Stell’ Dir vor, Du schwärmst von einem wunderschönen Reiseziel, das Du vor einigen Jahren besucht hast. Du wirst es allerdings nie wieder besuchen können, weil es diesen Ort nicht mehr gibt. Horrorgeschichte oder Wirklichkeit?
Durch Zerstörung, ob von Menschenhand oder von der Natur, wurden schon in der Vergangenheit viele Orte unwiederbringlich zerstört. Denken wir zB. an das World Trade Center in New York. Oder, wenn wir das Rad der Zeit noch weiter zurück drehen, an die Stadt Pompeji in Italien. Sie wurde im Jahr 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet.
Beliebte Reiseziele durch Klimawandel gefährdet
Abseits von spontanen Naturkatastrophen oder unmittelbare Zerstörung durch Menschenhand droht eine andere Gefahr: Durch den Klimawandel werden sich viele Orte auf der Erde in Zukunft nachhaltig verändern. Schöne Reiseziele werden vielleicht schon bald nicht mehr zu besichtigen sein.
Steigt die Temperatur unseres Planeten weiterhin an, sind nicht nur meernahe Orte wie Venedig, Bangkok, New York, Rotterdam oder die Malediven tatsächlich vom Untergang bedroht. Viele Gegenden der Welt mit ihren komplexen Ökosystemen sind durch die sich abzeichnenden Klimaveränderungen gefährdet.
Bedrohte Reiseziele im Bildband
Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete IPCC Report (Intergovernmental Panel on Climate Change) hat diese Tatsache in erschreckender Weise dokumentiert. Ein neu erschienener, toller Bildband mit dem Namen “100 einzigartige Orte, die schon bald verschwinden könnten*” zeigt auf Basis der internationalen Studie eine Auswahl von 100 gefährdeten Orten. Die ästhetischen Bilder und begleitenden Texte führen die Auswirkungen des Klimawandels plastisch vor Augen. Außerdem wird die Geschichte der Plätze und ihre besondere Problematik eindrucksvoll geschildert.
Die skizzierten Szenarien liegen leider nicht in einer fernen Zukunft, sondern könnten schon in den nächsten Jahren Realität werden. Muss es so kommen? Noch können wir das Schlimmste verhindern, wenn wir die Appelle an die Vernunft erhören, die uns dieses Buch auf eindrucksvolle Weise nahe bringt.

Bedroht: Reisterrassen am Jangzekjang - Bild: Knesebeck Verlag
Hier sind alle bedrohten Orte, darunter einige sehr beliebte und schöne Reiseziele, aufgelistet. Unvorstellbar, diese Orte vielleicht bald nicht mehr besuchen zu können?
- Altai, Russland
- Amazonas-Regenwald, Brasilien
- Amman, Jordanien
- Antarktische Halbinsel, Antarktika
- Baikalsee, Russland
- Balaton, Ungarn
- Bangkok, Thailand
- Bay of Plenty, Neuseeland
- Bayan-Ölgii-Provinz, Mongolei
- Beringmeer, Russland und USA
- Big Sur, Kalifornien
- Borneo, Indonesien
- Cahors, Tal des Lot, Frankreich
- Cape Floral, Westkap, Südafrika
- Caracas, Venezuela
- Chacaltaya, Bolivien
- Charlevoix-Region, Quebec
- Cherrapunji, Indien
- Chicago, Illinois
- Chomolhari, Bhutan
- Columbia River, USA
- Dalarna, Svealand, Schweden
- Franz-Josef-Gletscher, Südinsel, Neuseeland
- Gangesdelta, Bangladesch
- Gondar, Hochland von Äthiopien
- Grafschaft Meath, Irland
