Wieviel Platz benötigen 60 Menschen?

“Kommt darauf an, wie eng man die 60 Menschen zusammendrängt”, wird sich nun der eine oder andere schlaue Leser denken. Hört sich aufs Erste banal an, aber es ist der richtige Lösungsansatz.

Auf den Straßen hat der fußgehende Mensch nur mehr sehr eingeschränkten Raum, um sich zu bewegen. Wer ist nicht schon einmal vor einem heranrasenden Auto gerade noch rechtzeitig zur Seite gesprungen? Das Auto dominiert das Bild unserer Städte und ist häufig Verkehrsmittel Nummer eins. Schade nur, dass durch den starken Autoverkehr die Lebensqualität in manchen Städten massiv beeinträchtigt wird.

Der Platzvergleich

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche machte der Verein Fairkehr die Probe aufs Exempel. Die Staatsbrücke in der Stadt Salzburg diente als Kulisse für einen Platzvergleich. Damit kann das Platzbedürfnis der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer visualisiert werden. Die Aktion wurde in mehreren Phasen auf Bildern festgehalten:

Phase 1: Die leere Staatsbrücke

Leere Staatsbrücke - Stadt Salzburg Bild: Andreas Hauch

Phase 2: Platzvergleich 60 Menschen auf Fahrrädern

60 Menschen auf Fahrrädern auf der Staatsbrücke. Bild: Andreas Hauch

Phase 3: Platzvergleich 60 Menschen neben einem umweltfreundlichen O-Bus

60 Menschen neben O-Bus auf der Staatsbrücke Bild: Andreas Hauch

Phase 4: Platzvergleich 60 Menschen auf Stühlen auf der Staatsbrücke, als würden sie im Auto sitzen

60 Menschen auf Stühlen auf der Staatsbrücke Bild: Andreas Hauch

Phase 5: Platzvergleich 60 Autos auf der Staatsbrücke in der Stadt Salzburg, davon 16 sogenannte “Gehzeuge”

60 Autos auf der Staatsbrücke in Salzburg Bild: Andreas Hauch

Mit diesem Platzvergleich auf der Salzburger Staatsbrücke soll verdeutlicht werden, welches Verkehrsmittel wie viel Platz auf den Verkehrsflächen einnimmt. Projektmotivation war, die Diskussion über den Stellenwert des Menschen zu Fuß im gesamten Verkehr anzuregen.

Mehr Lebensqualität durch weniger Verkehr

Gottseidank nimmt das Bewußtsein für mehr Lebensqualität durch alternative Verkehrsmittel in den Städten immer mehr zu. Bei gut ausgebauten Radwegen ist das Fahrrad eine echte Alternative zum Auto. Auch Bus, Straßenbahn und U-Bahn sind oft gegenüber dem Auto die bessere und schnellere Alternative.

Ist man in fremden Städten auf Reisen, so nutzt man meist die öffentlichen Verkehrsmittel. Aber im Alltag sieht das dann oft wieder anders aus. Wie ist das bei Dir auf Reisen bzw. im Alltag? Nutzt Du öffentliche oder umweltfreundliche “alternative” Verkehrsmittel?

Für mich war die Aktion ein einmaliges, besonderes Erlebnis. Wer genau schaut, entdeckt mich bzw. mein rotes Auto auf den Bildern ;-)

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Kommentare

  1. Ich nutze im Moment keine öffentlichen Verkehrsmittel. Das ganze ist sicher auch abhängig, ob man auf dem Land oder in der Stadt wohnt/arbeitet. Auf dem Land wird eher das Auto benutzt als die ÖV’s.

    Letztes Jahr war wegen der Wirtschaftskrise in der Schweiz ein markanter Wechsel zu öffentlichen Verkehrsmittel zu spüren.

  2. Ich komme gerade von einer Fahrt innerhalb der Stadt mit dem Bus. Der Bus war sehr voll, das war weniger angenehm. Lag aber wohl daran, dass sämtliche Mainzer Schüler nach Schulschluss unterwegs waren.

    Ansonsten ist es für mich Busfahren bzw. Straßenbahn das einzig vernünftige: Der Bus ist viel schneller (Busspuren), es ist viel günstiger (für einen Parkhausparkplatz bezahlt man schnell mal 4 Euro für ein Stündchen) und es ist entspannend (ich kann schön Leute beobachten).

  3. interessanter Vergleich.
    ich laufe sehr gerne, aber um von uns bis Berlin z.B. zu laufen ist es mir einfach zu weit.

  4. @Ivan: Das stimmt – es gibt einen ziemlich krassen Unterschied zwischen Stadt und Land im Hinblick auf die Öffi-Benützung. Ich nutze auch am Weg zur Arbeit ein Auto, weils mit dem Zug manchmal kompliziert wird. Obwohl: Die Schweiz ist doch das Eisenbahn-Vorzeigeland, oder?

    @Britt: Da stellt sich nun die Frage: Lieber eng beeinander im Auto-Stau oder in den Bus hinein gepfercht ;-) Leider ist das enge Beieinander-Stehen im Bus nicht immer besonders angenehm. Aber ich freue mich, dass Du immer hübsche Leute beim Busfahren begegnest. Mir geht es nicht immer so…

    @Ini: Nun ja…es ist ja gottseidank nicht ganz verboten, ein Verkehrsmittel zu benützen :-)

  5. @Andersreisender: Britt meinte nicht, dass sie schöne Menschen beobachtet, sondern schön Menschen beobachtet, also schön beobachtet. Leider gibt es auch im schönen Mainz am Rhein hässliche Menschen.

    Ich finde auch, dass die Schweiz ein Vorzeigeland im Bezug auf Personennah- und -fernverkehr ist. Aber das kann ich nur als Urlauber beurteilen. Als Berufspendler sieht man das wohl etwas anders.

  6. Schaffner meint:

    Sehr schöner Vergleich, aber mir fehlen hier 60 Menschen auf Fahrrädern in der U-Bahn auf der Brücke ;-)
    Die O-Busse in Salzburg waren für mich immer ein echtes Highlight.
    Diesem Aktivismus im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche bzw. des autofreien Tages sollte man sich in Berlin derzeit leider eher enthalten – zumindest in Bezug auf die S-Bahn.

  7. Mit unserem Stadtauto erreiche ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 25 km/h. Da wäre ich in der Tat mit dem Fahrrad schneller.

  8. @Dirk: Oh…das kommt davon, wenn man gut gelaunt ist und etwas zu schnell über einen Text liest. Ich wäre sonst auch gleich mal nach Mainz gekommen, um hübsche Menschen zu beobachten :-)

    @Schaffner: Willkommen im Andersreisen-Blog! Tja…das mit der U-Bahn dauert in Salzburg noch. Wir scherzen immer, dass wir die kürzeste U-Bahn der Welt haben – nämlich mit nur einer Station unter dem Hauptbahnhof. Die Verlängerung bis zur Staatsbrücke und weiter Richtung Süden ist seit Jahrzehnten eine Diskussion und wird immer wieder mal aus der Schublade geholt. Also wenn, dann werden’s maximal Bilder mit Fahrrädern in der U-Bahn UNTER der Staatsbrücke. Da kannst Du stellvertretend dafür das erste Bild hernehmen. Würde von oben geknipst in etwa so aussehen :-)

    @Watzmann: In manchen Städten erreicht man nicht einmal 25 km/h mit dem Auto. Nachteil des Fahrrads ist die Wetter-Abhängigkeit, vor allem wenn jetzt wieder die Zeit mit Schnee und Eis kommt.

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