Raps: Goldgelbe Frühlingslandschaft in Südböhmen

Im Früh­ling zeigt si­ch Süd­böh­men von sei­ner far­ben­präch­ti­gen Sei­te. Brau­ne Äcker, grü­ne Wäl­der und Wie­sen, blau­er Him­mel und wei­ße Wol­ken wett­ei­fern um die Gunst des Be­trach­ters.

Al­les ver­ge­bens, wenn si­ch der Raps ins Blick­feld schiebt. Für we­ni­ge Wo­chen im Jahr stiehlt er gold­gelb al­len an­de­ren die Schau.

Rat­ternd und hol­pernd folgt die klei­ne Bahn dem Schie­nen­band. Es win­det si­ch durch Wäl­der und Fel­der. Die mil­de Früh­lings­luft weht durchs Fens­ter, der Wag­gon er­füllt si­ch mit dem Ge­ruch fri­sch ge­mäh­ten Gra­ses. Die Bau­ern be­stel­len die Äcker und das Ge­trei­de bil­det schon die ers­ten Kör­ner aus.

Bild: Zug im Wald in Tschechien

Im Mi­nu­ten­takt än­dern si­ch die Ein­drü­cke für die Na­se. Fri­sche Wald­luft ver­drängt den Gras­ge­ruch. In der Baum­schnei­se wird es gleich spür­bar küh­ler und die Son­ne blitzt nur no­ch ver­hal­ten durch die ho­hen Bäu­me.

Be­vor si­ch Gän­se­h­aut breit macht rat­tert die Bahn wie­der aufs of­fe­ne Feld. Gold­gelb strahlt ein rie­si­ges Raps­feld mit der Son­ne um die Wet­te.

Bild: Rapsfeld in Südböhmen - Tschechien

Gelb so weit das Au­ge reicht. Ein sü­ßer Ge­ruch dringt in mei­ne Na­se.

Bild: Rapsfeld in Südböhmen - Tschechien

Wäh­rend ich mei­ne Freu­de am Früh­lings­ge­ruch ha­be sind All­er­gi­ker wahr­schein­li­ch über die ge­ball­te An­samm­lung der Raps­blü­ten we­ni­ger be­geis­tert.

Bild: Rapsfeld in Südböhmen - Tschechien

Am An­bli­ck der rie­si­gen Fel­der kann ich mi­ch kaum Satt se­hen und Satt fo­to­gra­fie­ren. Aber es folgt ein leuch­ten­des Feld dem an­de­ren.

Manch­mal scheint es, als wür­de si­ch Gold in wei­ter ent­fern­ten Tä­lern und sen­ken an­sam­meln.

Bild: Rapsfeld in Südböhmen - Tschechien

Doch die Zeit, in der die Fel­der in vol­ler Blü­te ste­hen, ist kurz. Je nach Wit­te­rung blü­hen die Raps­fel­der drei bis fünf Wo­chen.

Ei­ne ein­zel­ne Blü­te ist be­reits nach ein bis zwei Ta­gen wie­der ver­blüht.

Bild: Rapsfelder in Südböhmen - Tschechien

Die be­s­te Jah­res­zeit um durch die gold­gel­ben Fel­der zu Rei­sen ist der Mai. Dann strah­len Mil­lio­nen von Raps­blü­ten mit den um­lie­gen­den Fel­dern und dem Him­mel um die Wet­te.

Bild: Rapsfeld in Südböhmen vom Zug aus gesehen

Be­reits ein star­kes Ge­wit­ter kann den un­über­seh­ba­ren Fel­dern die Leucht­kraft neh­men.

Bild: Rapsfelder in Südböhmen - Tschechien

En­de Mai, An­fang Ju­ni ver­blasst das Gelb und die grü­nen Fel­der ord­nen si­ch farb­li­ch wie­der in der Land­schaft un­ter. An­de­re Far­ben do­mi­nie­ren dann die Um­ge­bung und die Fahr­gäs­te in der klei­nen Ne­ben­bahn er­freu­en si­ch dar­an.

