Wieder unterwegs am Motorrad: Suzuki V-Strom 650

Nach ziemlich genau zwei Jahren nenne ich nun wieder einen motorisierten, fahrbaren Untersatz mein Eigen. Ohne eigenes Auto lebt man in der Stadt nicht schlecht – aber nach sieben Jahren Abstinenz überkam mich wieder die Lust aufs Motorradfahren. Seit vergangener Woche steht nun wieder ein Krad in der Garage.

Nein – Auto besitze ich nach wie vor kein eigenes. Im März 2010 verkaufte ich meinen Opel Corsa schon mit Blick auf meine achtmonatige Asienreise. Denn wer braucht zu Hause ein Auto in der Garage, wenn er sowieso unterwegs ist? Nach meiner Rückkehr stellte ich fest, dass ich eigentlich nur selten ein Fahrzeug brauche.

Statt einen eigenen fahrbaren Untersatz zu kaufen teile ich mir lieber das Auto mit meinem Nachbarn. Das private “Carsharing” funktioniert reibungslos, darum werde ich mir auch in nächster Zeit kein eigenes Auto zulegen.

Spaß am Motorradfahren wieder geweckt

Motorradfahren macht mehr Spaß als autofahren. In der Stadt ist man noch dazu schneller unterwegs. Im Gegensatz zu meiner früheren Arbeit kann ich das Zweirad nun auch beruflich gut einsetzen. Klar, es gibt auch Einschränkungen: Bei Schlechtwetter oder im Winter bleibt das Bike in der Garage. Aber dann kann ich auf das Carsharing-Auto oder den Zug zurückgreifen.

Vor einigen Monaten wollte ich eigentlich nur ein Lederreinigungsmittel im Motorradgeschäft kaufen. Da stach mir sofort die neue Suzuki V-Strom ins Auge und ließ meine Gedanken nicht mehr los. Etwas Internet-Recherche führte mich zu dem Motorrad, das ich vergangene Woche in Linz bei Zweirad Schuller abholte. Eine Suzuki V-Strom DL650A, wie sie formell korrekt genannt wird. Erstzulassung 3/2011, also gerade einmal ein Jahr alt in der Farbe grau (Metallic Ooort Gray).

Allround-Motorrad

Mit 67 PS kommt man mit der Suzuki V-Strom 650 gut voran. Meine langen Beine freuen sich über die etwas höhere Sitzposition einer Enduro. Beim herrlichen Wetter in der vergangenen Woche konnte ich die ersten Runden drehen und Erfahrungen mit dem neuen Bike sammeln.

Bild: Suzuki V-Strom 650 Baujahr 2011 in grau

Die V-Strom begeistert durch Wendigkeit im Stadtbereich genauso wie bei längeren Fahrten auf der Landstraße. Auch bei der Überstellung von Linz nach Salzburg konnte ich gut auf der Autobahn mithalten. Mit Sozius stößt man aber vermutlich bald an die Reserven. Für längere Touren ist die stärkere 1000 ccm-Version wahrscheinlich besser geeignet.

Technisch hat sich in den letzten Jahren auch einiges getan. Die Armaturen bieten mehr Informationen als bei meinem alten Motorrad gewohnt – und auch ein digitales Display hat Einzug gehalten. Besonders angenehm ist, dass nun auch der Füllstand des Tanks angezeigt wird. Diese Information vermisste ich bei meinen bisherigen Motorrädern sehr.

Anti Blockier System

ABS gehört bei vielen Motorrädern heute ebenfalls zur Serienausstattung, so auch bei der Suzuki V-Strom. Eine gute Sache, an die man sich erst gewöhnen muss. Führt bei der Geradeausfahrt starkes Bremsen bei Motorrädern ohne ABS unweigerlich zu blockierenden Rädern und in Folge im schlimmsten Fall zum Sturz, müssen mit ABS beharrlich die Bremsen gezogen und getreten werden. Dass die Räder nicht blockieren und das Motorrad weiterhin stabil geradeaus fährt übernimmt die Technik.

Eingewöhnungsphase

Im Frühling und nach langer Motorrad-Pause heißt es erst einmal sich langsam mit dem neuen Gefährt vertraut machen. Die Straßen sind noch kalt, mancherorts liegt Rollsplit auf der Fahrbahn und – wie letzte Nacht – blies der Winter noch seinen letzten, weißen Wintergruß übers Land. Ein Fahrsicherheitstraining wird in den nächsten Wochen wahrscheinlich auch am Programm stehen. Dann kann auch das ABS-System unter Aufsicht voll getestet werden.

