Beeindruckend: Zum Naadam Fest nach Ulan Bator reisen

Das Naa­dam Fest ist das Na­tio­nal­fest in der Mon­go­lei. Am 11. und 12. Ju­li ver­folgt die Be­völ­ke­rung ge­bannt die Ze­re­mo­ni­en und Wett­kämp­fe mit. Ent­we­der reist sie di­rekt zum Naa­dam Fest nach Ulan Ba­tor oder sitzt ge­bannt vor den Fernsehgeräten.

In der mon­go­li­schen Haupt­stadt er­le­ben Rei­sen­de das Na­tio­nal­fest der Mon­go­len haut­nah mit. Au­ßer­dem bringt die Fei­er­ta­ge für Tou­ris­ten ei­ni­ge Be­son­der­hei­ten bei der Reiseplanung.

Rin­gen, Bo­gen­schie­ßen und Pfer­de­ren­nen sind “die drei männ­li­chen Spie­le” (Er­i­in Gur­wan Naa­dam), die wäh­rend des Naa­dam Fests aus­ge­tra­gen wer­den. Die Wett­kämp­fe fin­den haupt­säch­lich am 11. und 12. Ju­li statt, die of­fi­zi­el­len Fei­er­ta­ge dau­ern vom 10. bis 13. Juli.

Tag 1: Zum Naadam Fest nach Ulan Bator

Schon am Tag vor der fei­er­li­chen Naa­dam Er­öff­nung im Na­tio­nal­sta­di­on rei­sen vie­le Mon­go­len vom Land nach Ulan Ba­tor. Die Stra­ßen sind an nor­ma­len Ar­beits­ta­gen schon ziem­lich ver­stopft, jetzt gibt es aber kein Wei­ter­kom­men mehr. Am Haupt­stadt-Be­suchs­pro­gramm ste­hen ein Bum­mel durch die Stadt und shop­ping ganz oben. Auch der Be­such am Süch­baa­tar Platz (engl. Sukhbaa­tar Square/mong. Сүхбаатарын талбай) bei der Sta­tue von Dschin­gis Khan ist Pflicht.

Naadam in Ulan Bator am Süchbaatar Platz vor dem Dschingis Khan Denkmal

Ein Teil des Naa­dam Fests in Ulan Ba­tor wird vor dem Dschin­gis Khan Denk­mal gefeiert.

Reiter zu Naadam vor dem Dschingis Khan Denkmal

Pflicht­pro­gramm für Be­su­cher: Ein Fo­to mit Dschin­gis Khan.

Am Süch­baa­tar Platz hat sich auch das Fern­se­hen mit ei­nem Frei­luft-Stu­dio pos­tiert um das Ge­sche­hen ins gan­ze Land zu über­tra­gen. Der zen­tra­le Platz Ulan Ba­tors ist ei­ner der Haupt­schau­plät­ze des Naa­dam Fes­tes. Hier fin­den am ers­ten Tag ei­ne Mi­li­tär­pa­ra­de und ei­ne Pa­ra­de in tra­di­tio­nel­ler Klei­dung statt. Tracht und All­tags­klei­dung aus al­len Re­gio­nen der Mon­go­lei ist zu sehen.

Parade zum Naadam Fest

Wäh­rend des Naa­dam Fests…

Naadam Fest Parade in Ulan Bator

…fin­den meh­re­re Pa­ra­den statt.

Auch bei som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren tra­gen Män­ner ih­re schwe­ren Stie­fel. Schwar­ze Reit­stie­fel und kunst­voll ge­fer­tig­te Stie­fel mit ge­bo­ge­ner Spit­ze blit­zen un­ter den lan­gen, schwe­ren Män­teln hervor.

Mongolische Stiefel

Auch im Som­mer wer­den die kunst­voll ver­zier­ten Stie­fel getragen.

Der wei­ße Hut kom­plet­tiert vie­le Out­fits. Frau­en tra­gen an Som­mer­ta­gen luf­ti­ge­re Klei­dung und of­fe­ne Schu­he. Ein Kopf­schmuck oder Hut kom­plet­tiert hier das per­fek­te, mon­go­li­sche Erscheinungsbild.

