Über den Umgang mit Blogpausen

Jeder Langzeit-Blogger war bestimmt schon mindestens einmal davon betroffen: Von einer Blogpause. Sie schleicht sich langsam ins Bloggerleben ein. Äußere Einflüsse oder auch ein kreatives Tief lassen den Artikelstrom im Blog plötzlich abbrechen. Oft ist das der Anfang vom Ende eines Blogs. Doch wie geht man persönlich mit dem Blog-GAU um? Und gibt es einen Neuanfang?

Regelmäßige Beiträge sind eines der Charakteristika eines klassischen Weblogs. Die Leser wollen regelmäßig mit neuem “Stoff” versorgt werden. Seien es nun Geschichten aus dem Alltagsleben oder Spezialthemen eines Nischenblogs – neue Inhalte sollten sprudeln.

Was aber, wenn wegen einer kreativen Pause oder schlicht aus “persönlichen Gründen” der Informationsstrom ins Stocken gerät? Wer in einem Blog für viele Leser schreibt hat in einer solchen Situation zu Beginn ein schlechtes Gewissen. Wenn es irgendwie möglich ist wird trotz der fehlenden Zeit oder Motivation in abgespeckter Form weiter gebloggt.

Viele interessante Blogs verschwunden

Doch irgendwann gerät der Schreibfluss trotzdem ganz ins Stocken. Beiträge mit Entschuldigungen über die Blogpause werden verfasst und die Hoffnung auf Besserung geäußert.

Ich blogge nun seit mehr als zweieinhalb Jahren. In dieser Zeit sind viele von mir gern gelesene Blogs verschwunden.  Entweder haben sie sich mit den erwähnten Beiträgen in den Schlaf geschrieben oder es wurden ohne Vorwarnung keine neuen Beiträge mehr verfasst.

Je länger die Blogpause dauert umso schwächer wird das schlechte Gewissen und umso schwieriger wird es den Blog wieder zum Leben zu erwecken. Die gut antrainierte Regelmäßigkeit beim Schreiben fehlt. Andere Gedanken haben oft die Blogthemen verdrängt und neue Tätigkeiten die fürs Bloggen bisher verwendete Zeit gefüllt.

Facebook kills

Denn Bloggen nimmt viel Zeit in Anspruch. Für gehaltvollere Beiträge und die Bildbearbeitung gehen schnell mehrere Stunden Bearbeitungszeit drauf. Einige Blogs wurden still und leise durch schnellere Medien wie Facebook oder Twitter ersetzt.

Gehaltvolle Beiträge sind in diesem Medium aber nicht möglich. Wertvolle Tipps und Informationen eines Themenblogs können hier auch nicht mehr veröffentlicht, geschweige denn für ein interessiertes Publikum langfristig archiviert, werden.

Auch ich habe mich bereits dabei ertappt, dass ein paar Zeilen bei Facebook schnell getippt sind, ich aber längere Beiträge im Blog vernachlässige. Viele Bilder bleiben in der Kamera und im neuen iPhone und werden nie veröffentlicht. Auch wenn ich gerade nicht auf Reisen bin und aus fernen Ländern berichten kann – beim einen oder anderen Kurzausflug fände sich immer ein Thema über das man berichten könnte.

Bild: Mattsee

Zurück in die Blogosphäre

Auch wenn die viele Arbeit – die eigentlich Grund für meine längere Blogpause ist – anhält möchte in die Blogosphäre zurück finden. Täglich einen Artikel zu veröffentlichen ist im Augenblick nicht möglich. Wie stoppt man aber nun die Abwärtsspirale einer Blogpause? Ganz einfach: Man beginnt wieder neue Artikel zu veröffentlichen.

Als ersten Schritt möchte ich zumindest wieder einen Artikel pro Woche veröffentlichen. Und wenn ich in die Thematik wieder zurück finde wird die Beitragsfrequenz bestimmt von selbst wieder höher.