Ich freue mich nun schon auf die ersten Motorrad-Touren. Für meine längeren Reisen werde ich aber wahrscheinlich trotzdem der Eisenbahn treu bleiben. ;-)

Kommentare

  1. Allzeit gute und vor allem sichere Fahrt.
    Denn leider werden die Motorräder einfach zu oft “übersehen”! :(
    Pass auf dich auf und genieße den Frühling und kommenden Sommer auf deiner Suzuki,
    angenehmen Sonntagabend,
    Alex

  2. Andersreisender meint:

    @Alex: Dankeschön für die guten Wünsche :-)

  3. Schicke Maschine…
    Ich habe letztes Jahr meinen 2 größeren Unfall mit meinem Bike gehabt. Schlussendlich bin ich doch immer mit einem Blauen Auge davon gekommen, da außer ein paar Brüchen nichts schlimmeres passiert ist.
    Trotzdem habe ich nun ein Verbot meiner Freundin bekommen und darf kein Motorrad mehr fahren.
    Als vor letzte Woche dann das erste mal wieder richtig schön warm war und die Sonne schien, habe ich gemerkt wie sehr ich das doch vermisse.
    Tja – sehe trotzdem schwarz dass ich noch mal biken werden :-(

    Wünsche dir viel Spaß und immer schön vorsichtig fahren!!!

  4. Andersreisender meint:

    @Ben: Danke für Deine Wünsche – ich hoffe, Dir ist nichts arges passiert! Gleich zwei Unfälle in einem Jahr ist auch nicht ohne…

  5. Mittlerweile finde ich auch Autofahren total langweilig! Wenn man noch Jung ist, träumt man von Autofahren! Dann träumt man von Motorrad und so weiter… Es kann einfach nicht aufhören…

  6. Andersreisender meint:

    @Richard: Dann wünsche ich Dir auch eine schöne, unfallfreie Saison!

  7. Du klingst so vernünftig – im postiven Sinn! Fahrsicherheitstraining, sich vertraut machen. Wenn du so reist wie du Motorrad-fährst, bist du sicher immer gut unterwegs.

    Viel Spaß mit dem Fahrzeug. Ich mag sie ja nicht so. Vor allem nicht im Ländle und Tirol, wo die Täler Magneten für Motorradfahrer sind (und ich dort gerne in Ruhe wandern möchte).

    Tipp weil’s du bist: Großes Walsertal, Bregenzer Wald (Bödele) und Pitztal. :-)

  8. Andersreisender meint:

    @Paula: Danke für die Bikerouten-Tipps. Ich denke, dass das ziemlich beliebte Strecken sind. :-) Und aufs Fahrsicherheitstraining bin ich schon neugierig – da kann man sicherlich einiges lernen.

  9. Also ich hab mit meinen 42 Jahren noch mal vor 2 Jahren meinen Motorradführerschein gemacht.

    Motorradfahren ist für mich einfach ein Gefühl von Freiheit:)

    Das einzige was mich allerdings bis heute nervt ist die schwerre Lederkluft. Gerade im Sommer wenn man mal kurz in die Eisdiele möchte

    Beste Grüße

    Tim

  10. Andersreisender meint:

    @Tim: Stimmt – das Freiheitsgefühl ist am Motorrad unschlagbar. Die Lederkombi gehört auch bei mir zur “Grundausstattung”. Ist einfach eine Kleidung die Schutz am Motorrad bietet. Im Sommer sind da Textilkombis bestimmt luftiger.

  11. Ich gehöre ja leider zur Fraktion die mindestens 4 Räder brauchen, um sich auf der Straße sicher zu fühlen, aber schick ist die Maschine auf jeden Fall. Und das, obwohl sie grau ist – was ja eigentlich erstmal ziemlich langweilig klingt.
    Ich habs jetzt hier bei mir mal mit nem Motorroller versucht, den ich zum Produkttest hier hatte, aber ich bleibe wohl bei 4 Rädern, auf einem Roller ist von einem Freiheitsgefühl nichts zu spüren. :)
    Gruß, Max

  12. Andersreisender meint:

    @Max: Danke für die “Blumen”. Grau ist eigentlich ganz praktisch. Denn dann kannst Du beliebig die Kleidung dazu kombinieren. ;-)

    Hmm…also wenn, dann bin ich lieber mit dem Motorrad unterwegs. Roller-Feeling hatte ich bisher eigentlich noch gar nie…

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