EU: Roaming-Preise sinken, Datenroaming weiterhin teuer

Pünkt­lich vor den Som­mer­fe­ri­en wer­den die Sprit­prei­se er­höht und er­freu­li­cher­wei­se die Ta­ri­fe fürs Han­dy-Te­le­fo­nie­ren und das mo­bi­le In­ter­net­sur­fen im EU-Aus­land ge­senkt. Ab 1. Ju­li 2012 dür­fen An­ru­fe ma­xi­mal 29 Cent (dzt. 35 Cent) und er­hal­te­ne An­ru­fe ma­xi­mal 8 Cent (dzt. 11 Cent) kos­ten. Der Ma­xi­mal­preis für ei­ne SMS sinkt auf 9 Cent (ak­tu­ell 11 Cent).

Bis 2014 sol­len die Kos­ten nach Wil­len der Eu­ro­päi­schen Uni­on schritt­wei­se wei­ter sin­ken. Dann dür­fen ak­ti­ve Te­le­fo­na­te ma­xi­mal 19 Cent pro Mi­nu­te kos­ten, ein­ge­hen­de An­ru­fe 5 Cent und SMS im Aus­land ma­xi­mal 6 Cent.

Datenroaming bleibt teuer

Wäh­rend sich die Mo­bil­te­le­fon-Ta­ri­fe in­ner­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on schon seit Jah­ren auf dem Ab­wärts­trend be­fin­den hin­ken mo­bi­le Da­ten­diens­te hin­ten nach. Die Nut­zung von In­ter­net­diens­ten mit Stan­dard­ver­trä­gen kann im Aus­land nach wie vor ex­trem teu­er werden.

Bild: Roaming

Bei den Mo­bil­te­le­fon-An­bie­tern wer­den die Kos­ten für den Da­ten­trans­fer in den Preis­lis­ten oft pro 100 Ki­lo­byte an­ge­ge­ben. Das sind so klei­ne Da­ten­men­gen, die heu­te nur noch mit ei­ner „elek­tro­ni­schen Apo­the­ker­waa­ge“ ge­mes­sen wer­den kön­nen. Schnell kann man beim Up- und Down­load von ein paar E-Mails ein mitt­le­res Ver­mö­gen loswerden.

Preisobergrenze für Datenroaming

Auch hier zieht die neue EU-Ver­ord­nung ei­ne Ober­gren­ze ein – wenn auch auf sehr ho­hem Ni­veau. Pro Me­ga­byte (1024 Ki­lo­byte) dür­fen beim Da­ten-Roa­ming ma­xi­mal 70 Cent ver­rech­net wer­den. Bis Mit­te 2014 sinkt die Höchst­gren­ze auf 20 Cent.

Nutzt man kei­ne spe­zi­el­len Da­ten­ver­trä­ge fürs Aus­land, wird das Smart­pho­ne auch zu­künf­tig bei der Fahrt über die Lan­des­gren­ze ei­nen Groß­teil sei­ner Leis­tungs­qua­li­tät ein­bü­ßen. Den we­nigs­ten sind ho­he Da­ten­roa­ming­ge­büh­ren beim Sur­fen im In­ter­net im Aus­land wert, vor al­lem, wenn man die Ta­ri­fe mit je­nen im In­land vergleicht.

In Ös­ter­reich ist zB. 1 GB Da­ten­vo­lu­men für 4 Eu­ro (An­bie­ter: Bob) er­hält­lich, bei mei­nem Mo­bil­funk-Ver­trag beim An­bie­ter „3″ (Drei) sur­fe ich oh­ne Da­ten­men­gen­be­schrän­kung um 19,90 Eu­ro pro Mo­nat – oben­drein ent­hält der Ver­trag noch 1.000 Frei­mi­nu­ten zum Te­le­fo­nie­ren und 1.000 kos­ten­lo­se SMS pro Monat.

Spezielle Auslandsverträge und erfreuliche Überraschungen

Ei­ni­ge Mo­bil­funk­an­bie­ter bie­ten Da­ten­pa­ke­te für das Aus­land an, mit de­nen In­ter­ne­tuser we­sent­lich güns­ti­ger als mit ei­nem Stan­dard­ver­trag sur­fen kön­nen. Manch­mal ver­ste­cken sich in den Ta­ri­fen aber auch er­freu­li­che Über­ra­schun­gen. Mein Mo­bil­funk­an­bie­ter bie­tet mit „3 li­ke home“ in ei­ni­gen Län­dern die glei­chen Te­le­fon- und In­ter­net­kon­di­tio­nen wie in Österreich.

