Mozart auf der Geige.

Wer keine Lust für einen Stopp am See hat kann den Sprung in die Fluten auch später nachholen. Die Tour führt entlang von Mondsee und Irrsee zum Wallersee im Flachgau. Der Wallersee ist einer der wärmsten Badeseen Österreichs.

Bild: Schloss Seeburg in Seekirchen

Von der Seeburg ist der Wallersee in Sichtweite.

In Seekirchen am Wallersee lohnt der Stopp zum Nachmittagskaffee. Ich persönlich kann am Café Moser einfach nicht vorbeifahren. Hier gibt es die besten Cremeschnitten weit und breit.

Cremeschnitten und mehr im Café Moser

Ja, ich bin öfters dort. Nicht nur im Café Moser sondern generell in Seekirchen. Und nicht nur mit dem Motorrad. Das liegt daran, dass ich ein gutes Verhältnis zur Stadt am Wallersee habe und dort viele Menschen kenne.

Bild: Cremeschnitte Moser

Mein Favorit im Café Moser: Cremeschnitte.

Aber zurück zu den Leckereien im Café Moser.

An der Kuchenvitrine habe ich jedes Mal die Qual der Wahl zwischen fruchtig-frisch und cremig. Den Gästen wird eine große Auswahl an verschiedenen Kuchen und Torten aus der eigenen Konditorei geboten.

Bild: Cafe Moser Seekirchen

Gäste werden im Café von Martina Moser besonders umsorgt ;-)

Wer die Motorradtour in umgekehrter Richtung am Morgen beginnt kann hier auch auf der Terrasse ausgedehnt frühstücken.

Blick übers Salzburger Seenland

Von Seekirchen sind es nur noch 35 Kilometer bis in die Stadt Salzburg, inklusive einem kleinen Umweg über Obertrum und ein paar schöne „Abschluss-Kurven“ über den Haunsberg.

Bild: Baum Schöngumprechting

Über Schöngumprechting führt die Motorradtour durch Salzburg weiter zur Kaiserbuche.

Die „Kaiserbuche“ ist wegen ihres tollen Rundum-Blicks, von den Bergen bis ins oberösterreichische Innviertel, ein beliebter Stopp bei Motorradfahrern. Kaiser Josef II. stand hier 1779 bei einem inoffiziellen Besuch um von der Anhöhe aus das neuerworbene Land zu besichtigen. Zum Andenken wurde ein Baum gepflanzt.

2004 fiel die alte Rotbuche einem Sturm zum Opfer, an der gleichen Stelle wächst nun ein junger Baum.

Abwechslungsreiche Motorradtour

In Salzburg hast Du viele Möglichkeiten für ausgedehnte Motorrad-Tagestouren. Teilstrecken lassen sich auch gut in längere Motorradreisen einbauen. Bei den Bayerischen Nachbarn kann ich Dir diese tolle Motorradtour durchs Berchtesgadener Land und rund um den Chiemsee empfehlen.

Berge, Kurven, Almen, Hügelland und Seen – das alles bietet die vorgestellte Motorradtour zu Almen und Seen. Entspannte und besondere, kulinarische Stopps inklusive.


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Dieser Beitrag wurde erstmals am 6.8.2013 veröffentlicht und zuletzt am 26.6.2018 aktualisiert.

Kommentare

  1. Mal wieder und wie immer klasse Fotos. Egal ob der Wald, dann der Wasserfall oder die sonstigen Bilder. Da kann man kaum eins hervorheben, weil fast alle genial sind. Eine wunderschöne Landschaft, bestimmt ein Genuss mit dem Motorrad da durchzufahren – hätte man denn nur einen Motorradführerschein! :D
    Allzeit gute und sichere Fahrt!

  2. Hallo Gerry!

    Bin über die V-Stromerseite auf Deinen Blog gestoßen.
    Ganz tollen Blog hast da, gratuliere.

    Der Bericht kommt gerade zur richtigen Zeit, werde nämlich die nächsten Tage über die Postalm durchs Salzkammergut fahren. Und die Bilder lassen bei einem ja die Vorfreude noch steigen :-)

    LG aus Tirol
    Stefan

  3. Klasse Bericht! Schöne Bilder. Evtl. können wir mal die eine oder andere Runde welche du hier vorstellst nachfahren.

  4. Tolle Bilder, die Cremeschnitte würde mich schon sehr interessieren :-)

  5. Michaela meint:

    Urlaub ist vorbei und die Blogwelt hat mich wieder!
    Wobei Urlaube immer viel zu kurz sind *seufz*
    Nur mit einer kleinen Änderung, mein Blog ist umgezogen.
    Die andere Seite wird heute noch geschlossen.

