Atlanta: Kurzbesuch bei MARTA

Nein, ich habe keine Tante in Atlanta, auch wenn sich der Titel danach anhört. MARTA steht in Atlanta für Metropolitan Atlanta Rapid Transit Authority, sie organisiert den Metro- und Busbetrieb der Hauptstadt des US-Bundesstaats Georgia.

Einige Stunden Aufenthalt zwischen zwei Flügen machen für mich einen Kurzbesuch bei der Metro in Atlanta möglich.

Der Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport ist vom Passagieraufkommen her der größte Flughafen der Welt. Rund 95,5 Millionen Fluggäste werden hier jährlich abgefertigt. Nur ein kleiner Teil reist mit der Metro an oder ab. Aber wen wundert es. Während auf „Ground Transportation“ Bereiche mit Shuttlebussen zu den Parkplätzen, Taxi-Bereichen, Pick up Zonen und Bushaltestellen im internationalen Terminal hingewiesen wird, wurde auf den Hinweis, dass hier auch eine Metro fährt, vergessen.

Bild: Metro-Zug in Atlanta, Georgia

Die Metro in Atlanta kennt man unter dem Namen MARTA.

Am Ausgang des Terminal F ist für mich der Weg zur MARTA Station nur zu erfragen.

Entweder muss man noch einmal die Security Checks über sich ergehen lassen, um mit dem Flughafen-Shuttlezug zur Airport Station in der Nähe des Terminals mit den Inlandsflügen zu gelangen oder man nimmt den Shuttle Bus Nummer 3.

Bild: MARTA Station am Airport in Atlanta

Der Zugang zur MARTA Station Airport befindet sich im Terminal für Inlandsflüge.

Ist der Metrobahnhof am Airport einmal entdeckt, geht die Reise mit MARTA relativ unkompliziert weiter. Die Einzelfahrt kostet € 2,50, eine Tageskarte € 9,00. Für Mehrtageskarten gibt es eine Rabattstaffelung.

Um die Fahrkarte nützen zu können muss erst eine Breeze Card um 1 Euro gekauft werden. Auf die Plastik-Karte wird dann das jeweilige Guthaben aufgeladen. Für Touristen eine einmalige, relativ sinnlose, Investition. Ich habe meine Breeze-Card am Ende des Ausflugs an einen anderen Fahrgast verschenkt. Die Fahrkarten gelten auch in den MARTA Bussen.

Bild: Breeze Card Atlanta

Mit der aufgeladenen Breeze Card wird die Bahnsteigsperre geöffnet.

Die Tickets können am Automaten oder am Ticketfenster am Flughafen gekauft werden. Die Bahnsteigsperren öffnen nachdem die Karte über den Kartenleser gezogen wurde.

Bei meinem Besuch in Atlanta ist Feiertag. Die Züge fahren in einem unregelmäßigen 20-Minuten-Takt, durch Linienüberschneidungen fährt im Zentralbereich alle zehn Minuten ein Zug.

Bild: MARTA Station Five Points

Bei Five Points treffen sich unterirdisch alle Linien.

Das Liniennetz der Metro in Atlanta ist übersichtlich: Zwei Hauptlinien kreuzen sich im Zentrum in der unterirdischen Station „Five Points“. Die rote und goldene Linie führen vom Flughafen im Süden Richtung Norden, nach dem Lindbergh Center zweigt die goldene Linie nach Nordosten ab.

Die ursprüngliche Bezeichnung “gelbe Linie” führte zu Protesten. Die Endstation Doraville liegt in einem Stadtteil, in dem viele Asiaten wohnen. Die „gelbe Linie“ in ihren Stadtteil empfanden die Bewohner diskriminierend, darum wurde die Bezeichnung geändert.

Bild: Metro Zug in Atlanta

Die West-Ost-Strecke führt parallel zur Frachteisenbahnstrecke großteils unterirdisch durch Five Points.

Die blaue Linie führt von West nach Ost durch die Stadt und wird zur Hauptverkehrszeit zwischen Ashby und Edgewood/Candler Park von der grünen Linie verstärkt. Bei Ashby zweigt sie ab und führt eine Station bis Bankhead weiter.

Auf manchen Liniennetzplänen werden die Metro-Linien auch mit den Himmelsrichtungen benannt. Auf den Bahnsteigen ist zur ersten Orientierung nicht das Fahrtziel angegeben, sondern es wird mit „North-, South-, West- oder Eastbound“ einfach die Himmelsrichtung, in die der Zug fährt, angegeben.

Bild: Metro-Zug in Atlanta

In den Metro Zügen sind die Stationsansagen in Englisch und Spanisch.

Unter vielen Schildern werden wichtige Halte zur Orientierung angegeben. Neben Englisch sind in der Metro in Atlanta auch alle Informationen in Spanisch geschrieben. Auch die Stationsansagen in den Zügen sind zweisprachig in Englisch und Spanisch.

Bild: MARTA Station Peach Tree Street

Peach Tree Street ist mit 37 Metern die tiefst gelegene Metro Station in Atlanta.

Außerhalb des Stadtzentrums fahren die MARTA Züge oberirdisch, Richtung Norden und Süden über weite Strecken gebündelt mit der Bahnstrecke. Im Zentrum hat die Metro den Charakter einer U-Bahn. Der Fernbahnhof in Atlanta ist übrigens nicht an das Metronetz angeschlossen.

Bild: East Point Gedenktafe

Entlang der Bahn- und Metro-Strecken informieren einige Gedenktafeln über die Eisenbahngeschichte Atlantas.

Peachtree Center auf der Nord-Süd-Linie ist die tiefst gelegene Untergrundstation in Atlanta. Sie liegt 37 Meter unter der Peachtree Street, und besticht durch ihre besondere Gestaltung. Das harte Gneisgestein wurde hier nicht verkleidet sondern ist offen sichtbar, eine U-Bahn Station in Naturzustand.

Bild: Eiseman Building Fassade in der MARTA Station Five Points

Im U-Bahnhof Five Points wurde die Fassade des ehemaligen Eiseman Buildings integriert.

Die meisten MARTA-Bahnhöfe sind sonst eher zweckmäßig gestaltet. In der unterirdischen Five Points Station wurden Teile der Fassade des Eiseman Buildings als Gestaltungselement verwendet. Das Gebäude wurde 1975 beim Bau des U-Bahnhofs Five Points abgerissen. Seit 1979 fahren die Metro Züge durch Atlanta.

Warst Du schon einmal in Atlanta und bist hier mit der Metro gefahren? Wie waren Deine Erfahrungen?

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