Eben zeigt si­ch der Herbst far­ben­froh, schon kann man den Schnee im kal­ten Luft­zug am of­fe­nen Fens­ter rie­chen. Was bleibt ist die Er­in­ne­rung an die son­ni­gen Far­ben des Früh­lings. Und die Vor­freu­de aufs nächs­te Jahr, wenn end­li­ch wie­der der Raps blüht.

Reisetipps:

  • Be­s­te Rei­se­zeit um die Raps­fel­der in Süd­t­sche­chien in vol­ler Blü­te zu se­hen ist der Mai (Wit­te­rungs­be­ding­te Schwan­kun­gen be­ach­ten)
  • Die Bil­der ent­stan­den zwi­schen 18. und 20 Mai auf der Bahn­stre­cke von Ko­s­tel­ec über Telč (Deut­sch: Teltsch) nach Sla­vo­nice (deut­sch Zla­bings), im Grenz­ge­biet von Böh­men und Mäh­ren.
  • Hast Du Lust auf ei­ne Bahn­rei­se durch die gold­gel­ben Fel­der? Hier fin­dest Du mei­ne Bahn­rei­se-Tipps für Tsche­chien.

Kommentare

  1. Doris meint:

    Ach, Gelb ist doch auch ein wirk­li­ch schö­nes Grün 🙂 Und ich muss echt mal durch Tsche­chien..

  2. Hal­lo Ger­ry, nun mus­s­te ich doch er­st mal schnell nach­schau­en, in wel­chem Teil der Welt du dich au­gen­blick­li­ch auf­hält­st. Ja, die blü­hen­den Raps­fel­der sind schon ei­ne Au­gen­wei­de. An­de­rer­seits birgt sol­che aus­ge­dehn­te Mo­no­kul­tur auch ei­ne gro­ße Ge­fahr für die Ar­ten­viel­falt bei Pflan­zen und Tie­ren. Und du schreib­st ja selbst, lan­ge hält die­ser im­po­san­te An­bli­ck nicht an. In we­ni­gen Ta­gen wird das Gelb vom Grün ab­ge­löst und in ein paar Wo­chen, wenn der Raps ern­ter­eif ist, wird al­les beige/hellbraun.
    Lie­be Grü­ße Hel­ga

  3. Die­ses Gelb kommt mir so be­kannt vor! Doch dort in Tsche­chien wirkt es no­ch kras­ser, no­ch gel­ber und ver­mut­li­ch riecht der Raps auch stär­ker, um­rahmt von den Hü­geln. Statt hier im fla­chen Land, wo si­ch al­les mit Me­er­duft ver­mischt...

  4. Andersreisender meint:

    - Do­ris: Ja, lan­ge dauert’s nicht, dann ist das Gelb wie­der Grün. Sol­che gol­de­nen Land­schaf­ten sieht man nur im Früh­ling.

    - Hel­ga: Ich bin im­mer flei­ßig un­ter­wegs. 😉 Dan­ke für Dei­nen Hin­weis auf die Schat­ten­sei­ten der gro­ßen Raps­fel­der. Ich weiß nicht ob der Raps je­des Jahr an den glei­chen Stel­len an­ge­baut wird oder die Po­si­tio­nen wech­seln. Auch we­gen der not­wen­di­gen Dün­gung und Pes­ti­zid-Ein­satz muss man si­ch be­stimmt Ge­dan­ken ma­chen.

    - El­ke: Meer und Raps­fel­der – die Kom­bi­na­ti­on stel­le ich mir auch sehr span­nend vor. Gibt es Ge­bie­te, wo der Raps ganz knapp an der Küs­te wächst? Span­nend. 🙂

  5. Mirco meint:

    Ham­mer­hart, bei uns ha­ben die Bau­ern ja auch mal das ei­ne oder an­de­re Raps­feld. Aber die Fel­der hier rei­chen ja fast bis zum Ho­ri­zont. Be­ein­dru­ckend...

