4: Sightseeing und Hostel-Wanderung in Moskau

Ich bin überrascht, als mich der Schlafwagenschaffner im Zug von Kiev durch die Ukraine Richtung Moskau kurz vor 23 Uhr nochmals um meinen Reisepass fragt. Trotzdem, dass wir bereits innerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten – kurz GUS – sind, wird nochmals eine Grenzkontrolle durchgeführt. Besser gesagt sind es zwei: Die Ausreise aus der Ukraine um 23:10 Uhr Ortszeit in Konotop Passajirski und die Einreise nach Russland in Brjansk einige Stunden später um 3:52 Ortszeit. Jede Kontrolle dauert maximal 30 Minuten. In Russland wird mein Visum zweimal mit irgendwelchen Informationen in dicken Ordnern verglichen und nochmals meine Daten auf ein kleines Stück Papier geschrieben. Eine neue Imigration-Card in zweifacher Ausfertigung und hübsche Ein- und Ausreisestempel im Reisepass vollenden das Procedere.

Welcome to Moscow

2009 habe ich bereits einige Sehenswürdigkeiten in Moskau besichtigt. Auch wenn die russische Millionenmetropole im Winter reizvoll ist – im Sommer ist eine Reise nach Moskau nochmals ein anderes und besonders schönes Erlebnis. Über meine “Top 3″ Moskau Sehenswürdigkeiten habe ich bereits einmal berichtet. Auch über die Metro Moskau und über eine russische Internetseite mit besonderen Fotos von Moskauer Metro Stationen gibt es bereits Beiträge in meinem Blog. Wer Lust hat, kann sich auch Moskau im Winter in Reisebericht Moskau 2009 (1), Reisebericht Moskau 2009 (2) und Reisebericht Moskau 2009 (3) ansehen.

Französische Stadtführung in Moskau

Im Home From Home Hostel am Alten Arbat lerne ich beim (provisorischen) Check-In Julia kennen. Sie ist Französin aus Tours und unterrichtet dort unter anderem Geographie. Auch sie ist seit kurzem auf Langzeitreise und wird die Welt in acht Monaten mit dem “Round the World Ticket” einmal umrunden.

Kurzerhand beschließen wir, die Stadt gemeinsam zu erkunden. Obwohl sie bereits seit drei Tagen in Moskau ist, hat sie bisher noch kaum etwas von der Stadt gesehen. Vom Manegen-Platz, den ich ohnedies nochmals im Sommer mit seinen Springbrunnen besuchen wollte, ist es ein Katzensprung zu den anderen Sehenswürdigkeiten. Der Rote Platz liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Bei einem Spaziergang erzählte ich ihr ein bisschen etwas über die angrenzenden Gebäude, wie zB. das Kaufhaus Gum, die Basilius-Kathedrale, das Historische Museum, den Alexandergarten u.s.w. Ich bin überrascht, wie viele Details ich noch von meinem Besuch von vor eineinhalb Jahren im Kopf behielt.

Sperlingsberge & Lomonossow Universität

Um der Hitze der Großstadt zu entkommen machen wir einen kleinen Ausflug ins Grüne. Von der Metro-Station Vorobyevy Gory (Linie 1) ist die Lomonossow Universität innerhalb von 15 bis 20 Minuten gut zu Fuß erreichbar. Mehrere Wege führen durch den Wald auf die Anhöhe, wo auch die Schisprung-Schanze steht.

Oben erwartet einen der beeindruckende Anblick der Universität und ein schöner Blick auf Moskau. Das Universitätsgebäude ist eines der berühmten Stalin-Bauten in Moskau, eine der “sieben Schwestern”.

Viele Bäume spenden entlang des Platzes Schatten und laden zum Verweilen ein. Leider ist Moskau mit öffentlichen Sitzbänken nicht gerade gesegnet.

Verfallenes 16-Uhr-Foto

Beim Rückweg entsteht dann auch der heutige “Blick in die Welt” um 16 Uhr. Im Moment kann ich nicht einmal genau sagen, was es darauf zu sehen gibt. Jedenfalls ist es verfallener ein Gang, der von einem Abrissgebäude unweit der neuen Metro-Station Vorobyevy Gory auf den Berg hinauf führt.

Es könnte einstmals eine Stiege oder Rolltreppe gewesen sein, die auf den Berg zur Universität hinauf führte. Oder vielleicht eine Standseilbahn? Recherche ist auf jeden Fall für Details notwendig. Oder weiß von meinen Lesern jemand, um welches Gebäude es sich hier handelt?