Besucher des Naadam Festes in Ulan Bator am Süchbaatar Platz

Mir macht es Spaß mich…

Naadam Fest Besucher

…hier am Süch­baa­tar Platz…

Andersreisender in Ulan Bator

…un­ter die Naa­dam Be­su­cher zu mischen.

Tag 2: Die Wettkämpfe können beginnen

Auch am nächs­ten Tag er­schei­nen ei­ni­ge Be­su­cher in mon­go­li­scher Tracht zur Naa­dam Er­öff­nungs­ze­re­mo­nie im Na­tio­nal­sta­di­on. Das Sta­di­on ist am Vor­mit­tag bre­chend voll, wenn der Staats­prä­si­dent der Mon­go­lei das Naa­dam­fest of­fi­zi­ell er­öff­net. 2017 wur­de Prä­si­dent Khalt­maagi­in Bat­tul­ga (De­mo­kra­ti­sche Par­tei) erst am Vor­tag vom Volk gewählt.

Bei Pa­ra­den mar­schie­ren At­le­then und Wür­den­trä­ger über das Spiel­feld. Au­ßer­dem wer­den Sze­nen aus der Zeit Dschinghis Khans nach­ge­spielt. Wahr­schein­lich ist das Sta­di­on in Ulan Ba­tor das ein­zi­ge Sta­di­on der Welt in dem Pfer­de über die Lauf­bahn schrei­ten dür­fen.  An­spra­chen und Dar­bie­tun­gen wech­seln ein­an­der ab, die gan­ze Er­öff­nungs­ze­re­mo­nie dau­ert meh­re­re Stunden.

Nationalstadion in Ulan Bator

Im Na­tio­nal­sta­di­on in Ulan Bator…

Pfer­de sind in der Mon­go­lei om­ni­prä­sent. Beim Naa­dam Fest schei­nen die Ring­kämp­fe aber ei­ne wich­ti­ge­re Rol­le als die Pfer­de­ren­nen zu spie­len. Sie wer­den im An­schluss an die Er­öff­nungs­ze­re­mo­nie im Na­tio­nal­sta­di­on aus­ge­tra­gen und live im Fern­se­hen über­tra­gen. Von den Pfer­de­ren­nen und auch vom Bo­gen­schie­ßen be­kommt man im Fern­se­hen kaum et­was mit.

Das Bo­gen­schie­ßen fin­det am Ge­län­de rund ums Na­tio­nal­sta­di­on statt, wäh­rend die Pfer­de au­ßer­halb der Stadt durch die Step­pe ga­lop­pie­ren. An­ders als bei un­se­ren be­kann­ten Pfer­de­ren­nen mes­sen sich die At­le­then über wei­te Stre­cken von 15 bis 30 Kilometer.

Ringen zu Naadam im Nationalstadion

…fin­den die Ze­re­mo­ni­en und der Ring­wett­be­werb statt.

Nach der Er­öff­nungs­ze­re­mo­nie ist das Sta­di­on nur noch zu ei­nem Bruch­teil mit Be­su­chern ge­füllt. Am Spiel­feld sind die Rin­ger zu se­hen, hier wird nun zwei Ta­ge lang um den Sieg ge­run­gen. In Stie­fel, knap­pen Ho­sen und of­fe­ner Wes­te ste­hen sich die Rin­ger ge­gen­über. Vor dem Ring­kampf brei­ten sie ih­re Ar­me aus und voll­füh­ren sie, dem Ad­ler gleich, schwe­ben­de Be­we­gun­gen in al­le Him­mels­rich­tun­gen. Dann wid­men sie sich ih­ren Gegnern.

Besucher im Stadion Ulan-Bator beim Ringen

Aus­dau­ern­de Be­su­cher im Stadion.

