CityVille: Städte bauen und reisen

Als eine meiner letzten Amtshandlungen reiste ich noch einmal in meine Nachbarstädte und habe den Bürgermeistern und Stadtbaumeistern ihre “Herzenswünsche” erfüllt. Dort ein paar Touristen hin gesandt, da den verdorrten Feldern wieder Leben eingehaucht. Außerdem hat jeder ein Überraschungsgeschenk und alles Benötigte aus meinem Inventar erhalten.

Am Bahnhof wartet die Warenlieferung – die wird auch noch rasch in Empfang genommen und an die Geschäfte verteilt. Dann geht’s wieder ran ans Geldverdienen um Neues Kaufen zu können – allerdings nicht in meinem virtuellen Dorf sondern in der Realität.

Ein Rückblick auf “Gerrytown” und ein paar Gedanken zum Social Game CityVille.

Mit der Einladung fängt alles an

Facebook-Nutzer sind bestimmt schon öfters über den Begriff “CityVille” gestolpert. Spätestens wenn wieder mal eine Einladung auf die Pinnwand flattert stellt sich die Frage: Was tun? Ein Klick und schon beginnt das Spiel mit Freunden. Die brauchen Mitspieler um erfolgreich zu sein. Im Nachfolger des Spiele-Klassikers FarmVille muss eine Stadt errichtet werden.

Auf den Feldern werden Waren produziert die in Geschäften verkauft werden, Einwohner zahlen brav ihre Miete und der oder die BürgermeisterIn hat zu sorgen, dass die Stadt wächst und die Einwohner stets zufrieden sind.

Freunde in wichtigen Positionen

Das geht umso schneller je mehr Freunde im Spiel mit dabei sind. In Google sind mit ein paar Klicks bereitwillige Facebook-Freunde zu finden, die dann CityVill Nachbarn werden. Sie besetzen wichtige Positionen im Stadtrat, helfen beim Ausbau von Betrieben, schicken bereitwillig Touristen um die Geschäfte anzukurbeln oder senden Geschenke für den weiteren Stadt-Ausbau.

Bild: Screenshot von Gerrytown bei CityVille

Der Suchtfaktor bei Cityville ist nicht zu leugnen, denn ständig ist etwas zu tun. In Echtzeit wird mit Freunden über Facebook kommuniziert und die Waren werden ausgetauscht. Die Pflanzen auf den Feldern wachsen unterschiedlich schnell und wollen dann auch geerntet werden bevor sie verdorren.

Verschiedene Ereignisse, wie eine Taubenplage im Rathaus oder der bevorstehende Marathon, erfordern ebenfalls schnelles Handeln – und ehe man es sich versieht entwickelt sich ein virtueller “Fulltime-Job”.

Das reale Leben hat sich nach dem Spiel zu richten – es wäre doch schade sich die regelmäßigen Mieteinnahmen entgehen zu lassen. Und wenn die Energiereserven aufgeladen sind – was im 5-Minuten-Rhythmus passiert – sollten sie auch schnellstmöglich verbraucht werden. Effizienz führt zum Ziel!

Social Game zum Zeitvertreib

CityVille ist eine geniale Möglichkeit um die Zeit zu vertreiben. Wem der Fortschritt in der Stadt nicht schnell genug geht, wer nur wenige Freunde hat oder ein städtebauliches “Special” ergattern will nimmt etwas reales Geld in die Hand und wandelt es in CityVille-Cash um.

Aber es kann auch passieren, dass das Spiel einfach zu nerven beginnt. Anstatt den realen Sonnenschein zu genießen wird an der Strandpromenade das nächste Kreuzfahrtschiff begrüßt. Die Blumen am Balkon verwelken, aber das Gemüse auf den CityVille Feldern strotzt vor Gesundheit. Wenn das passiert wird es Zeit “Stopp” zu sagen und die Notbremse zu ziehen.

Aus CityVille aussteigen

Vor einer Woche habe ich CityVille in meinem Facebook-Profil installiert und sechs Tage später wieder gelöscht. Das Spiel frisst einfach zu viel meiner Zeit und bringt neben der Arbeit keine ernsthafte Entspannung. Es war lustig ein paar Tage lang virtuell in andere Städte zu reisen und mich dort um verdorrtes Gemüse und Touristen-Ladungen für Geschäfte zu kümmern.

Jetzt wird’s aber wieder Zeit nach meinem eigenen Gemüse zu sehen oder die Touristen in der Innenstadt zu beobachten. Und Geld zu verdienen bringt ohnedies im realen Leben mehr. Spätestens wenn der virtuelle Arbeitstrott in den realen Arbeitstag integriert ist läuft etwas schief.

Aber wie kommt man nun aus CityVille wieder raus? Einen “Löschen” Knopf gibt es in diesem Spiel nicht – zumindest habe ich ihn nirgends gefunden. Auch in der “Hilfe” fehlt die Frage “Wie kann ich meine CityVille Stadt löschen?”. Offenbar werden die virtuellen Stadtbaumeister nicht allzu gerne in die Realität entlassen, denn es erfordert einiges an Aufwand um Cityville zu löschen.