Abrissgebäude Nähe Universität - Moskau

Abrissgebäude Nähe Universität - Moskau

Aktueller Stand um 16 Uhr:

Ort: Moskau (MOCKBA)

Land: Russland

Wetter: nach wie vor sonnig und heiß, über 30 Grad.

Zeitverschiebung:

Zur Mitteleuropäischen Sommerzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz beträgt der Zeitunterschied + 2 Stunden. Steht in Moskau die Uhr auf 16 Uhr ist es in Mitteleuropa erst 14 Uhr.

Zimmer-Reservierung schwer gemacht

Leider muß ich am späten Nachmittag erfahren, dass das in der Früh versprochene Zimmer, das ich bereits vor rund eineinhalb Monaten über das Internet buchte, nun doch nicht verfügbar und das Hostel ausgebucht ist. Man könne mir aber ein Zimmer in einem anderen Hostel anbieten, das “lediglich” 15 Minuten zu Fuß entfernt ist. Nachdem ich die “Dame” beim “Empfang” (die vielen Anführungszeichen sind Absicht) informiere, dass ich mein Gepäck keinen Meter mehr durch Moskau schleppe, organisiert sie mir ein Taxi.

Besser als nichts. Jedenfalls ist die Qualität des neuen Hostels unter jeder S**. Wer einen ausführlichen Erfahrungsbericht über das Monroe Hostel oder das Home from Home Hostel in Moskau haben möchte, meldet sich einfach persönlich. Ich kann beide keinesfalls weiterempfehlen, da ich nicht der einzige Gast mit Reservierungsproblemen bin.

Treffen mit bekannten Gesichtern

Unter dem Übersiedeln vom Home From Home Hostel am Alten Arbat ins Monroe Hostel leidet mein Zeitplan stark. Es steht noch ein Treffen mit meiner Tante Gerti und ihrer Freundin Johanna am Programm. Zufällig sind wir beide zur gleichen Zeit in Moskau und diese Gelegenheit wollen wir für ein Treffen nutzen.

Nach einem Imbiss im Europacenter beim Kiever Bahnhof steht eine tolle, abendliche Schiffsfahrt durch Moskau am Programm.

Gemütlicher Ausklang im Hostel

Im Hostel lerne ich bei einem gemütlichen Bier in geselliger Runde Jack aus Kalifornien (USA) sowie zwei Inder und einen Reisenden aus Venezuela kennen. Es folgen spannende Diskussionen über die Kulturen in der “Universalsprache” Englisch.

Kurz vor dem Bettgehen nehme ich mir noch meinen Laptop vor. Ich habe schon ärgste Bedenken, dass etwas kaputt sein könnte, da kein einziges W-LAN Netz in Moskau bisher von meinem Computer angezeigt wurde. Den ganzen Tag hatte ich schon ein Auge drauf, da ich gerne die anstehenden Mails und Beiträge weggeschickt hätte.

Nach mehreren Veruschen und dem anschließenden “Downgrade” auf das alte Windows-Update vom 14. Juli  als letzte Hoffnung funktioniert nun gottseidank alles wieder. Ich möchte den Fehler allerdings nicht unbedingt Microsoft zuschieben – vielleicht habe ich etwas unwissentlich verändert. ;-)

Die kommende Nacht werde ich hier verbringen:

Die Übernachtung in Moskau war ursprünglich geplant im Hostel Home from Home, aber nach dem Übersiedeln ist es nun das Monroe Hostel geworden.

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4 Kommentare zu 4: Sightseeing und Hostel-Wanderung in Moskau

  • Na dann mal herzlich Willkommen in Moskau!
    Weiterhin eine gute Reise und viel Spaß mit den Standard 27°c in den russischen Zügen – autsch!

  • Andersreisender RUSSIAN FEDERATION

    @Alex: Danke Dir! Mittlerweile ist es etwas kühler – haben heute nur 14 Grad. Mal sehen wie es in den Zügen Richtug Osten weiterhin so ist ;-)

  • Hier sind ebenfalls seit gestern endlich keine 30+ mehr!
    Weiterhin also gemütliche 14°c.

  • Andersreisender RUSSIAN FEDERATION

    @Alex: Also der Regen darf ruhig aufhören – und gegen ein bisschen mehr Wärme bin ich auch nicht abgeneigt ;-)