Die Ring­kämp­fe lau­fen auf dem Feld gleich­zei­tig ab, die Ge­win­ner kom­men je­weils ei­ne Run­de wei­ter bis sich nur noch zwei At­le­then ge­gen­über ste­hen. Beim Wett­be­werb gibt es kei­ne Ge­wichts­klas­sen. So kön­nen sich schlan­ke und sumorin­ger-ähn­li­che At­le­then ge­gen­über stehen.

Es dau­ert zwei Ta­ge bis die Sie­ger fest­steht, das er­mü­det auch so man­chen hart­ge­sot­te­nen Fan im Sta­di­on. Vie­le ver­gnü­gen sich wäh­rend die­ser Zeit jetzt lie­ber au­ßer­halb der Are­na. Rund um das Na­tio­nal­sta­di­on in Ulan Ba­tor sind je­de Men­ge Fast Food Stän­de, Ver­kaufs­stän­de und auch ein paar Fahr­ge­schäf­te für Kin­der aufgebaut.

Chuuschuur - beliebtes Fastfood in der Mongolei

Chu­uschuur, frit­tier­te und ge­ba­cke­ne Teig­ta­schen, sind be­lieb­tes Fast­food in der Mongolei.

In den Pfan­nen brut­zelt Chu­uschuur (Хушуур). Die ge­füll­ten, fet­ti­gen Teig­ta­schen sind be­lieb­tes Fast­food in der Mon­go­lei. Man­cher lässt sich ein paar Fleisch­bro­cken und In­ne­rei­en als Snack fürs Sta­di­on vor­be­rei­ten, ne­ben­an wird Ham­mel­sup­pe den hung­ri­gen Zu­se­hern ser­viert. Dann wird noch ein Blick zu den Bo­gen­schüt­zen geworfen.

Nach Son­nen­un­ter­gang ist dann wie­der der Süch­baa­tar Platz vor dem Dschin­gis Khan Denk­mal das Zen­trum des Ge­sche­hens. Tau­sen­de ver­fol­gen die Büh­nen­show und das Feuerwerk.

Bühne am Süchbaatar Platz in Ulan Bator

Am Süch­baa­tar Platz gibt es wäh­rend des Naa­dam Fests stän­dig Bühnenprogramm.

Tag 3: Die Naadam Sieger stehen fest

Am Nach­mit­tag des drit­ten Ta­ges en­den die Sport­be­wer­be. Das Sta­di­on füllt sich wie­der und das Land ver­folgt vor den Fern­seh­ge­rä­ten ge­bannt die letz­ten Ring­kämp­fe. Jetzt wird es noch ein­mal span­nend – wer wird sich bis an die Spit­ze ringen?

Naadam Fest im Fernsehen

Vie­le Tei­le des Naa­dam Fests wer­den auch im mon­go­li­schen Fern­se­hen übertragen.

Bei der fei­er­li­chen Schluss­ze­re­mo­nie wer­den den At­le­then die Ur­kun­den über­ge­ben. Dann schließt der Staats­prä­si­dent die Spie­le. Die Be­su­cher ver­las­sen das Sta­di­on und die Stadt. Es wird es über­ra­schend ru­hig in der mon­go­li­schen Hauptstadt.

Das Naa­dam Fest in Ulan Ba­tor ist das größ­te der Mon­go­lei. In an­de­ren Städ­ten wird auch ge­fei­ert, die Wett­kämp­fe fin­den in we­sent­lich klei­ne­rem Rah­men statt.

Tag 4: Lazy Holiday

Und wo ist der vier­te Tag? Der letz­te Tag des Naa­dam Fes­tes ist ein sehr ru­hi­ger Tag in Ulan Ba­tor. Kei­ne Staus, we­nig los auf den Stra­ßen und Tei­le der Büh­ne am Süch­baa­tar Platz wer­den ab­ge­baut. Es ist ein Tag zum ent­span­nen be­vor wie­der der All­tag losgeht.

Kei­ne Sor­ge, der setzt nicht so­fort ein. Wäh­rend die Land­be­völ­ke­rung zu Naa­dam in die Stadt kommt ver­brin­gen die Stadt­be­woh­ner die Fei­er­ta­ge lie­ber am Land. Erst ei­ni­ge Ta­ge nach den Fei­er­ta­gen nor­ma­li­siert sich das Le­ben in Ulan Ba­tor wieder.

