Malaria: Vor allem Männer erkranken auf Reisen

Männer haben ein anderes Risiko, im Urlaub zu erkranken, als Frauen. Oder anders gesagt: Frauen erkranken auf Reisen anders als Männer. Das haben Forscher der Universität Zürich herausgefunden und kürzlich in der Zeitschrift “Clinical Infectious diseases” veröffentlicht. Ihre Erkenntnisse gewannen die Forscher, nachdem sie Daten von 60.000 Patienten ausgewertet haben, die nach Rückkehr von einer Reise eine Klinik für Reisekrankheiten aus dem Geosentinel-Netzwerk aufgesucht hatten. “Frauen suchen nach einer Reise häufiger den Arzt auf, Männer werden jedoch öfters stationär behandelt”, erklärt die Studienautorin Patricia Schlagenhauf. Aber auch dei Art der Erkrankung ist bei beiden Geschlechtern unterschiedlich.

Mann - Frau

Mücken stehen auf Männerduft

Der größte Unterschied bei den Erkrankungen  zeigt sich bei jenen, die von Mücken übertragen werden. Dabei erkranken Männer rund doppelt so häufig wie Frauen an Malaria oder an Dengue-Fieber. Die Ursache dürfte darin liegen, dass Männer mehr Schweiß, Kohlendioxid und auch flüchtige Hautpartikel erzeugen, deren Duft die Moskitos anlockt.

Außerdem haben Männer nach der Rückkehr von einer Reise häufiger Fieber ohne Erklärung, Krankheiten die durch sexuellen Kontakt oder Parasiten übertragen werden, virale Hepatitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Höhenkrankheit und Erfrierungen. “Und das, obwohl Reisen mit hohem Risiko aus der Studie ausgeschlossen wurden”, so Schlagenhauf.

Chronischer Durchfall plagt hingegen häufiger reisende Frauen. Auch Reizdarmsyndrom, Infektionen der Atemwege, Mund- und Zahnbeschwerden, psychische Probleme und Medikamenten-Unverträglichkeiten zählen zu jenen Krankheitsbildern, die häufiger weibliche Reisende treffen.

Geschlechtsspezifischer Reisemedizin wäre wichtig

Diese Ergebnisse sollten der Reisemedizin zu denken geben. Sowohl Prävention als auch Nachbehandlung sollten geschlechterspezifisch erfolgen. “Männer haben andere Bedürfnisse als Frauen. Da sie mehr schwitzen, lösen sich bei ihnen Insektenschutzmittel schneller auf und müssen häufiger neu aufgetragen werden. Dazu sollten Reisemediziner mehr Hinweise für geschützten Sex geben”, so die Züricher Forscherin.

Bei Frauen empfehle es sich, in der Beratung besser auf die Nebenwirkung von Medikamenten aufmerksam zu machen. Anweisungen für die Selbstbehandlung von Hanrwegsinfekte und Durchfall auf Reisen sind ebenfalls wichtige Vorsorgemaßnahmen. Verbesserungen seien auch bei Beipackzetteln sinnvoll, etwa durch geschlechtsspezifische Informationen oder jeweilige Anpassungen der Dosierung.

In der westlichen Medizin wird eine aufs Geschlecht abgestimmte medizinische Versorgung noch kaum praktiziert. In der Traditionelle Chinesische Medizin, die auch in Europa immer öfter Anwendung findet, wird hingegen schon immer auf unterschiedliche Bedürfnisse bei der Krankenbehandlung von Männern Rücksicht genommen.

Basisdaten: pte

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