Parallel dazu möchte ich in anderen Blogs wieder regelmäßiger einen Kommentar hinterlassen.

Wieder klein anfangen

Ich weiß, dass es vielen so geht wie mir – dass das beinahe tägliche Bloggen mit der Zeit zur Belastung wird und vielleicht zu viel Freizeit in Anspruch nimmt. Aber ich finde es schade, dass so viele interessante Blogs tot sind. Und ich möchte nicht, dass dieses Schicksal auch meinen Blog ereilt. Dafür blogge ich zu gerne. :-)

Also ab sofort gibt es wieder zumindest einmal wöchentlich im Andersreisen-Blog etwas zu lesen.

Hast auch Du schon mal mit einer Blogpause gekämpft? Wie bist Du damit umgegangen?


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Kommentare

  1. Lieber Gerhard

    Wir haben am Rande der Diashow in Salzburg kurz miteinander gesprochen. Ich bin diejenige, die bald für lange nach Indien fährt.
    Jetzt habe ich ja ein neues Projekt und eine neue Website, und hoffe dass sich so schnell keine Blogmüdigkeit breit macht. Ich kenne dies aber von vorherigen Seiten, und denke dass dies einfach manchmal der Lauf der Dinge ist. Wobei es sehr begrüße, wenn hier wieder mehr los ist.
    Manchmal hilft es auch die eigenen Ansprüche runterzuschrauben und nur einzelne Bilder oder kurze Absätze zu posten um wieder in Schwung zu kommen. Ein schönes Reiseziel ist natürlich auch hilfreich.

    Alles Gute beim Neuanfang, von Silvia

  2. Andersreisender meint:

    @Silvia: Ich freue mich hier im Blog von Dir zu lesen. Bei den Dia-Vorträgen geht’s immer recht rund und es bleibt nur wenig Zeit für Diskussionen.

    Ich wünsche Dir viel Spaß in Indien und freue mich über spannende Reiseberichte von Dir!

  3. Kopf hoch, lieber Andersreisender, geht uns allen (mir jedenfalls) so wie du es schön ehrlich beschrieben hast. Und solange wir unseren Lebensunterhalt nicht mit Bloggen verdienen, wird sich daran auch nichts ändern, fürchte ich. Dennoch lohnt es sich, dabei zu bleiben. Ich lese und finde in Blogs mehr Interessantes über Reisen als sonstwo.
    Also: Einmal tief durchatmen, Neustart und dann sehen wir weiter. Viel Spaß + Erfolg!

  4. Da bringst Du einen wichtigen Ansatz auf den Punkt. Es gibt nunmal unmotivierte Zeiten. Oder der Alltag gibt es zeitlich einfach nicht her. Zumal viele Blogger, so wie Du oder andere, auch einen hohen Anspruch an die eigenen Artikel mitbringen. Das kostet, wie Du schon erwähnt hast, einfach Zeit. Und da so ein Blog auch etwas persönliches ist, ist es nach solch einer Pause eben wie ein guter Freund, der nach langer Zeit mal wieder was von sich hören lässt. ;-)

    Beste Grüße
    Sven

  5. Hehe… ich hatte gerade eine “Pause” von einer Woche (ist das schon eine Pause?! ;-D), die ich gerade heute mit einem Beitrag beendet habe.
    Ich denke, dass ist ganz normal. So wie das Leben – es läuft mal gut und dann wieder nicht. Mal hat man seine Freude daran, mal hat man keine Lust mehr. Solange ein Blog nicht völlig ausstirbt, verzeihe ich fast alles und freue mich umso mehr, wenn sich Totgeglaubte wieder rühren.
    Manchmal braucht man seine Pause und hat danach hoffentlich noch mehr Freude daran.