Anleitung zum Löschen von CityVille

  • Klicke bei Facebook im Menüpunkt “Konto” auf “Privatsphäre Einstellungen”.
  • Dort findest Du links unten den Absatz “Anwendungen und Webseiten”. Klicke auf den Link “Bearbeite deine Einstellungen”.
  • Dann werden die Anwendungen, die Du verwendest, angezeigt. Klicke auf “Einstellungen bearbeiten”.
  • CityVille erscheint in der Liste der zuletzt ausgeführten Anwendungen. Klicke daneben auf den Link “Bearbeiten”.
  • Hier kannst Du nun die Anwendung entfernen und damit Deine CityVille-Stadt löschen.

Rückfall-gefährdete seien gewarnt: Deine Stadt bleibt noch mehrere Wochen gespeichert. Wenn Du wieder zu spielen beginnst wird Deine letzte Stadt wieder geladen.

Außerdem bekommst Du weiterhin alle CityVille-Statusmeldungen Deiner Freunde, wie zB. über benötigte Waren oder Energie an die Pinnwand gepostet. Diese Nachrichten kannst Du mit einem Klick auf das “X” in der rechten oberen Ecke der Meldung ausblenden. Wähle dann den Punkt “Alle Beiträge von Cityville verbergen” und Du solltest keine Spielnachrichten mehr bekommen.

Auch die News von Zynga per E-Mail, zB. über Tagesbelohnungen, müssen extra abbestellt werden.

Mein persönliches Fazit

Grundlegend hat es Spaß gemacht einmal ein Social Game bei Facebook zu spielen. Wer seine Zeit gerne mit immer den gleichen Abläufen tot schlägt hat an CityVille sicherlich länger Spaß als ich. Als Ausgleich zur Arbeit am Computer brauche ich in den Pausen aber die Realität – echte Menschen und echte Natur rund um mich.

Gerrytown hat sich bei Level 27 aus der virtuellen Welt verabschiedet – ein Dorf mit 2.500 Einwohnern, einer positiven Bilanz (in der heutigen Zeit für Kommunen etwas Besonderes) und einem Barvermögen von 7.805 Münzen und 15 Cash. Allen Nachbarn weiterhin viel Spaß beim Spielen!

Und wie sieht’s bei Dir aus? Welche Erfahrungen hast Du mit CityVille, FarmVille und anderen Social Games gemacht?


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Kommentare

  1. Mir ging es ähnlich, habe bis level 70 Mafia War gespielt.
    Dann wurde es mir einfach zu monoton. Bestimmte Prozesse werden immer langwieriger und zu sammelnden Gegenstände waren irgend wie für mich nicht interessant. Aber am Anfang hat es schon Spass gemacht :)

  2. Ging mir so mit Mafia. Auch eine Woche lang wie doof gezockt und dann wieder runtergeworfen! ;-)

    Bin einfach aus dem Alter raus!

  3. Andersreisender meint:

    @Xav: Ja – so ist das. Es wird mit der Zeit einfach fad. Immer die gleichen Abläufe.

    @Mac: Willkommen im Club der geheilten Junkies *fg*

  4. Vielleicht sollte jemand mal einen Blog schreiben, wie man die Einladung zu CityVille blocken kann. Ich bin ständig am löschen.

  5. Andersreisender meint:

    @Reiselustig: Ich denke, wenn Du wie oben beschrieben die Nachrichten von CityVille auf Deiner Pinnwand (Wall) blockierst bekommst Du auch keine Einladungen mehr. Probiers mal aus!

  6. Als alter SimCity Abhängiger habe ich gar nicht erst mit den Social Games bei FB angefangen. Ein paar Tage lang hatte ich mal irgendein Städtebauprogramm auf dem Iphone installiert. Aber da ich auf der Arbeit gespielt habe mußte es wieder runter. Ich kann dann einfach nicht aufhören. Deswegen war deine Entscheidung absolut richtig. Bloß aufhören damit. :)
    Gruß, Max

  7. Andersreisender meint:

    @Max: Oh ja – SimCity hat auch einen ziemlichen Suchtfaktor. ;-) Aber ich kann Dich beruhigen: CityVill kann da nicht im Geringsten mithalten.

  8. Ich werde trotzdem nicht mal mit dem Gedanken spielen diese Games anzufangen. Soviel Zeit habe ich gar nicht. Die Firma und der kleine, geliebte Sohn sind viel Spannender. :)

  9. Andersreisender meint:

    @Max: Es lebe die Realität! :-)

  10. Apropos Realität: Ich hatte ganz vergessen, daß ich SimCity auf dem Ipad habe. Also gab es kurz nach meinem Kommentar einen kleinen, kurzen Rückfall. :)
    Zum Glück stürzt SimCity auf dem Ipad ab etwa 250000 Besuchern reproduzierbar ab. Sonst würde ich wohl jetzt noch pielen… :)
    Gruß, Max

  11. Andersreisender meint:

    @Max: Ohhh! Notiz für mich: Kein iPad kaufen – sehr gefährlich! ;-)

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