Mit dem Boot am Sangker von Battambang nach Siem Reap

Eine Bootsfahrt ist eine tolle aber auch anstrengende Reisemöglichkeit von Battambang nach Siem Reap. Die Fahrt in einem Holzboot – mit ebenso hölzernen Sitzbänken – auf dem Fluss Sangker dauert den ganzen Tag. Dafür eröffnen sich dem Reisenden tiefe Einblicke ins Leben der Kambodschaner entlang des Flusses.

Lebensader

Während der Sangker eher unbeachtet und wenig genutzt durch das Stadtzentrum von Battambang fließt, zeigt sich wenige Kilometer flussabwärts ein anderes Bild: Die Menschen leben hier am und auch mit dem Fluss.

Bild: Boot am Sangker in Kambodscha

Traditionell werden Häuser in dieser Region auf Pfählen erbaut. Das geschieht auch dann, wenn eigentlich kein Hochwasser zu befürchten ist.

Bild: Pfahlhaus am Sangker in Kambodscha

Die Dachantenne verrät, dass auch hier – trotz einfachster Lebensbedingungen – das Fernsehen Einzug gehalten hat.

Bild: Familie in Kambodscha

Trotzdem bleibt genügend Zeit für soziale Kontakte. Familien mit fünf bis sechs Kinder sind am Land durchaus üblich. Sie sind fast immer ein Grund zur Freude. Rund die Hälfte der Bewohner Kambodschas sind unter 18 Jahre alt, die Bevölkerung wächst jährlich um ca. 2,5 Prozent.

Bild: Kinder vor Hütte in Kambodscha

Der Fluss Sangker spielt im Leben der Menschen eine wichtige Rolle. Sei es für die Hausarbeit und zum Wäsche waschen…

Bild: Wäsche vor Hütte in Kambodscha

…oder für den Fischfang. Am Vormittag stehen die Fischer, oft nur mit Badehose bekleidet, im braunen Wasser und prüfen ihre Netze.

Bild: Fischer am Sangker in Kambodscha

Je näher der Sangker seiner Mündung in den Tonle Sap See kommt, umso breiter wird er. Auch in der Trockenzeit ist er dann ein stattlicher Fluss.

Die schnelle Fahrt auf dieser “Wasser-Autobahn” wird nur durch die schwimmenden Dörfer unterbrochen. Dort müssen Kapitäne mit ihren Booten langsam durchfahren. In manchem schwimmenden Dorf ertönt die Schiffshupe. Ein kleines Boot dockt  am Linienboot an um Passagiere vom Linienboot zum Ufer zu bringen. Auch Waren und Lebensmittel, vom Schweine- bis zum Salatkopf, werden umgeladen.

Bild: Schwimmendes Dorf am Sangker in Kambodscha

Langsam geht der Sangker im Tonle Sap auf. Er ist der größte Süßwassersee Kambodschas. Bei niedrigstem Wasserstand hat der See eine Fläche von rund 2.500 km2. Das ist ungefähr so groß wie das Bundesland Vorarlberg.

Der einsetzende Monsunregen und das Schmelzwasser aus dem Himalaya lassen den Mekong ab Mai rasch anschwellen. Der Wasserdruck am Zusammenfluss mit dem Fluss Tonle Sap in Phnom Penh reicht aus um den Fluss in umgekehrte Richtung fließen zu lassen. Statt zu entwässern speist nun der Tonle Sap Fluss den gleichnamigen See. Er dehnt sich auf die vierfache Fläche, auf rund 10.000 km2 aus, überschwemmt große Gebiete und verwandelt sich zum größten Süßwassersee Südostasiens.

Zwischen Oktober und November beginnt sich die Flussrichtung wieder umzukehren. Das Wasser weicht aus dem Tonle Sap See wieder zurück und hinterlässt fruchtbaren Schlammboden für das Anpflanzen von Reis sowie Nährstoffe für die Fischbrut. Ein neuer Jahreszyklus im Leben der Bewohner am Tonle Sap und am Sangker beginnt.

Reise-Tipps Bootsfahrt Battambang – Siem Reap:

  • Abfahrt in Battambang um 7 Uhr.
  • Ticket-Preis Battambang – Siem Reap: 17 US-$. Tickets für die Bootsfahrt sind auch in den meisten Hotels erhältlich.
  • Verpflegung und genügend Getränke mitnehmen! Nur zu Mittag wird ein kurzer Stopp in einem schwimmenden Restaurant eingelegt.
  • Toilette ist an Bord vorhanden.
  • Hier weiterlesen für Tipps und Bilder für Angkor Wat (Siem Reap)
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Kommentare

  1. tolle bilder, gerhard.
    übrigens. :dieRAUM, veronikas kunstraum in laufen (http://www.vakinore.at/), freut sich schon heute darauf, mit dir etwas zu machen. ich kuriere die veranstaltungen.
    lg rochus

  2. Andersreisender meint

    @h.rogra: Dankeschoen! Na, da bin ich schonmal gespannt, was Veronika mit mir vor hat. In 14 Tagen koennen wir ja dann persoenlich darueber sprechen. :-)

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