    Schöne Grüße
    Christina

  6. Monika Fuchs meint:

    Hallo Gerhard,

    wir sind über die Reiseblogger Community bei Facebook miteinander in Kontakt. Ein interessanter Punkt, den Du hier ansprichst. Das Problem kenne ich auch nur zu gut, und ich bin schon lange auf der Suche nach einer Lösung.

    Ich habe mir schon einmal überlegt, Gastblogger in meine Blogs aufzunehmen, deren Beiträge von mir redigiert werden. Als Gegenleistung kann ich mir zum Beispiel eine Signaturbox vorstellen, auf der diese einen oder zwei Links zu ihren eigenen Seiten integrieren können – egal, ob zu inhaltlichen oder kommerziellen Seiten. Das sorgt einmal dafür, dass die Linkvielfalt im eigenen Blog größer wird (gut fürs Google Ranking) und man in Zeiten der eigenen Abwesenheit im Blog trotzdem neue Inhalte erhält. Voraussetzung ist allerdings, dass die Beiträge thematisch zum Blog passen und keine Werbungpostings sind, sonst vergrault man die eigene Leserschaft. Das Problem sehe ich bisher nur dabei, passende Gastblogger zu finden.

    Was meinst Du dazu?

    Viele Grüße,
    Monika

  7. Du sprichst vielen Bloggern aus der Seele. Mir geht es nicht anders, denn der regelmäßige Content bleibt momentan aus. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich nächster Zeit keine Reise geplant ist. Ich freue mich aber, dass du weiter schreibst.

    Gruß, Daniel.

  8. Ich freue mich vor allem, wieder von Dir zu lesen. Mein Feedreader erweist sich als zuverlässig.
    Auch ich habe in den letzten Jahren einige Blogs verloren. Aus Gründen, die Du genannt hast, aber auch, weil mittlerweile drei Blogger im wahren Leben verstarben.
    Blogpausen sind menschlich. Ich musste zu Jahresanfang eine einlegen, weil ich reisebedingt nicht immer ans I-net kam. Mist, dass sich in dieser Zeit eine braune Socke bei mir breit machte.
    Beim nächsten Päuschen werde ich also einen Blogwächter einsetzen.

  9. Willkommen zurück ;-)

    Ich habe einen Trick. Dadurch das ich viele Feeds lese, sammle ich Themen die ich auf meinem Blog ansprechen will. Nach 2 Wochen, habe ich einen Backlog und kann locker 1 Wochen täglich bloggen, während ich nebenbei neuen Stoff suche für die nächste Woche.

  10. Andersreisender meint:

    @Bernd: Dankeschön! Klar starten wir wieder durch – und ich bin froh, dass es auch anderen so geht. ;-)

    @Sven: Die persönliche Komponente ist beim Bloggen natürlich auch sehr wichtig. Vor allem was den Kontakt mit regelmäßigen Lesern betrifft. Gegenseitige Besuche sind ja auch immer was schönes!

    @Monika: Gastblogger habe ich eigentlich sehr selten in meinem Blog. Außerdem erfordert es – auch wenn ich den Artikel nicht selbst schreibe – trotzdem einiges an Organisation, damit das alles geregelt abläuft.

    @Christina: Früher war für mich eine Woche ohne Artikel eine defintive Pause. Nun versuche ich zumindest einmal pro Woche zu bloggen. Crazy, oder? Der Begriff Zeit und die damit verbundene Empfindung sind sehr dehnbar.

    @Daniel: Das stimmt – die Reisen liefern einiges an “Stoff” schon ansich. Ich hoffe, dass Du bald wieder on Tour gehst, damit ich dann bei Dir wieder etwas lesen kann. :-)

    @Tonari: Die Feedreader erweisen sich wirklich als sehr brauchbare Tools. Ohne sie hätte ich auch schon lange den Überblick über meine verfolgten Blogs verloren. Hmm…Blogger als Menschen zu verlieren ist eine tragische Sache. Und dass man einen ruhenden Blog nicht aus den Augenlassen darf stimmt auch. Vielleicht solltest Du – wenn eine längere Pause ohne Internet absehbar ist – die Kommentar-Funktion abstellen bzw. Kommentare nur mit Administration ermöglichen?