  6. Hal­lo Ger­ry, bei uns ist es so, dass au­gen­blick­li­ch Raps- und Mais­an­bau fast im zwei­jäh­ri­gen Wech­sel er­fol­gen. Bei­des sind En­er­gie­lie­fe­ran­ten. Da wird we­der auf die op­ti­ma­le Nut­zung des Bo­dens no­ch auf die Tier­welt Rück­sicht ge­nom­men. So gibt es seit Jah­ren im wei­ten Um­kreis kein ein­zi­ges Kar­tof­fel­feld mehr, ob­wohl der Bo­den da­für gut ge­eig­net wä­re. Vor zwan­zig Jah­ren hat­ten wir hier auch gro­ße Fel­der, aber auf de­nen wuch­sen Rog­gen, Wei­zen, Ger­s­te, Ha­fer, Kar­tof­feln, Fut­ter­rü­ben, Zu­cker­rü­ben, auch Mais und Raps, aber nicht in sol­chen Aus­deh­nun­gen. Und die­ser Raub­bau macht mir “Bauch­schmer­zen”.
    Lie­be Grü­ße Hel­ga

  7. Klas­se Fo­tos. Auch ich bin die Ta­ge an Raps­fel­dern vor­bei­ge­fah­ren – al­ler­dings mit dem Au­to – doch es sieht wie im­mer far­ben­froh und schön aus!

  8. War die letz­ten zwei Wo­chen auch nur mit der Ka­me­ra un­ter­wegs um die­ses ein­ma­li­ge Gelb fest­zu­hal­ten und als Kind in Böh­men un­ter­wegs und ja ir­gend­wie war es no­ch gel­ber wie bei uns.
    Tol­ler Post der Lust auf den Som­mer macht.
    LG Da­nie­la

  9. Andersreisender meint:

    - Mir­ko: So weit das Au­ge reicht. 😉

    - Hel­ga: Dan­ke­schön für Dei­ne in­ter­es­san­ten In­for­ma­tio­nen. Ich woll­te auch kri­ti­sches zum The­ma Rap­san­bau an­mer­ken und ha­be im In­ter­net re­cher­chiert. Ha­be es dann aber blei­ben las­sen, da ich kei­ne qua­li­fi­zier­ten In­fos fand bzw. vie­les auch zu aus­führ­li­ch und un­über­sicht­li­ch war. Hey – ich hät­te nur di­rekt Dich fra­gen brau­chen. 🙂

    - Alex: Ich freue mi­ch, dass auch bei Eu­ch al­les schön blüht. 🙂

    - Da­ni: Al­so hast Du schö­ne Kind­heits­er­in­ne­run­gen an den Süd­en Tsche­chi­ens?

  10. Ach herr­li­ch, die­se Fel­der se­hen so rich­tig nach Som­mer aus. Wo ist die­ser in Salz­burg? 🙁

    lg kath­rin

  11. Andersreisender meint:

    Kath­rin, da­mit ich Dir ei­ne po­si­ti­ve Ant­wort ge­ben kann mus­s­te ich ein biss­chen war­ten. Aber nun: Ja, auch in Salz­burg lässt si­ch der Som­mer bli­cken. Hur­ra! 🙂

  12. Dieter meint:

    Wow, wel­ch tol­le Land­schaf­ten. Ich war schon öf­ter in Böh­men, aber ich mer­ke im­mer wie­der: Da gibt es no­ch soo viel zu se­hen, das ich no­ch nicht ken­ne. Ein­fach ein Traum! Vie­len Dank für die tol­len Bil­der.

    Vie­le Grü­ße aus der Pfalz,
    Die­t­er

  13. Andersreisender meint:

    - Die­t­er: Dan­ke­schön! Ja, die Früh­lings­land­schaft in Böh­men ist wirk­li­ch nicht zu ver­ach­ten. Aber auch zu an­de­ren Jah­res­zei­ten ge­fällt mir Tsche­chien sehr gut. 🙂

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