Italiens Städte rücken ein Stückchen näher zusammen – zumindest was die Reisezeit zwischen ihnen betrifft. Der Hochgeschwindigkeits-Zugbetreiber NTV (Nuovo Trasporto Viaggiatori) will mit 300 km/h schnellen Zügen und besonderem Service neue Maßstäbe setzen. Internet-Anschlüsse und Live-TV sollen zum Angebot in den italienischen “Italo” Hochgeschwindigkeitszügen gehören.
Erster Hochgeschwindigkeitszug zwischen Mailand und Rom
Ab Anfang September 2011 soll der Hochgeschwindigkeitszug Mailand und Rom verbinden. Später werden die Städte Turin, Mailand, Bologna, Florenz, Neapel, Salerno, Venedig und Padua hinzukommen.

Italo Hochgeschwindigkeitszug - Bild: ntvspa.it/pressetext
“Vor einigen Tagen ist die erste Garnitur des roten elfteiligen Zuges mit 460 Sitzplätzen vom Hersteller Alstom aus LaRochelle in Italien eingetroffen”, so NTV-Pressesprecher Mario Taliani. Nun gehe man in die Testphase. “Anfang September 2011 soll der Betrieb des “Italo” beginnen.”
Insgesamt soll die Zugsflotte 25 Hochgeschwindigkeits-Garnituren umfassen. Mit ihnen wollen die Betreiber die staatliche italienische Eisenbahn (FS) in Sachen Leistung, Qualität und auch Preis herausfordern.
Luxuszüge aus Frankreich
“Wir setzen auf ein Produkt, das sich in Sachen Technologie und Sicherheit bewährt hat”, erklärt Taliani. Mit dem Triebwagenzug AGV ist dem Hochgeschwindigkeitshersteller Alstom 2007 der absolute Geschwindigkeitsrekord von 574 km/h gelungen. Das italienische Schienennetz – vor allem zwischen den großen Metropolen – ist heute für Hochgeschwindigkeitszüge ausgebaut.
W-LAN und Live-TV im Zug
“In Sachen Geschwindigkeit gibt es keine Konkurrenz zur staatlichen Bahn”, so Taliani. Qualität, flexible Fahrpeisgestaltung und besonderer Service und Leistungen sind die Stärken des “Italo”. Neben der Internetverbindung – einer Kombination aus Satellit, UMTS und W-LAN (WiFi) – und dem Live-TV, wird es auch einen Kino-Wagen mit HD-Screens geben.
51 mal täglich mit dem “Italo” durch Italien
Insgesamt 51 Trips werden die 200 Meter langen Schnellzug-Garnituren täglich bewältigen. Zwischen Rom und Mailand wird es in beide Richtungen drei Non-stop Verbindungen geben. Außerdem werden 14 weitere Hochgeschwindigkeitszüge Florenz und Bologna bedienen.
An NTV halten übrigens Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der Schuhhersteller Diego della Valle und der Großindustrielle Gianni Punzo die Mehrheit. Nähere Informationen zum Italo-Hochgeschwindigkeitszug auf der Unternehmens-Homepage von NTV.
Basis-Text & Interview: pte
Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

bei
bei
bei 
Ich wundere mich gerade ein bisschen über die Meldung. Es gibt ja schon seit einiger Zeit den “Frecciarossa” der FS hier in Italien (etwas mehr als ein Jahr). Die eingesetzten Züge sind – glaube ich – von der Bauart ETR 500, die ebenfalls mehr als 300 km/h schnell sind. Wenn sich hier etwas mehr Konkurrenz ergeben sollte, wäre das natürlich wünschenswert.
Na das freut doch das Wanderherz. Bisher mangelte es stets an schnellen Direktverbindungen innerhalb Italiens. Somit rückt Italien auch näher an Deutschland heran, denn nun kann man getrost auf das umweltschädliche Fliegen verzichten und ist trotzdem recht schnell mit ICE und ITALO unterwegs.
Somit wären die Vulkane Süditaliens echt mal eine Alternative… Aber bis es soweit ist, wird es wohl noch etwas dauern.
Grüße
Sven
@realloc: Ja, das stimmt, dass es auch von der Italienischen Staatsbahn Hochgeschwindigkeitszüge gibt. Wie oben im Beitrag geschrieben steht, treten die Italo Hochgeschwindigkeitszüge vor allem mit verbesserten Serviceleistungen den Konkurrenzkampf an. Von der Geschwindigkeit gibt es zwischen den unterschiedlichen Anbietern keine Unterschiede.
@Sven: Eines steht fest: Es lässt sich mit den Hochgeschwindigkeitszüge Italien garantiert “ausbruchssicher” bereisen
@Andersreisende: Zumindest lag der Zugverkehr nicht wegen eines Vulkans auf Island lahm…
@Sven: Stimmt – wobei es leider auch natürliche “Verkehrsfeinde” der Eisenbahn gibt. Dadurch habe ich auch schon so manche Verspätung hinnehmen müssen *seufz*