- Greater Blue Mountains, New South Wales,
- Australien
- Great Barrier Reef, Australien
- Gujarat, Indien
- Halligen, Deutschland
- Honduras
- Ilulissat-Eisfjord, Grönland
- Indus, Skardu, Pakistan
- Jabal al Makmal, Libanon
- Jamal-Halbinsel, Sibirien
- Jangtse, Volksrepublik China
- Kakadu-Nationalpark, Australien
- Kalahari, Namibia
- Karibisches Meer
- Kauai, Hawaii
- Kilimandscharo, Tansania
- Kitzbühel, Österreichische Alpen
- Komodo, Indonesien
- Kongobecken, Demokratische Republik Kongo
- Kopenhagen, Dänemark
- Kordofan-Region, Sudan
- Kushiro-Nationalpark, Hokkaido, Japan
- Lilongwe-Gebiet, Malawi
- Mahajamba Bay, Madagaskar
- Malediven, Indischer Ozean
- Masai Mara, Kenia
- Mekongdelta, Vietnam
- Mergui-Archipel, Myanmar
- Mississippidelta, USA
- Monteverde-Nebelwald, Costa Rica
- Naukluft-Park, Namibia
- Nigerdelta, Nigeria
- Nildelta, Ägypten
- Nordpol, Nordpolarmeer
- North Slope, Alaska
- Nunavut-Territorium, Kanada
- Nuwara-Eliya-Distrikt, Sri Lanka
- Okavangodelta, Botswana
- Olympia, Griechenland
- Ontong-Java-Atoll, Salomonen
- Panamakanal, Panama
- Paris, Frankreich
- Pauline Cove, Herschel Island, Kanada
- Peking, Volksrepublik China
- Perth, Australien
- Plattensee, Ungarn
- Principato di Lucedio, Poebene, Italien
- Quelccaya-Gletscher, Peru
- Recife, Brasilien
- Rio de la Plata, Uruguay
- Ross-Eisschelf, Antarktis
- Rotterdam, Niederlande
- Rub al-Khali, Saudi-Arabien
- Sagarmatha-Nationalpark, Himalaja, Nepal
- Saint-Louis, Senegal
- Schärenmeer, Finnland
- Sibirien, Russland
- Sulu-Sulawesi-See, Malaysia
- The Battery, New York
- Themse, London
- Tian Shan, Kasachstan
- Timbuktu, Mali
- Tokio, Japan
- Trinidad, Kuba
- Tschadsee, Tschad
- Tundra, Norwegen
- Tuvalu, Pazifik
- Valdés-Halbinsel, Argentinien
- Vava’u, Tonga
- Venedig, Italien
- Veracruz, Mexiko
- Wattenmeer, Dänemark
- Westliche Hudson Bay, Kanada
- Zackenberg, Grönland
- Zahara de la Sierra, Andalusien, Spanien
Alle Orte sind im Bildband mit tollen Bildern und Texten über die zu erwartende Bedrohung dargestellt.
An welchen Orten bist Du bereits gewesen und wie siehst Du persönlich die Gefahr der Klimaveränderung bei diesem Reiseziel?
Bibliographische Angaben zum Buch:
100 einzigartige Orte*
die schon bald verschwinden könnten
Gebunden, 290 Seiten
Mit 150 farbigen Abbildungen
ISBN 978-3-86873-223-8
Erschienen im Knesebeck-Verlag, München
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Wir waren gerade in Ägypten und haben die Pyramiden von Gizeh in Kairo besichtigt. Wenn ich denke, was da an Geschichte verloren ginge, z.B wegen einer Naturkatastrophe …
Venedig. Traumstadt und seit Jahrzehnten dem Untergang geweiht. Immer wieder werden Strassen und Keller überflutet. Wirklich schade.
Und wer noch nicht da war: Sollte man gesehen haben. Vielleicht nicht unbedingt im Hochsommer, wenn die Fäkalien der Anwohner im Canale Grande schimmern, aber im Frühling ein wirklicher Hingucker.
Grüße
Sven
Ich hatte schon vor einigen Wochen etwas über den Bildband gelesen. Leider erinnere ich mich nicht mehr daran, wo genau der Artikel erschien.
