Sehenswürdigkeiten-Bummel durch Wladiwostok

Wladiwostok lernt man wahrscheinlich am Besten bei einem Stadtbummel kennen. Wer in dieser Russischen Stadt Sehenswürdigkeiten wie in vielen Europäischen Städten erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Zwar war die Gegend um die Wladiwostok bereits vor rund 4.000 Jahren besiedelt, doch eine Stadt wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet.

Wegen der geschützten Lage in der Bucht beschloss man 1859 den Bau einer kleinen Festung und eines Hafens am Goldenen Horn. Die Festung tauften die Russischen Pioniere “Beherrscherin des Ostens”. Davon leitet sich der heutige Name der Stadt Wladiwostok ab, “beherrsche den Osten”. Die Chinesische Übersetzung des Stadtnamens ist weniger schmeichelhaft. Dann heißt Wladiwostok nämlich Hǎishēnwǎi – übersetzt: Seegurkenmarsch.

Hafen- und Militärstadt

Wladiwostok ist der wichtigste Hafen der russischen Pazifikflotte. Im Durchschnitt ist der Hafen nur 72 Tage im Jahr zugefroren. Im Marinehafen liegen einige imposante Kriegsschiffe vor Anker.

Marinehafen in Wladiwostok

Marinehafen in Wladiwostok

Auch Matrosen auf Landgang prägen das Bild der Stadt im Fernen Osten. Bis Anfang der 1990er Jahre war Wladiwostok eine geschlossene Stadt. Russische Bürger durften nur mit einer Sondergenehmigung in die Stadt Reisen. Für ausländische Reisende der Transsibirischen Eisenbahn endete die Fahrt bereits vor den Toren der Stadt.

Endpunkt der Transsib

Wahrscheinlich wäre Wladiwostok in Europa eine gänzlich unbekannte Stadt geblieben, hätte die Transsibirische Eisenbahn 9.288 Kilometer von Moskau entfernt hier nicht ihren Endpunkt. Für den Bau der bedeutendsten Bahnstrecke durch Russland erfolgte in Wladiwostok 1891 der Spatenstich. Ein besonders charakteristisches Gebäude ist der Bahnhof. Manche meinen auch, dass es das schönste Gebäude von Wladiwostok sei.

Bahnhof Wladiwostok

Bahnhof Wladiwostok

Unweit vom Bahnhof entfernt finden sich auch einige der in Russland obligatorischen Kriegsdenkmäler.

Im Gedenken an den Krieg

Am Zentralnaja Ploschtschad, dem zentralen Platz, erinnert ein Kriegsdenkmal an die Bürgerkriegsjahre von 1917 bis 1922 und die Gründung der Sowjetunion. Neben dem zu besichtigenden C-56 U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg sind die Gedenktafeln für die Gefallenen im Zweiten Weltkrieg und das ewige Feuer zu sehen.

Denkmal Bürgerkrieg 1917 - 1922

Denkmal Bürgerkrieg 1917 - 1922

Generell ist der Zweite Weltkrieg, in Russland auch Großer Vaterländischer Krieg genannt, 65 Jahre nach Kriegsende ein heißes Thema. Für Menschen aus Deutschland oder Österreich ist eine Diskussion mit Russischen Menschen kaum möglich, ohne auf das Thema Hitler und den Großen Vaterländischen Krieg angesprochen zu werden. Das Thema ist allgegenwärtig, auch auf Wänden der Universität.

Plakat 65 Jahre Großer Vaterländischer Krieg

Plakat 65 Jahre Großer Vaterländischer Krieg

Erholung in Wladiwostok

Viel entspannter geht es an der Strandpromenade zu. Im Sommer herrscht in Wladiwostok eine mediterrane Stimmung, die man im Fernen Osten nicht vermuten würde. Entlang des Pazifik-Strands hat sich eine bunte Unterhaltungsmeile entwickelt. Stände mit Souvenirs, Süßigkeiten, Getränken und Schaschlik wechseln sich ab.

Schaschlik-Stand an der Strandpromenade

Schaschlik-Stand an der Strandpromenade

Neben dem Yacht-Club ist das Ozean-Museum und wenige Meter weiter auch das Festungsmuseum zu finden.

Das “Eagles Nest”

Die Stadt Wladiwostok ist auf Hügeln erbaut. Wer in Wladiwostok Sehenswürdigkeiten besichtigt, sollte daher auch etwas Training mitbringen. Die Straßen führen ständig bergauf und bergab. Einen besonderen Blick über die Stadt bietet das “Eagles Nest”, eine Aussichtsplattform auf einem der vielen Hügel. Zu diesem Aussichtspunkt führt eine Standseilbahn. Folgt man der Uliza Swetlana stadtauswärts, ist die Talstation etwa 200 Meter nach der neuen, großen Hafenbrücke (derzeit noch in Bau) zu finden.

Bei meinem Besuch war die Standseilbahn außer Betrieb. Den Aussichtpunkt kann man auch über die Straßen vom Stadtzentrum Wladiwostok zu Fuß oder mit dem Auto erreichen.

Lebenswerte und offene Stadt

Insgesamt wirkt Wladiwostok auf Besucher sehr offen und lebenswert. Auch einige Parks laden zum Verweilen ein.

Coole Kids im Park

Coole Kids im Park

Dort treffen sich “coole Kids” auch gern zum Skateboard-Fahren.

Skateboarder in Wladiwostok

Skateboarder in Wladiwostok

Für viele Touristen ist Wladiwostok der Endpunkt einer abenteuerlichen Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Ab hier muss dann auf ein anderes Fahrzeug umgestiegen werden. Die Weiterreise ist mit einer Fähre über den Pazifischen Ozean bzw. das Japanische Meer nach Korea und Japan möglich.

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