Ab 1. Januar 2010 gibt es erstmals ein einheitliches Hotelklassifizierungssystem in Deutschland und Österreich. Das heißt, die an Hotels vergebenen Sterne und damit die Qualität von Hotels, werden ab 2010 in beiden Ländern vergleichbar. Bisher gibt es unterschiedliche Kritierien bei der Qualitätsbeurteilung von Hotels.
Die in Deutschland und Österreich geltenden Bedingungen und Kriterien für die Vergabe von Hotelsternen wurden gemeinschaftlich vom Fachverband Hotellerie (Wirtschaftskammer Österreich), dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), dem Hotelverband Deutschland (IHA) und hotelleriesuisse (Schweizer Hotelier-Verein) erarbeitet.

270 Kriterien für mehr Qualität
Wieviel Sterne an einen Hotelbetrieb vergeben werden, basiert auf insgesamt 270 einzelnen Kriterien. Diese bestehen aus einer Kombination von Mindestkriterien und fakultativen Kriterien. Mit diesen Kriterien werden vom Hotel die notwendige Punktwerte je Sternekategorie gesammelt. „Mit dem neuen System gelingt der Übergang weg von K.O.-Kriterien hin zu O.K.-Kriterien: Weniger Verbote und Vorschriften sowie mehr Motivation und Anreize für unternehmerisches Handeln“ erläutert Matthias Koch, Geschäftsführer des österreichischen Fachverbandes Hotellerie.
Welche Kriterien für die Vergabe von Hotelsternen herangezogen werden, finden Interessierte unter www.hotelsterne.at oder www.hotelsterne.de zum Downlad.
“Neue” Sterne werden geänderten Bedingungen gerecht
Umfragen ergaben, dass die Anzahl der vergebenen Sterne an ein Hotel für Gäste nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert hat. Um den neuen Anforderungen am Markt gerecht zu werden, mussten neue Kriterien in die Sterne-Bewertung mit aufgenommen werden. Schwerpunkte wurden bei der Neuüberarbeitung der Hotelstern-Kriterien auf Qualitätsmanagement, Wellness und Schlafkomfort gesetzt.
„Unsere Hotelsterne werden zunehmend auch eine Brückenfunktion zwischen dem realen Hotelprodukt und seinem virtuellen Abbild im Internet übernehmen. Erste Akzente in diese Richtung setzen wir etwa mit Kriterien zur Aussagekraft der Hotel-Homepages und zur Einbindung von Hotel-Bewertungsportalen“ erörtert Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA).
Gemeinsam für den Hotelgast
„Dieser Erfolg ist für uns ein erster Meilenstein auf dem Weg hin zu mehr Transparenz und Sicherheit für den Hotelgast in Europa“, zeigt sich Dr. Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, mit dem bisher Erreichten zufrieden. „Deutschland und Österreich haben einen im internationalen Vergleich sehr hohen Qualitätsstandard in jeweils vorwiegend mittelständisch geprägten Hotelmärkten. Wenn nicht uns bei aller Unterschiedlichkeit der bisherigen Klassifizierungssysteme eine Vereinheitlichung der Kriterien gelungen wäre, wo sonst in Europa?“
Helmut Otto, Vorsitzender des Ausschusses Deutsche Hotelklassifizierung lädt weitere Partner zur gemeinsamen Initiative ein: „Unser Angebot steht ausdrücklich weiteren Ländern und Regionen in Europa offen, die – wie wir – Anreize zur Steigerung der Qualität und zur Förderung der Vermarktung ihrer Hotellerie setzen wollen.“
Schweiz als weiterer Partner?
Der Schweizer Hotelier-Verein wird die Erfahrungen der Partnerverbände in Österreich und Deutschland bei der Umsetzung der gemeinsamen Klassifizierungskriterien ebenfalls begleiten. Ob die neuen Normen für die Vergabe von Hotel-Sternen auch in der Schweiz übernommen werden, wird frühestens 2011 diskutiert.
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