2009-2010-0815?

Noch rund 45 Ta­ge – dann ist das Jahr 2009 Ver­gan­gen­heit. Wir schrei­ten in ein neu­es Jahr­zehnt – 2010 heißt uns herz­lich Will­kom­men. Zeit für ei­nen Rück­blick auf das Rei­se­jahr 2009 aber auch für ei­nen Aus­blick auf das Jahr 2010.

2009

Das Jahr 2009 be­gann für mich auf ganz be­son­de­re Wei­se. Durch auf­ge­scho­be­ne Ur­lau­be und ei­nen Ur­laubs­vor­schuss konn­te ich En­de Ja­nu­ar und im Fe­bru­ar für 5 Wo­chen dem All­tag ent­flie­hen. Noch drei Mo­na­te da­vor hät­te ich das nicht für mög­lich ge­hal­ten. Ich er­füll­te mir ei­nen lang ge­heg­ten Traum: Die Rei­se mit der Trans­si­bi­ri­schen Eisenbahn.

Die­se Rei­se trat ich al­lein an – oh­ne Mit­rei­sen­de. Es war ei­ne aus­ge­zeich­ne­te Ent­schei­dung. Am 24. Ja­nu­ar stieg ich um 17:32 in den Zug Rich­tung Wien und wei­ter nach Moskau.

"Check in" beim Schlafwagen in Wien-Westbahnhof

Die nächs­ten 26 Ta­ge führ­te mich mein Weg durch das win­ter­li­che Si­bi­ri­en  nach Ir­kutsk, zum zu­ge­fro­re­nen Bai­kal­see, in die Mon­go­lei bis nach Pe­king in Chi­na. Auf die­ser Rei­se lern­te ich vie­le net­te Men­schen und ih­re Ge­schich­ten ken­nen: Weiß­rus­sen auf der Heim­rei­se von Wien nach Minsk, ei­nen Ame­ri­ka­ner auf Ge­schäfts­rei­se in Mos­kau, ei­nen Tsche­tsche­ne als ta­ge­lan­gem Rei­se­be­glei­ter und die auf­dring­li­che Rus­sin in der Trans­si­bi­ri­schen Ei­sen­bahn, zwei Rus­sin­nen mit de­nen ich am Weg nach Ulan-Ba­tor mein Es­sen und das Ab­teil teil­te, Back­pa­cker aus Schwe­den, Frank­reich, Ka­na­da u.s.w.

Und dann nicht zu ver­ges­sen mei­ne ab­so­lut tol­len Un­ter­kunfts­ge­ber Theo­dor und Feo­dor in Ir­kutsk und mei­ne Chi­ne­si­sche Gast­fa­mi­lie in Pe­king. Über die­se Be­geg­nun­gen und Ge­schich­ten könn­te man gan­ze Bü­cher schrei­ben. Ei­nen Teil da­von kön­nen In­ter­es­sier­te in mei­nem Rei­se-Ta­ge­buch über die Trans­si­bi­ri­sche Ei­sen­bahn hier im Blog nach­le­sen. Aber auch die fas­zi­nie­ren­de Land­schaft und na­tür­lich der My­thos “Trans­si­bi­ri­sche Ei­sen­bahn” ha­ben ih­re Spu­ren bei mir hinterlassen.

Transsibirische Eisenbahn - Abendstimmung - Russland

Im Ju­ni führ­te mich ein Kurz­tripp nach Ber­lin. Ei­ne Stadt, die mich die letz­ten Jah­re im­mer wie­der an­zieht und in der ich sehr ger­ne bin. Ber­lin hat ei­ne ganz be­son­de­re Wir­kung auf mich. Au­ßer­dem in­ter­es­siert mich die Ge­schich­te die­ser Stadt sehr.

Das The­ma “Ge­teil­te Stadt” ist hoch in­ter­es­sant – auch wenn ich es nicht fas­sen kann. Ich fin­de es aber auch be­frem­dend, wie man­cher­orts mit dem The­ma Ber­li­ner Mau­er und der Ge­schich­te Ber­lins um­ge­gan­gen wird. Aber viel­leicht sieht das ein Ber­li­ner anders?

Berlin - Checkpoint Charlie

Ei­ne zwei­te, län­ge­re Bahn­rei­se führ­te mich mit ei­ner sehr gu­ten Freun­din, Bruni, im Ju­li wie­der nach Ru­mä­ni­en. Be­reits 2008 ha­ben wir Sie­ben­bür­gen be­reist, dies­mal soll­te es nach Bu­ka­rest und ans Do­nau­del­ta gehen.

