Tollwut: Achtung vor streunenden Hunden

Wie oft hört man im Urlaub den Ausruf beim Anblick von streunenden Hunden oder Katzen: „Ach ist der süß und so lieb“. Finger weg von streunenden Hunden oder Katzen! Die Tiere könnten an Tollwut erkrankt sein.

Tollwut ist eine Infektionskrankheit, die zwar selten, aber einmal ausgebrochen, immer tödlich verläuft. Weltweit sterben pro Jahr etwa 60 000 Menschen daran. Allein in Indien sind es etwa 30 000 Menschen. Die Erkrankung kommt weltweit bei Hunden, Katzen, Affen, Füchsen, Alaskabären, Mungos aber auch bei Fledermäusen vor.

Streunender Hund in Rumänien

Wie wird Tollwut übertragen?

Die Übertragung erfolgt über den Speichel eines tollwütigen Tieres, meist durch einen Biss. Die Infektion mit Tollwut ist jedoch auch über eine winzige Wunde in der Haut oder bei direktem Kontakt des infektiösen Speichels mit der Schleimhaut möglich. Infizierte Tiere sind bereits drei bis sieben Tage vor Ausbruch von Symptomen und während der gesamten Erkrankungsdauer ansteckend.

Wie erkenne ich die Tollwut-Infektion?

Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 8 Wochen, je nach Bissstelle, treten zunächst Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit sowie Brennen, Taubheit und Stechen im Bereich der Bisswunde auf. Es folgen Bewusstseinsstörungen und quälende Krämpfe der Schlundmuskulatur beim Anblick von Wasser. Der Patient stirbt nach wenigen Tagen an Atemlähmung.

Wo liegen die Tollwut-Risikogebiete?

Bedroht von der Infektion sind vor allem Touristen in den subtropischen und tropischen Regionen von Asien, Afrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten, aber auch Osteuropa. Erst kürzlich wurden neue Fälle von Tollwut aus Bali und Russland gemeldet. Das Risiko von Tierkontakten in Endemiegebieten ist sehr hoch.

Tollwut-Freie Gebiete der Welt - Bild: WHO

Tollwutfreie Gebiete der Welt - Bild: WHO

In einigen Ländern war die Bekämpfung von Tollwut erfolgreich. So gelten Deutschland, Österreich und die Schweiz als tollwutfrei, wobei in Deutschland die Fledermaus-Tollwut nach wie vor nicht ausgerottet ist. Auch in Großbritannien, Norwegen und Schweden zeigten die Bekämpfungsmaßnahmen ihre Wirkung. In Australien wurde die Tollwut hingegen nie eingeschleppt.

Drei Impfungen in 21 Tagen

Der Kontakt zu Tieren sollte auf Auslandsreisen vermieden werden.  Einziger effektiver Schutz, so das Forum Reisen und Medizin, ist die Impfung. Die Grundimmunisierung mit dem gut verträglichen Gewebekultur-Impfstoff wird an den Tagen 0, 7 und 21 oder 28 vorgenommen. Eine Auffrischung wird alle zwei bis fünf Jahre empfohlen.

Die Impfung ist auch für Kinder in jedem Alter geeignet. Sie verhindert die Erkrankung sicher. Auch die sofortige Gabe von Tollwuthyperimmunglobulin nach dem Biss eines tollwutverdächtigen Tieres bietet noch einen sicheren Schutz. Es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wem ist die aktive Impfung zu empfehlen?

  • Reisenden in Ländern mit hohem Tollwut-Vorkommen wie Indien, Pakistan, Vietnam, Thailand, China, Bali, Afrika, Lateinamerika, Rumänien, Türkei oder Russland
  • Personen, die erhöht gefährdet sind wie Langzeit-, Trekking- oder Rucksack-Reisende bzw. Backpacker sowie Abenteuer-Touristen
  • Reisenden in jene Regionen, in denen verträgliche Immunglobuline oder Zellkulturimpfstoffe nicht verfügbar sind.

Impfung bei Reisen mit Haustieren

Um die Tollwut zu bekämpfen und Haustiere zu schützen, müssen beim grenzüberschreitenden Reiseverkehr kleine Haus- und Heimtiere (wie zB. Hunde und Katzen) geimpft werden. Die Bestimmungen sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Innerhalb der Europäischen Union sind die Impfvorschriften für Tiere seit Oktober 2004 vereinheitlicht.


www.docmorris.de

Kommentare

  1. Arven (Michaela) meint:

    Als ich Kind war hatten wir einen Fuchs mit Tollwut bei uns in der Nähe meines Elternhauses.
    Wenn ich so Nachdenke ich habe schon lange nichts mehr gehört von Tollwutfällen.

  2. bei manchen Hunden hier denkt man auch oft – ups… hoffentlich haben die keine Tollwut!

    http://micha-ini.de/4images/data/media/2/Winter_im_Harz_mit_Ini_Weihnachtsgru.jpg

  3. Andersreisender meint:

    @Arven: Auch bei uns stand früher ein Schild im Ort mit der Aufschrift “Tollwut-Sperrgebiet”. Aber seit einigen Jahren ist Österreich komplett Tollwut-frei. Daher muß man auch keine Sorge mehr haben ;-)

    @Ini: Auch in Deutschland brauchst Du Dich nicht vor Tollwut bei Hunden fürchten. Ebenfalls schöne Weihnachten!

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