Finger weg von gewonnener Reise nach Kappadokien

Packen Sie die Koffer, denn Ihr Gewinn ist eine 8-tägige Flugreise für bis zu 4 Personen nach Kappadokien im Wert von 1476,- Euro!“ Diese Mitteilung bekommen derzeit viele Internet-User per E-Mail zugesandt. Jetzt häufen sich die Anfragen vieler „Gewinner“ in der AK-Konsumentenberatung. Deren Tipp: Die Finger von der gewonnenen Reise nach Kappadokien in der Türkei lassen.

In den derzeit versandten Massen-Emails wird der Gewinn einer 8-tägigen Reise nach Kappadokien in der Türkei ankündigen. Der Empfänger wird zur raschen Buchung gedrängt. Sonne? Strand? Irrtum. Endlose Busfahrten, Verkaufsaustellungen und  saftige Zusatzkosten warten auf die “glücklichen Gewinner”. „Dahinter steckt der alte Gewinnspielschmäh, nur jetzt eben per E-Mail statt per Post“, sagt Arbeiterkammer-Konsumentenberaterin Edith Steidl. „Was auf den ersten Blick gratis aussieht, kann unterm Strich schön ins Geld gehen.“

Stundenlange Busfahrten und hohe Kosten

Gewinner, die die Reise angetreten haben, waren eher gefrustet: kein Badeurlaub, kein Wellness, dafür stundenlange Busfahrten zu diversen Verkaufsausstellungen und 149 Euro an Eintrittsgeldern. Im Gewinn inbegriffen ist lediglich das Frühstück. Für die Nichtteilnahme an Ausflügen werden nochmal 250 Euro fällig. Außerdem fallen Buchungsgebühren und Kerosinzuschlag an. Andere Konsumenten, denen noch Zweifel kamen, berichten von hohen Stornokosten und umgehende Drohungen mit Inkassobüros.

In der derzeitigen Versandwelle sind es E-Mails, die nun den vermeintlichen Gewinn einer Reise nach Kappadokien in der Türkei versprechen. Doch die “Masche” mit der gewonnen Reise lockt schon länger vermeintliche Gewinner in die Türkei. Dominik Schuster erzählt zB. in seinem Blog von seinen Erfahrungen mit einer Gewinn-Verständigung für einen Türkei-Urlaub Ende 2008.

Die Gewinnbenachrichtigung wirkt auf den ersten Blick echt: Einfacher Betreff “Benachrichtigung” (keine “eindeutigen” Werbe-Betreffs wie bei SPAM-Mails), als Absender eine individuelle eMailadresse einer Mitarbeiterin, schön übersichtliche Mail und – zumindest auf den ersten Blick – persönlicher Gewinncode, mit dem ich meinen Preis anfordern kann. Auch die Internetseite wirkt auf den ersten Blick professionell und seriös.

Weitere Recherchen ergaben einige Ungereimtheiten. Nach einigen gefundenen Erfahrungsberichte von anderen “Reise-Gewinnern” im Internet ließ er die Finger von der versprochenen Reise in die Türkei.

„Gewinne dieser Art sind nie gratis“, sagt Steidl. „Die Reiseveranstalter und ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind nicht genau erkennbar. Unser Rat ist einfach: E-Mail löschen!“ Wer unsicher ist, wendet sich am Besten an den Konsumentenschutz – die Arbeiterkammer hilft weiter.

Wie sieht es bei Euch aus: Hattet Ihr schon mal eine Gewinnverständigung für eine Reise nach Kappadokien bzw. allgemein in die Türkei im E-Mail Postfach oder Briefkasten? Gibt es dazu Erfahrungen von Euch?

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10 Kommentare zu Finger weg von gewonnener Reise nach Kappadokien

  • Das müßte heutzutage doch jeder wissen, oder?
    “Gewinne dieser Art sind nie gratis”
    Ich lache bei solchen Mails meist, denn es ist immer wieder überraschend was sich Leute so einfallen lassen. Nur traurig, wie viele dennoch darauf reinfallen! :-/

  • An solche Dinge glaube ich schon seit Jahren nicht mehr. Heutzutage gibt es nichts zu verschenken! Und wenn ich weiß, dass ich an keinem Gewinnspiel teilgenommen habe, dann reagiere ich auf solche Emails auch nicht.

    Wer auf solche “Fakes” reinfällt, hat selbst schuld. So “dumm” kann man doch gar nicht sein oder?

  • Leider gibt es offenbar genug Dumme, die solche immer wiederkehrende Maschen lohnenswert machen. Selbst die noch so duemmlichen Spam-Mails fuer Viagra, Rolex-Uhren oder sonstwas scheinen ja etliche Abnehmer – einer von 1000 oder sogar nur 10.000 reicht ja schon – zu finden, sonst waeren wir davon wohl laengst schon befreit. Traurig.

  • @Alex: Ja, ich denke auch, dass man das erkennen müßte. Ist aber anscheinend nicht immer so, wie das zB. Dominik Schuster beschrieben hat. Manchen Briefen und Mails sieht man’s ja schon von außen an.