    Ganz lieben Gruß, Michaela

  6. Was für schöne Fotos! Ich habe zwar gar kein Motorrad, nun aber das Gefühl, trotzdem da gewesen zu sein… Liebe Grüße aus Berlin!

  7. Wow, sehr schön. Motorrad fahren hat schon was und vorallem, wenn es noch zu Seen geht und es was zu Essen gibt ;-) Viele Grüsse aus Zürich!

  8. Ja da wär ich sofort dabei. :D
    Sowohl bei der Cremeschnitte, der Brettljause als auch dem Motorradl fahren. ^__^
    Liebe Grüße
    Christina

  9. Andersreisender meint:

    – Alex: Ich danke Dir! Bist Du schon mal am Motorrad mitgefahren? So schwierig ist es nicht zu erlernen und ich denke, dass es mit dem Führerscheinmachen auch keine Hexerei sein sollte. ;-)

    – Stefan: Ich freue mich, dass Du den Weg in meinen Blog gefunden hast und wünsche Dir eine traumhafte Tour über die Postalm. Die Einkehr bei der Sennerin nicht vergessen. ;-)

    – Tobias: Können wir gerne machen! Einfach melden, wenn Du in der Gegend bist und und Lust zu einer Motorradtour auf die Alm oder zum See hast.

    – Walter: Die Cremeschnitten in Seekirchen sind erstklassig. :-)

    – Michaela: Sowas… Umzug und siedeleien im Internet… ich kann Dir kaum noch folgen. ;-) Danke fürs Hinterlassen Deiner neuen Adresse, muss ich dann gleich mal reinschauen!

    – Maike: Ich freue mich, dass ich Dich virtuell ins Salzburger Land entführen konnte!

    – Malapascua: Motorradfahren und kulinarische Eindrücke gehören für mich auch irgendwie zusammen. :-)

    – Christina: Vielleicht kann ich Euch mit dieser Dreierkombination einmal aus dem Ländle nach Salzburg locken? ;-)

  10. Andersreisender, nein – noch nicht. Aber momentan würde es auch eher an der Zeit liegen. Vielleicht irgendwann mal, wenn man in Rente ist, dann mit der Harley über die skandinavischen Straßen oder so… :)

  11. Andersreisender meint:

    – Alex: Oh, bis zur Rente dauert’s aber bestimmt noch lange. ;-)

  12. Das sieht alles traumhaft aus! Ich glaube, ich muss mal meinen Freund dazu bringen, dass wir uns mit unseren Vespas auf den Weg machen. Etwas für den nächsten Sommer…

    Liebe Grüße
    Anja

  13. Andersreisender meint:

    Anja: Und wenn Ihr nächsten Sommer auf der Vespa durchs Salzburgerland und über die Postalm braust, dann bitte nicht vergessen, auch einen Stopp bei mir in der Stadt Salzburg einzulegen. ;-)

  14. Hallo Andersreisender, wir sind zwar auch schon viel in Europa, speziell im Westen herumgekommen, aber deine Erfahrungen werden wir nicht mehr schaffen. Wir sind um 2 Generationen zu früh auf die Welt gekommen. Bis Ende September im Bräustübl.

  15. Andersreisender meint:

    Hallo, Margarete! Ich bin mir sicher, dass Ihr auch viel Spannendes von Euren Reisen erzählen könnt. Ich freue mich, wenn Ihr im Bräustübl mit dabei seid. :-)

  16. Danke für die tollen infos. Freu mich schon aufs Motorradfahren.

  17. Andersreisender meint:

    Hanspeter: Vielleicht mache ich mal einen Stopp bei Euch im Lungau. Bin vor ein paar Wochen Richtung Kärnten gefahren – da war’s leider sehr “feucht”. :-(

  18. Hallo und vielen Dank für diesen Tollen Beitrag, es ist eine Wunderschöne Ecke kann ich jeden nur wärmstens empfehlen.

    LG
    Laus

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