Ich fand auch spannend, dass die Arbeit von einer Werbeagentur gemacht wurde. Es war wohl auch nicht so einfach, die Orte auszuwählen, weil tatsächlich weit mehr auf unserem Planeten bedroht ist, als wir wahrhaben wollen.
Sehr interessanter bericht, danke dafür. Wenn man sich anschaut wieviele Orte / Plätze das sind kommt schon einmal ins Grübeln. Und wie das aussieht wenn sich die “Natur wehrt” sieht man ja schon seit Wochen mit dem Thema Island Vulkan und Aschewolke … ganz abgesehen von der Thematik Ölpest … traurig traurig
Oh Mann,
da habe ich ja noch ganz schön was vor! In den nächsten 2 Jahren habe ich dann ganz schön was vor!
@Ivan: Oh – ein sehr spannendes Reiseziel! Nun, gottseidank trotzden die Pyramieden ja bereits so mancher Katastrophe. Soweit ich weiß, erschüttern Erdbeben immer wieder die Region. Gut gebaut, kann ich da nur sagen
@Sven: In Venedig war ich das letzte Mal als Kind – aber ich denke, mich würde diese traumhafte Stadt heute umso mehr begeistern. Wie Du schreibst, hat Venedig auch heute schon schwer mit dem steigenden Meeresspiegel und mit dem Absinken der Stadt zu kämpfen.
@realloc: Das stimmt – es gibt noch wesentlich mehr betroffene Orte. Beim Buch wurden der Schwerpunkt hauptsächlich auf die Bedrohung durch den Klimawandel gelegt. Wenn man bedenkt, dass es auch viele andere schöne Reiseziele gibt, die mit dem “Überleben” kämpfen. zB. auch das Donaudelta würde es nicht mehr geben, hätte die Diktatur in Rumänien noch länger gedauert. Erschreckend!
@El.Loco: Willkommen im Anders reisen Blog! Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Aschewolke als Abwehr der Natur sehen würde. Aber beim Thema Ölpest bin ich voll bei Dir: Das ist ein absoluter Super Gau!
@Matthias: Möchtest Du all die Reiseziele, die bedroht sind, noch schnell besuchen? Also ich hoffe, dass wir dann doch noch mehr als zwei Jahre dafür haben
Ja, das möchte ich und ich hoffe auch dass uns diese tollen Ziele noch etwas länger erhalten bleiben!
@Andersreisender
Stabil gebaut sind die Pyramiden. Wenn man denkt, dass die schon 2500 v. Chr. erstellt wurden, sind dies wahre Meisterwerke. Ich möchte nicht wissen, wie lange heute der Bau dauern würde
@Andersreisender
Ob man das mit der Aschewolke jetzt als Abwehr seitens der Natur sieht, OK, dazu kann man geteilter Meinung sein.
Danke für die Willkommensgrüsse
Aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl das es 2010 weltweit gesehen irgendwie heftiger kommt als das was in den vergangenen Jahren als “Naturgewalt” bezeichnet wurde.
@Matthias: Das hoffe ich auch. Aber es ist ja nicht sicher, wie groß der Einfluss des Menschen auf die Klimaveränderung nun wirklich ist. Etwas mehr umweltbewußtes Handel kann aber so oder so nicht schaden
@Ivan: Hmm…ich denke da gerade an die tausenden, armen Sklaven.
@El.Loco: Auf jedenfall kann man anhand der Aschewolke eines gut erkennen, nämlich wie anfällig unser System, in dem wir leben, ist. Ein paar Tage ohne Flugverkehr und die Versorgung beginnt langsam zu “bröckeln”. Das ist es auf jeden Fall wert, mal darüber nachzudenken, was hier schief läuft, oder?
Um Himmels willen! ich mag garnicht daran denken, was wäre wenn Ägypten einfach nicht mehr existieren würde. Kairo und Hurghada,
sharm el sheikh – alles Orte in denen ich regelmäßig meinen Ägypten urlaub verbringe. Nicht nur sehr wertvolle Geschichte, sondern auch ein wunderschöner Erdteil würde damit verschwinden.