    @Erich: Nun, wahrscheinlich fallen auch Menschen rein, die besonders oft an Gewinnspielen teilnehmen und dann den Überblick verlieren. Dann kann man schon glauben, dass man nun das “große Los” gezogen hat. Ich denke, wenn man alles ein bisschen hinterfragt, kommt man schnell drauf, woran man ist.

    @Chineast: Ja – das wäre der absolute Wahnsinn: Mal keine Spam-Mails für alles Mögliche im Mailordner! Wundert mich auch, dass es immer wieder Menschen gibt, die nicht misstrauisch sind und trotzdem kaufen.

  • Ini GERMANY

    also solche Gewinnreisenden – wo ich da schon immer hinfahren hätte können… :-)

    aber das ist mir alles nix

  • @Ini: Anscheinend haben die meisten von uns schon Erfahrungen mit “gewonnenen” Reisen gemacht. Schade, dass das dann nix wird…

  • Tom GERMANY

    Hallo zusammen.Die Macher dieser unseriösen Geschäfte geben sich auf jeden Fall immer mehr Mühe.Mich wundert zb.,das Ich diese Emailadresse sehr wenig benutze und am Ende der Mail gar ein Gruss nach xxxxx,meiner Heimatstadt stand.
    Ich kann nur vermuten,das es evtl. ein türkischer Ebayverkäufer war,mit dem Ich kürzlich Geschäfte gemacht habe.Es ist z.K. mit dem SPAM und noch mehr mit diesen Neppern,Schleppern,Bauernfängern……
    Gott sei Dank war Ich erst 1 Mal Opfer und das auch wirklich nur durch einen dummen Zufall+meiner übertriebenen Schnäppchensucht.
    Heut bin Ich schon schlauer und der Betrüger sass ein.Leider habe Ich dadurch mein Geld nicht wieder.

  • @Tom: Hallo, Tom! Das ist sehr bedauerlich, dass Du durch unseriöse Geschäftsleute Geld verloren hast. Es ist doch erschreckend, wie sehr man aufpassen muss, um keinem Betrug aufzusitzen.

    Ich dachte erst, dass die Aussendungen mit der Kappadokien-Reise, die es zu gewinnen gibt, nur einmalig war. Anscheinend werden aber in regelmäßigen Abständen Gewinnverständigungen in Form von E-Mail oder per Post versandt. Und das im gesamten Deutschsprachigen Raum, also Österreich, Deutschland und der Schweiz.

  • jowi AUSTRIA

    Hallo zusammen,
    ist denn hier niemand, der eine solche Reise genossen hat?
    Ich hab mich vor 3 Jahren das erste Mal getraut, so eine gewonnene Reise anzutreten. Es ging von Antalya aus und ich habe viele Sehenswürdigkeiten gesehen.
    Natürlich gab es die üblichen Leder-, Schmuck- und Bazarbesuche, aber man muss ja nichts kaufen. man braucht nur NEIN zu sagen.
    Ich habe um wenig Geld viel gesehen.
    Vor 2 Jahren hab ich dann eine Rundreise von Istanbul bis Antalya gemacht, diesmal schon absichtlich gesucht und gefunden.
    Habe wieder viele neue Sachen gesehen, war wieder begeistert.
    Und zur Zeit suche ich eine günstige Kappadokien-Rundreise mit Flug ab Salzburg.
    Ich möchte im Urlaub was sehen und nicht 7 Tage in der Hotelanlage am Strand liegen. Dazu brauch ich gar nicht so weit zu fliegen.
    Ich bin mir sicher, mehr als 90% meiner Mitreisenden waren zufrieden, obwohl viele vorher skeptisch waren.
    Einige waren schon das 3. oder sogar 5. Mal bei so einer Reise dabei.
    Wir hatten immer schöne Hotels, ausgezeichnete Reiseführer (Akademiker), und wir haben von Land und Leuten was gesehen und viel gelernt.
    Deshalb bitte diese Reisen nicht voreilig schlecht bewerten.
    In diesem Sinne wünsche ich alllen, die es doch auch mal probieren wollen, alles Gute.

  • Andersreisender AUSTRIA

    @jowi: Ich danke Dir für Deinen Beitrag zu diesem Thema. Auch ich habe vor kurzem eine solche Gewinnverständigung bekommen. Ohne ordentlichem Impressum und Ansprechpartner finde ich eine solche Aktion doch sehr “unprofessionell”.

    Die konkrete Warnung geht u.a. von der Arbeiterkammer aus, die wahrscheinlich nicht zum ersten Mal mit diesem Thema konfrontiert ist. Dies wurde in diesem redaktionellen Text auch in dieser Form wiedergegeben. Die verlinkten Personen im obigen Beitrag berichten ebenfalls von ihren persönlichen Erfahrungen.

    Natürlich freut es mich, dass Du auf diesen Reisen so viel erlebt hast und dass sie dir gut gefallen haben. Ich denke, es steht jedem selbst offen, sich darüber ein Urteil zu bilden.