Wie­der durf­ten wir uns auf ei­ne in­ter­es­san­te Be­geg­nung mit Land, Ge­schich­te und Leu­te freu­en. Vie­le Ein­drü­cke die­ser Rei­se an das öst­lichs­te En­de der EU ha­be ich in mei­nem Ru­mä­ni­en Rei­se­ta­ge­buch zusammengefasst.

Sonnenuntergang Donaudelta - Rumänien

Ne­ben den Aus­lands­rei­sen konn­te ich den ei­nen oder an­dern Kurz­tripp in Ös­ter­reich un­ter­neh­men. Da­bei stan­den zB. auch “Be­suchs­tou­ren nach Wien oder in die Kul­tur­haupt­stadt “Linz 09” oder am Programm.

Mei­ne Freun­de Chris­ti­an “Gril­li” und Clau­dia ent­führ­ten mich in die Aus­stel­lung “Hö­hen­rausch”. Ne­ben ver­schie­de­nen Kunst­aus­stel­lun­gen und ei­nem Kräu­ter­gar­ten in luf­ti­ger Hö­he wur­de auf ei­nem Park­deck ein al­tes Rie­sen­rad in­stal­liert. Be­reits von den Gas­sen aus sah die­se Kon­struk­ti­on sehr span­nend aus…

Höhenrausch - Riesenrad - Linz

…aber in der Rie­sen­rad-Gon­del sit­zend war für mich das rum­peln­de und wa­ckeln­de Rie­sen­rad “der letz­te Schrei”.

Höhenrausch-Riesenrad in Linz - "Der letzte Schrei"

Nun…ich hab’s dann doch ir­gend­wie über­lebt. Beim Rie­sen­rad-Fah­ren schüt­te­te ich of­fen­sicht­lich zu we­nig Ad­re­na­lin aus. So stand in mei­nem Rei­se­jahr 2009 auch noch ein biss­chen “Ac­tion” am Pro­gramm. Zum Ge­burts­tag schenk­te mir mei­ne Schwes­ter ei­nen Jol­ly­days Ge­schenk­gut­schein, den ich für Scu­ben – Fluss-Schnor­cheln – und ei­nen Schnup­per-Tauch­kurs ein­lös­te.  Zwei ganz be­son­de­re Er­leb­nis­se, die ich nicht mis­sen möchte.

Scuben in der Traun in Oberösterreich

Im Herbst durf­te ich auch noch ei­nen wun­der­schö­nen Be­triebs­aus­flug in die Süd­stei­er­mark un­ter­neh­men. In der Nä­he von Leib­nitz hat­te ei­ne Ar­beits­kol­le­gin tol­le Ak­ti­vi­tä­ten – vom Bau­ern­ke­geln bis zur Bu­schen­schank-Gau­di – organisiert.

Wie man sieht, war das Jahr 2009 ein sehr er­eig­nis­rei­ches Rei­se­jahr. Ich den­ke so­gar, dass es so­gar mein reise­in­ten­sivs­tes Jahr über­haupt war. Bis auf die Trans­si­bi­ri­sche Ei­sen­bahn und Ru­mä­ni­en war im Vor­feld nichts or­ga­ni­siert, es ha­ben sich die an­de­ren Rei­sen im Lau­fe der Zeit ergeben.

An­de­rer­seits konn­te ich aber auch fest­stel­len, in welch wun­der­schö­nen Ge­gend ich woh­ne. Man ver­gisst oft, dass vie­le Men­schen je­des Jahr die Re­gi­on be­su­chen, in der man lebt. Ein biss­chen nä­her hat mir die­se Tat­sa­che auch das Blog­gen ge­bracht. Ich be­rich­te an­fangs über die “gan­ze Welt” und ver­gaß da­bei, dass ich auch “Pro­fi” in mei­ner ei­ge­nen Um­ge­bung bin. Was für mich All­tag, ist für den an­de­ren Urlaub.

 Friedhof St. Peter und Festung Hohensalzburg

2010

Wie soll es im nächs­ten Jahr wei­ter ge­hen? De­tail­liert kann ich die­se Fra­ge der­zeit noch nicht be­ant­wor­ten. Fest steht, dass ich – so­weit es der Be­ruf zu­lässt – wie­der ei­ne län­ge­re Rei­se un­ter­neh­men möch­te. Ein An­schluss an die Trans­sib-Rei­se 2010 ist denkbar:

Mit dem Flug­zeug nach Ir­kutsk und wei­ter an den Bai­kal­see, um zB. die In­sel Ol­chon im Spät­som­mer zu er­le­ben. Dann mit der Trans­si­bi­ri­schen Ei­sen­bahn wei­ter nach Wla­di­wos­tock und mit der Fäh­re nach Ja­pan. Ich den­ke, die­se ers­te Grob­pla­nung ist durch­aus in die Rea­li­tät um­zu­set­zen. Noch zu kal­ku­lie­ren ist, ob die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Zeit für die­se Rei­se reicht? Ich hal­te Euch auf dem Laufenden!