    @Jürgen: Die fehlenden Themen sind bestimmt das größte Hindernis, das man zum “Wieder-Einstieg” hat. Dabei gibt es tausende Themen und vieles ist sogar vorrecherchiert und es war nur noch keine Zeit um es online zu stellen. Mir geht es oft so, dass ich auch viele Themen verfügbar hätte aber dann leider keine Zeit zum Bloggen finde. Irgendwann ist dann alles veraltet und landet im Mülleimer. :-( Das Sammeln in den Feeds ist eine gute Ideee – da ist man dann auch aktuell dabei.

  11. Dangerblood meint:

    Hallo, ich kenne das auch nur zu gut. Bei mir hat es fast zwei Jahre gedauert (Lebenskrise), und ich wollt einfach nicht mehr. Nun versuche ich wieder zu landen im Land der Blogger. Schaun wir mal, obs klappt. Wünsche uns gutes Gelingen ;)

  12. Andersreisender meint:

    @Dangerblood: Ich freue mich, dass wir uns in der Blogger-Welt wieder sehen! Anscheinend ist der Herbst eine gute Zeit um mit dem Schreiben wieder zu beginnen. Einige “alte Bekannte” sind wieder aus der Blogpause erwacht. Schön :-)

  13. Dangerblood meint:

    Danke dir :) Schön das meine Person noch in Erinnerung ist. Ich denke, wenn man mal gebloggt hat, trifft folgendes ganz gut zu:

    Niemals geht man so ganz …

  14. Bernd Schray meint:

    Hallo, stimmt. Schreibpausen kamen (kommen) auch bei mir vor. Aber man sollte sich einfach nicht selbst unter Druck setzen, sondern dann schreiben, wenn man Lust hat und schreiben möchte. Inklusive Pausen

  15. Andersreisender meint:

    @Dangerblood: So sehe ich das auch :-)

    @Bernd: Willkommen im Blog – wo meine Schreibpause hoffentlich nun für längere Zeit beendet ist. ;-)

  16. Letztlich kann ich Dir und meinen Vorrednern nur zustimmen. Blogmüdigkeit kommt vor und ist völlig normal. Schade trotzdem, dass dadurch oft interessante Blogs ganz verschwinden.
    Ich setze mich bei so was nicht unter Druck. Manchmal gibt es eben nur einen Beitrag in zwei Wochen und manchmal jeden zweiten Tag einen. So ist das eben und ich bin schließlich keine Tageszeitung.
    Gruß
    Fulano
    P.S. Schön, dass Deine Blogpause vorbei ist.

  17. Na dann, welcome back :)

    ich denke auch, dass es normal ist kleine Pausen zu haben. Der Einstieg ist sicherlich nicht leicht, aber ich sehe schon dein Blog ist wieder zum Leben erweckt.

    Ich habe persönlich nicht das Problem neue Themen zu finden, da ich eigentlich über alles schreibe, was mich interessiert oder wofür ich länger als 5 min googlen muss, um mit aussagekräftigen Keys eine befriedigende Antworte zu finden.

  18. Andersreisender meint:

    @Fulano: Du hast Recht – das unterscheidet uns von Tageszeitungen. :-) Und mit einem ordentlichen Feedreader gehen die Blogs ja auch nicht verloren. Abgesehen davon: Auch Leser haben bestimmt mal längere Lese-Pausen. ;-)

    @Xav: Nun, mir würde auch allerhand einfallen, worüber ich schreiben könnte – aber ich versuche dann doch nicht zu weit vom Thema Reisen abzudriften. Immerhin handelt es sich hier um einen Reiseblog. Und dann braucht es halt noch Zeit damit das Thema im Gedanken auch zu Papier…äh…Computer gebracht wird.

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