Buchtipp: Weißrussland anders

Eigentlich kann man die Qualität eines Reiseführers erst nach einer Reise richtig beurteilen und ihn entsprechend weiter empfehlen. Anders ist das aber beim Buch “Weißrussland anders*”. Eigentlich denkt man bei diesem Buchtitel erst an einen Reiseführer.

Tatsächlich ist es aber eine Textsammlung zu Themen, die für einen Reisenden nach Belarus interessant sind. Es ist ein Wegweiser um sich das noch junge Land auf andere Weise zu erschließen und ideal für den ersten Kontakt. Hier eine kleine Rezension.

Wenig bekanntes Weißrussland

Obwohl Belarus, das aus der ehemaligen Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik BSSR hervorging, nur etwa 600 Kilometer von Berlin entfernt liegt, gehört es zu jenen Ländern, die kaum bekannt sind.

Dem will das kürzlich veröffentlichte, rund 100 Seiten dicke Büchlein “Weißrussland anders” entgegenwirken. Die drei Autoren Oliver Kempkens, Karoline Spring und Nina Reuter beleuchten Themen, die kaum in einem Reiseführer zu finden sind, aber für Touristen mehr Verständnis für dieses Land bringen.

Bild: Cover Weißrussland Anders Buch

Ein klassischer Reiseführer will das Buch gar nicht sein. “Es soll eine Hommage an die belarussische Gesellschaft und die Menschen sein. Eine sich entwickelnde Kultur, die Beachtung verdient; von Menschen, die in der Vergangenheit unter Entbehrungen sowie Repressionen litten und dennoch nicht die Hoffnung aufgeben.” schreibt Kempkens im Prolog.

Der Leser wird behutsam in das fremde Land geführt. Schon die Anreise gestaltet sich am Landweg spannend. Wahrscheinlich die ideale Möglichkeit, um sich dem Takt Weißrusslands anzupassen.

Minsker ABC

95 % der Hauptstadt Minsk wurden im 2. Weltkrieg zerstört und als sowjetische Musterstadt wieder aufgebaut. Um sich dort zurechtzufinden und eine etwas “andere” Stadtbesichtigung zu planen hilft das Minsker ABC: Von A wie Ansprache des Präsidenten über H wie Homo Belarussikus bis Z wie ZUM GUM.

Unter Q wie Qualitätsmanagement finden sich die kulinarischen Tipps für Minsk. Restaurantempfehlungen für die großen Städte Weißrusslands sind auch in einem eigenen Kapitel zu finden. Dort werfen die Autoren einen  Blick in die Kochtöpfe der Westfalija Kuchnja und erzählen von den Lieblingsspeisen der Belarussen.

Geschichtliches Erbe von Zaren und Sowjetunion

Für Weißrussland war und ist es nach wie vor nicht leicht seine eigene Identität zu finden. Eine wechselhafte Geschichte, der Einfluss der Zaren und der Sowjetunion spielen dabei eine große Rolle. Heute wird das Land mit seinem Präsidenten Alexander Lukaschenko gern ins “Schurken-Eck” gestellt. Auch die eigene Sprache, Bellarussisch, wurde durch das jahrzehnte vorherrschende Russisch verdrängt. Es ist heute die Muttersprache der meisten Weißrussen.

“Weißrussland anders” bietet einen kompakten Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Landes. Ein Schwerpunkt liegt auf der Hauptstadt Minsk. Aber auch über für Reisende interessante Städte wie Gomel, Grodno (Hrodna) oder Witebsk wird berichtet.

Für mich ist für ein erstes “Hinein schnuppern” und zum Reiselust-Schüren das Buch “Weißrussland anders” eine Empfehlung wert. In unterhaltsamer Weise werden Fakten und Hintergrundwissen vermittelt und der Leser erhält einen guten Überblick und schnellen Überblick über das Land.

Eine Linkliste und weiterführende Adressen runden das Buch ab. Einen Weißrussland-Reiseführer im klassischen Sinne darf man sich allerdings nicht erwarten.

Das Buch kannst Du hier online bestellen*.

Literarische Angaben:

Kempkens, Oliver/Spring, Karoline/Reuter Nina
Weißrussland anders*
Aus der “NachRussland Reihe”, Erschienen 2010
ISBN: 978-3-84233-110-5

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