Naadam Fest in Ulan Bator

Das Naa­dam Fest fin­det vom 10. bis 13. Ju­li statt.

Wäh­rend der Fei­er­ta­ge läuft ei­ni­ges an­ders als sonst. Tou­ris­ten, die zum Naa­dam Fes­te nach Ulan Ba­tor rei­sen, müs­sen sich auf ein paar Be­son­der­hei­ten einstellen.

Tipps für Deine Reise während des Naadam Fests in Ulan Bator:

  • Die meis­ten Re­stau­rants und Fast­food­lo­ka­le sind wäh­rend der Fei­er­ta­ge ge­schlos­sen. Dort wo an der Leucht­re­kla­me “24 Stun­den ge­öff­net” dran steht, hängt das Schild “clo­sed” an der Tür. Am 12. Ju­li ist der Hö­he­punkt, an die­sem Tag hält so­gar die Fast­food-Ket­te Bur­ger King ih­re Fi­lia­len geschlossen.
  • Auch vie­le Su­per­märk­te und Le­bens­mit­tel­ge­schäf­te sind ge­schlos­sen oder ha­ben kür­zer als ge­wohnt ge­öff­net. Un­be­dingt recht­zei­tig und tags­über ein­kau­fen. Ein­zel­ne Ver­kaufs­bu­den und Markt­stän­de rund um die Bus­hal­te­stel­len sind ge­öff­net. Die Si­tua­ti­on nor­ma­li­siert sich lang­sam in den Ta­gen ab 14. Juli.
  • Hung­rig? Ei­ni­ges an Fast­food und Ge­trän­ken gibt es tags­über rund ums Sta­di­on. Der Be­reich ist frei zugänglich.
  • Recht­zei­tig Un­ter­kunft, Zug­ti­ckets und Flug­ti­ckets bu­chen. Vie­le Tou­ris­ten sind zum Naa­dam Fest in der Stadt.
  • Ei­ne Ein­tritts­kar­te fürs Naa­dam Fest ist für den Be­such des Na­tio­nal­sta­di­ons not­wen­dig. Das Ti­cket für die Er­öff­nungs­ze­re­mo­nie ist am schwie­rigs­ten zu be­kom­men. Fra­ge recht­zei­tig bei ei­ner Agen­tur oder bei Dei­ner Un­ter­kunft nach. Für den zwei­ten Tag wer­den Ti­ckets (ver­schie­de­ne Ein­tritts­kar­ten fürs Rin­gen und für die Schluss­ze­re­mo­nie) noch am sel­ben Tag von pri­va­ten Händ­lern “schwarz” di­rekt vor dem Sta­di­on angeboten.
  • Kein Naa­dam Ti­cket brauchst Du für den Süch­baa­tar-Platz, rund ums Sta­di­on, beim Bo­gen­schie­ßen und Pfer­de­ren­nen au­ßer­halb der Stadt.

Warst Du schon ein­mal zu Naa­dam in Ulan Ba­tor? Oder hast Du Fra­gen? Ich freue mich auf Dei­nen Kommentar!

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Kommentare

  1. Coo­les Er­eig­nis! Dan­ke, dass Du dei­ne Ein­drü­cke mit uns teilst!
    LG
    Ulrike

  2. Andersreisender meint:

    – Ul­ri­ke: Sehr gerne! 🙂

  3. Ha­be ich lei­der nie er­lebt das Naa­dam Fest. Ich war im­mer ent­we­der vor­her oder nach­her in der Mon­go­lei. Dan­ke da­her für dei­nen aus­führ­li­chen Bericht!

  4. Andersreisender meint:

    – Son­ja: Ger­ne! Viel­leicht klappt ja ein­mal der Be­such mit­ten im Som­mer. Zum Naa­dam­fest nach Ulan Ba­tor un­be­dingt schon 2-3 Ta­ge vor­her an­rei­sen um sich et­was ori­en­tie­ren zu können.

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