Ich kann so­mit zu den Ös­ter­reich-Kon­di­tio­nen in Ita­li­en, Groß­bri­tan­ni­en, Ir­land, Schwe­den, Dä­ne­mark und Hong­kong te­le­fo­nie­ren und im In­ter­net sur­fen, so­lan­ge ich im Netz von 3 ein­ge­loggt bin.

Risiko Grenzregionen

In ei­nem ge­mein­sa­men Eu­ro­pa sind nied­ri­ge­re Mo­bil­funk- und In­ter­net-Roa­ming­ge­büh­ren zu be­grü­ßen. Da­bei geht es gar nicht nur um die Fahrt in den Ur­laub. Lebt man in Grenz­nä­he loggt sich das Mo­bil­te­le­fon oft un­er­war­tet ins aus­län­di­sche Netz ein. Erst meh­re­re Wo­chen spä­ter er­kennt man den un­ge­woll­ten Wech­sel auf der Rechnung.

Nach­dem ich im Grenz­ge­biet le­be kann ich ein Lied da­von sin­gen. Zur Si­cher­heit ist Da­ten­roa­ming bei mir am iPho­ne ge­ne­rell deaktiviert.

Nutzt Du Datenroaming?

Ein­mal nach­ge­fragt: Wie gehst Du mit dem The­ma Da­ten­roa­ming um? Die Mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig. Nutzt Du auf Aus­lands­rei­sen ei­nen spe­zi­el­len Ver­trag, nur die Ver­bin­dung über kos­ten­lo­se W-LAN Net­ze, an­de­re Al­ter­na­ti­ven oder bleibt bei Dir das Smart­pho­ne vor der Fahrt in den Ur­laub über­haupt zu Hause?

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Kommentare

  1. Puh… ich be­nut­ze nur freie (Hotel/Starbucks/…) WLANs und küm­me­re mich nicht um Roa­ming und Co. Schon al­lei­ne das “on­line sein” wäh­rend des Ur­lau­bes ver­su­che ich so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten, da möch­te ich mich nicht noch um die kom­pli­zier­ten Ta­ri­fe und Kos­ten in­for­mie­ren. Ich glaub so­was wird aber in­ter­es­sant, wenn es ei­nen Ur­laub be­trifft, der län­ger wie 3 Wo­chen geht. Dann müss­te ich mir das gan­ze wohl doch ge­nau­er ansehen. 😉

    Ach­ja und im Mo­ment hab ich die Aus­lands-Roa­ming-Funk­ti­on so­gar ex­tra sper­ren las­sen. Wenn man so grenz­nah wohnt wie ich (10km nach DE und 10km nach CH), dann kann das sehr schmerz­haft wer­den auf ein­mal aus Ver­se­hen in ein an­de­res Netz zu kom­men. ^_^

    Schö­ne Grü­ße aus dem Drei­län­der-Eck *lach*
    Christina

  2. Ich be­nut­ze im Aus­land auch nur kos­ten­frei­es Wlan oder eben nichts (ist ja auch mal ganz gut ;-)). Mein Freund kauft sich manch­mal ei­nen Day oder Week-Pass von der Te­le­com, den wir dann ge­mein­sam nut­zen. Ich fin­de es aber sehr er­freu­lich, dass die Mi­nu­ten­prei­se sinken…keine Lan­des­gren­zen mehr aber hor­ren­des Roa­ming passt ein­fach nicht zusammen…
    Lie­be Grü­ße aus Cux­ha­ven, Jana

  3. Andersreisender meint:

    @Christina: Stimmt, Ur­laub kann auch “Aus­zeit” vom In­ter­net be­deu­ten. Es tut gut, ein­mal nicht on­line zu sein.

    Im Drei­län­der-Eck bist Du ja noch ge­fähr­de­ter als ich in mei­ner “Zwei Län­der Kon­stel­la­ti­on”. Da weißt Du dann ja, von was ich spreche. 😉

    @Jana: Ich hof­fe, dass es mit den Te­le­fon- und On­line-Prei­sen wei­ter berg­ab geht – dann brau­che ich für mei­ne Rei­sen nach Deutsch­land auch kei­ne ex­tra Da­ten­kar­te mehr. Ha­be mir vor ei­ni­ger Zeit ei­nen Stick von Al­di mit Ta­ges-Flat­rate zugelegt. 🙂

  4. Manuel Hager meint:

    hab ein al­ter­na­ti­ves ser­vice aus­pro­biert bei mei­nen städ­te­trip nach pa­ris: tripbutler.com – 5euro/tag für ei­nen mo­bi­len hot­spot inkl da­ten­pa­ket. hat gut funktioniert…

  5. Andersreisender meint:

    @Manuel: Die­sen Dienst wer­de ich dem­nächst eben­falls ein­mal aus­pro­bie­ren. Für kur­ze Ur­laubs­rei­sen dürf­te er prak­tisch sein. 🙂

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