32: G'schamiger Vulkan Mt. Fuji-san

Langsam arbeitet sich der Fuji-Express von Otsuki hinauf nach Kawaguchi-ko. In rund 50 Minuten überwindet  die private Eisenbahn 500 Höhenmeter zum Fuße des Mount Fuji. Im deutschprachigen Raum wird der Vulkan auch Futschijama oder Fujiyama genannt. Die Japaner nennen ihn allerdings Fuji-san. Wobei das san nicht – wie oft in Japan – “Herr” bedeutet sondern mit “Berg” übersetzt wird.

Heiliger Berg

Der Berg Fuji-san gilt im Shintoismus als heilig. Gleichzeitig ist er heute eines der beliebtesten Ausflugsziele in Japan. Der Vulkan ist zwar aktiv, birgt aber nur ein geringes Ausbruchsrisiko.

Kawaguchi-ko ist ein beliebter Ausgangsort für eine Besteigung des  3.776 Meter hohen Fuji-san. Dort ist auch die Endstation des Fuji-Express. Man kennt diesen Berg von Postkarten und aus Prospekten mit seiner markanten Form und der Schneehaube. So präsentiert er sich auch auf der privaten Eisenbahn.

Fuji-Express nach Kawaguchi-ko

Aussteigen – Quartier beziehen und den Horizont nach dem bekannten Berg absuchen. Eine erste Enttäuschung macht sich breit: Fuji-san ist kaum zu sehen.

Mt. Fuji-San mit Wolken

Der “heilige Berg” versteckt sich g`schamig in einem Wolkenkleid.

Mit der Seilbahn auf den Mt. Tenjo

In der Hoffnung auf einen besseren Blick auf den Berg mit seiner markanten und einmaligen Form fahre ich mit der Seilbahn auf den Mt. Tenjo. An der Seilbahnstation wird dieser Berg als Mt. Kachi Kachi bezeichnet (!?)

Aus der Gondel hat man einen schönen Blick auf den Kawaguchi-ko-See, einer der fünf Fuji-Seen.

Blick aus der Seilbahn auf den Kawaguchi-ko See

Aber auch auf der Aussichtplattform will der Blick auf den Mt. Fuji nicht wirklich besser werden. Dunst und viele Wolken verhindern den ungetrübten Blick auf den bekanntesten Berg Japans.

Mt. Fuji und Hase auf der Aussichtplattform am Mt. Tenjo

Mt. Fuji im Sommer oft nicht zu sehen

Dabei wurde mir bei meiner Ankunft von mehreren Personen bereits freudestrahlend erzählt, dass ich heute Glück hätte den Mt. Fuji zu sehen. Oft verhüllen Dunst und Wolken tagelang den heiligen Berg. Dann sind nicht einmal Umrisse des markanten Kegels zu sehen. So mancher Tourist reist nach mehreren Tagen frustriert wieder ab.

Die traumhaften Postkarten-Ansichten mit etwas Schnee auf der Spitze des Berges sind nur im Herbst oder Frühling möglich. Dann ist die Luftfeuchtigkeit wesentlich geringer und der Blick klar und ungetrübt.

Zufrieden am Kawaguchi-ko-See

Ich entscheide mich, mit dem Gesehenen zufrieden zu sein und mache es mir auf einer Bank am Kawaguchi-ko-See gemütlich. Da läutet auch schon mein Wecker. Es wird Zeit für das “16-Uhr-Blick-in-die-Welt-Foto” mit Blick auf  die “Schwäne” am Kawaguchi-ko See.

Schwäne am Kawaguchi-ko See

Aktueller Stand um 16 Uhr:

Ort: Kawaguchi-ko am Fuße des Mt. Fuji-san

Präfektur: Yamanashi

Land: Japan

Wetter: Dunstig und bewölkt, rund 30 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit.

Zeitverschiebung:

Zur Mitteleuropäischen Sommerzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz beträgt der Zeitunterschied + 7 Stunden. Steht in Kawaguchi-ko die Uhr auf 16 Uhr ist es in Mitteleuropa erst 9 Uhr. In Japan gibt es keine Sommerzeit.

Freude am Tag danach

Am nächsten Morgen scheint die Sonne. Die Luft hat etwas abgekühlt und ich schöpfe Hoffnung, den Fuji-san doch noch ohne “Hut” und “Kragen” zu sehen. Mit dem Kawaguchi-ko-See gibt der Vulkan dann ein tolles Bild ab.

Fuji-san im Sommer ohne Schnee

Im Sommer liegt auf der Spitze des Fuji-san kein Schnee. Die Frühling- und Herbstansicht findet man dafür auf den Ampeln im Ort wieder.

Ampel im Fuji-san Design in Kawaguchi-ko

Fazit: Geduld mit dem heiligen Berg

Zu den kühleren Jahreszeiten ist eine ungetrübte “Postkarten-Ansicht” des Mt. Fuji-san möglich. Im Sommer versteckt sich der “heilige Berg” aber oft hinter Wolken oder der Blick ist durch den Dunst stark getrübt. Viele Touristen mussten aus Kawaguchi-ko wieder abreisen, ohne den bekanntesten Berg Japans zu Gesicht bekommen zu haben.

Ein bisschen Glück und Geduld sind beim Besuch des Mt. Fuji-san also notwendig. Er ist halt ein bisserl g’schamig…

Die Nacht habe ich hier verbracht:

Im Hostel K’s House Mt. Fuji*

Weitere Informationen zum Beitrag:

Zur Übersichts-Landkarte Japanreise 2010

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

  1. 41: Vulkan Mt. Aso – am Krater des Nakadake
  2. 33: Feuer zu Obon in Kyoto
  3. 35: Hirsche, Rehe und Todaiji-Tempel in Nara
  4. Reiseberichte und Reise-Informationen Japan 2010
  5. Mit dem Trans-Kyushu-Express von Kumamoto über Aso nach Beppu

4 Kommentare zu 32: G’schamiger Vulkan Mt. Fuji-san

  • Das ist doch mal ein Ampeldesign! :)
    Auch weiterhin wünsche ich dir nur grünes Licht,
    angenehmes Wochenende,
    Alex

  • Das Ampelfoto ist sehr gelungen! Eine Collage sozusagen. Den Hasen auf dem Dunst Fuji-san Foto finde ich ja auch recht putzig!

    LG Christian

  • Das Design der Tretboote ist ja der Hammer… so was kann es nur in Japan geben. Was hab ich gelacht. Irgendwie sind die Japaner ein wirklich witziges Völkchen…

    Weiterhin viele tolle Eindrücke wünsch ich dir.
    Sven

  • Andersreisender JAPAN

    @Alex: Ja – die “grüne Welle”. Ich hoffe, sie hält an. Habe sehr viel Glück mit dem Wetter und hoffe, dass das so bleibt ;-)

    @Christian: Der Hase sieht ungefähr so drein, wie 90% der Touristen – wenn sie den Mt. Fuji vor lauter Wolken nicht sehen können. *seufz*

    @Sven: Sie sind soooo verspielt! Es gibt so viele lustige Details, die wir in Europa nur im Kinderbereich verwenden würden. Auch die Farbauswahl ist häufig “mint und rosarot”.