0815

In der Bei­trags-Über­schrift ha­be ich auch “0815” er­wähnt. Die­se Zahl steht da­für, dass ich im Jahr 2010 ger­ne ein paar Ta­ge 0815-Ur­laub ma­chen möch­te. Al­so ein­fach Som­mer, Son­ne, Strand und Meer, Fau­len­zen und die See­le bau­meln las­sen. Am Bes­ten nicht zu sehr an­stren­gen, gar nix mehr sel­ber tun und sich mit tol­len Le­cke­rei­en füt­tern lassen.

Magic Life - Belek - Türkei

Ja – das muss auch für ei­nen An­ders­rei­sen­den manch­mal sein 😉

Und wie se­hen Dein Rück­blick und Pla­nun­gen für 2010 aus?

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Kommentare

  1. Ich bin ir­gend­wie ge­ra­de sehr er­staunt wie viel Zeit du zum Rei­sen hast. Ich kann mir vor­stel­len dass das wirk­li­che schö­ne Wo­chen wa­ren und mit dem Zug wür­de ich auch ger­ne ein­mal fah­ren, ist si­cher schön und macht Spaß.

  2. Die Fra­ge lag mir, wie mei­nem Vor­kom­men­ta­tor, auch auf der Zun­ge. Wie kann man so­viel Ur­laub in ei­nem Jahr ma­chen? Ich glaub ich hab den fal­schen Job. 😉

    Ich war in 2009 in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten u. das war ein su­per Er­leb­nis! An­sons­ten hat­te ich in 2009 eher Ta­ges­aus­flü­ge, wie die Wart­burg, Pad­del­tour durch den Spree­wald etc. Für 2009 steht noch Ams­ter­dam auf der Ausflugszielliste. 

    Für 2010 lockt mich mein Bru­der nach Neu­see­land. Der ist für 6 Mo­na­te dort u. kommt vor­aus­sicht­lich im April wie­der. Im März ha­be ich Ge­burts­tag u. wenn wirk­lich ge­nug Geld vor­han­den sein soll­te, flie­ge ich viel­leicht hin. 😉 An­sons­ten wird 2010 im Licht mei­nes neu­en Gar­tens ste­hen, den ich pach­te. 1300qm wol­len ge­pflegt wer­den. 😀 Bil­der wer­de ich dann auch re­gel­mä­ßig in mei­nem Blog brin­gen. Al­so wird mein Blog “grü­ner”. 😉

    Für 2010 ha­be ich noch kei­nen gro­ßen Ur­laub ge­plant. Ob­wohl mich Süd­afri­ka im­mer noch reizt. Aber ein fes­tes Ziel gibt es halt noch nicht. Stock­holm wird für ein Wo­chen­en­de kom­men. An­sons­ten las­se ich mich überraschen.

  3. @Sven+Erich: Du hast Recht – wie ich schon ge­schrie­ben ha­be, war 2009 ein aus­ge­präg­tes Rei­se­jahr. Be­ruf­lich war dies vor al­lem da­durch mög­lich, da sich in den letz­ten Jah­ren ei­ni­ges noch an “Rest-Ur­laub” zu­sam­men­ge­spart hat. Ru­mä­ni­en hat ei­ne Ar­beits­wo­che in An­spruch ge­nom­men und die rest­li­chen Un­ter­neh­mun­gen wa­ren groß­teils an ei­nem Wo­chen­en­de oder ver­län­ger­tem Wo­chen­en­de. Vor­teil­haft ist es si­cher­lich, wenn man sei­ne 5 Ur­laubs­wo­chen gut einteilt.

    @Erich: Ich den­ke, wenn Du An­ge­stell­ter bist gibt’s für Dich be­stimmt auch 5 Wo­chen Ur­laub, oder? 😉

    Ver­ei­nig­te Ara­bi­sche Emi­ra­te, Süd­afri­ka und Neu­see­land hö­ren sich als Ur­laubs­ziel auch nicht schlecht an. Bin ge­spannt, wel­ches Ziel es 2010 nun tat­säch­lich wird. Ich fin­de, Rei­se­zie­le müs­sen gar nicht un­be­dingt ex­trem weit ent­fernt lie­gen. Oft über­sieht man, welch tol­le Zie­le es in der Um­ge­bung des Wohn­orts gibt.

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