Geschichtsträchtige Fußball-EM Austragungsorte Lemberg und Kiew

Am 8. Juni ist Anpfiff. Für drei Wochen dominiert dann der Fußball das Geschehen in Mitteleuropa. Im Jahr 2012 sind Polen und die Ukraine Gastgeberländer für das Sportspektakel.

In jeweils vier Städten jagen die 16 Mannschaften dem runden Leder nach. Die Fans lassen sich dann in den Stadien zu Begeisterungsstürmen hinreißen.

Allerdings sollte man bei einem Besuch in einer der Städte auch etwas Zeit für die kulturellen Sehenswürdigkeiten und eine Stadtbesichtigung mit einplanen. Während die polnischen Städte Warschau, Breslau, Danzig und Posen für viele Reise- und Fußballbegeisterte ein Begriff sein dürften, sind die Städte in der Ukraine weniger bekannt. Aber auch dort kann man zwischen den Fußballspielen einiges erleben.

Wo wird gespielt?

Um sich einen Überblick über die Austragungsstädte und den Zeitplan zu verschaffen, sollte man zuerst einmal den Spielplan der EM 2012 konsultieren.

Lemberg und Kiew im Westen der Ukraine sind vom Namen her über die Grenzen hinaus bekannt. Wesentlich unbekannter sind die Industriezentren Donezk und Charkiws Richtung Osten des Landes.

Für Fußball-Fans fällt dann die Wahl wahrscheinlich auf jene Stadien, in denen die favorisierte Mannschaft spielt. Wem Sightseeing abseits der Spiele wichtig ist, der sollte in der Ukraine die Hauptstadt Kiew oder Lemberg (ukrainisch Lwiw) besuchen. Beide Städte haben für reisebegeisterte Fußball-Fans kulturell einiges zu bieten.

Lebendige Geschichte

In Lemberg ist bis heute der Einfluss der Habsburger zu spüren. Viele Reisende meinen, sie fühlten sich bei einem Besuch ins Wien vor hundert Jahren zurückversetzt.

Zwischen den Fußballspielen lohnt sich ein Bummel durch die Altstadt, über den Rynok (Marktplatz) zum Rathaus und den zahlreichen Kirchen. Der 1904 eröffnete Bahnhof in Lemberg wirkt wie eine Filmkulisse aus längst vergangener Zeit.

Bild: Bahnhof in Lemberg (Lwiw) - Ukraine

Bahnhof in Lemberg (Lwiw)

Nach den Habsburgern war Lemberg in der Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1939 unter polnischer Herrschaft. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt dann von den Russen in die Ukrainische Sowjetrepublik eingegliedert.

Die Hauptstadt Kiew

Der Sieg über Nazideutschland spielt in der Sowjetischen Geschichte eine wichtige Rolle. Die weithin sichtbare Mutter-Heimat-Statue in Kiew wurde zum Gedenken an den Sieg der sowjetischen Streitkräfte im Großen Vaterländischen Krieg errichtet. Sie ist 62 Meter hoch und steht auf einem 40 Meter hohen Sockel auf einem Hügel in der Nähe des Flusses Dnjepr.

Bild: Mutter-Heimat-Statue in Kiew - Ukraine

Mutter-Heimat-Statue in Kiew

Die 2,7 Millionen Einwohnerstadt ist ein wichtiger Bildungs- und Industriestandort und ist auch historisch sehr bedeutend. Als Mittelpunkt der Kiewer Rus trägt die ukrainische Hauptstadt oft den Beinamen “Mutter aller russischen Städte”.

Religiöses Zentrum

Außerdem kommen hier Liebhaber von Kirchen und Klöster voll auf ihre Kosten. Die vielen sakralen Bauwerke unterstreichen die Bedeutung für die orthodoxen Christen. Die Sophienkathedrale, das Höhlenkloster Kijewo-Petscherska Lawra und das St. Michaelskloster mit seinen goldenen Kuppeln sollten bei einer Besichtigungstour nicht fehlen.

Shopping und Bummeln

Ein entspannter Bummel zwischen den Fußballspielen ist am Chreschtschatyk-Boulevard möglich. Er ist die zentrale Straße in Kiew und wird zu manchen Zeiten für den gesamten Verkehr gesperrt.

Wesentlich ruhiger als in der hektischen Einkaufsstraße geht es zB. im Park am Marienpalast zu. Der barocke Palast dient heute als die offizielle zeremonielle Residenz des Präsidenten der Ukraine.