28. Juni 2009
Deutschland bereitet sich auf einen besonderen Tag vor. Im November jährt sich zum zwanzigsten Mal der Fall der Berliner Mauer. Ein Ereignis, das die Welt begeistert mitverfolgte. Bilder von Freudentränen, Begegnungen und unfassbarer Begeisterung über das Ende einer Zeit der Unterdrückung gingen durch die Medien und haben sich in unseren Köpfen festgesetzt. Die Berliner Mauer und der Eiserne Vorhang haben an Schrecken verloren. Für DDR und BRD beginnt eine neue, gemeinsame Zeit.
Im Laufe der Jahre verändert sich die Sicht auf die Vergangenheit, wie gerade auch in einer aktuellen Umfrage zu sehen ist. Die Ostalgie-Welle rollte über uns und der nicht mehr existierende “Antifaschistische Wall” ist in Berlin ein Besuchermagnet – stärker als je zuvor.
Der Checkpoint Charlie ist für viele Berlin-Touristen erste Anlaufstelle. Der Fotoapparat wird gezückt und das Grenzhäuschen aus der “damaligen Zeit” fotografiert.

Die wenigsten Touristen wissen aber, dass das kleine, weiße Holzhaus weder aus der Zeit des Kalten Krieges stammt noch, dass es nicht am ursprünglichen Platz steht. Die
Baracke, die zum Zeitpunkt des Mauerfalls am Checkpoint Charlie stand, wurde 1990 von Vertretern aller vier alliierten Mächten abgebaut. Heute ist sie im Alliierten Museum in Berlin-Zehlendorf zu besichtigen.
Checkpoint Charlie stammt aus dem Jahr 2000
Die tausendfach fotografierte Baracke ist ein Nachbau des Originals aus dem Jahr 1961 und wurde im Jahr 2000 aufgestellt. Eher lächerlich sieht es aus, wenn zwei Grenzposten – mal Amerkaner, mal Russen, mal Franzosen – um einen Euro für Touristen-Fotos posieren.

Rund um den ehemaligen Grenzübergang im Zentrum Berlins haben sich die Unternehmen auf Besucher eingeschossen. In den Souvenirshops wird verkauft, was zumindest annähernd mit der DDR und dem Mauerfall zu tun hat. Ampelmännchen-Radiergummi, vermeintliche Mauerreste und russische Gasmasken lassen das (Massen-)Touristenherz höher schlagen.

Insgesamt wird dem Besucher ein völlig verzerrtes Bild der Geschichte gezeigt. Auch der Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor gleicht eher einem Jahrmarkt mit Gauklern, Fotomodellen in alten Uniformen und Indianer-Musikgruppen. Das Wahrzeichen des wieder vereinten Deutschlands wird dabei fast übersehen.
20 09 Jahre friedliche Revolution
Gottseidank gibt es in Berlin auch souvenierfreie Zonen. Viele Museen, Ausstellungen und
Initiativen leisten hervorragende Arbeit. Noch bis zum 14. November 2009 kann man am Alexanderplatz eine öffentliche und detailiert recherchierte Ausstellung über die Wendejahre mit dem Titel “2009 – 20 Jahre
friedliche Revolution Mauerfall” besichtigen.
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Berlin hat viele Gesichter,
das wäre eins davon. Unsere Hauptstadt glänzt mit viel mehr Attraktionen als nur den Check Point.Zu der Erkenntnis wird jeder kommen der bereits mehrmals in Berlin war.
Touristenfalle hin oder her, irgendwie gehört der Check Point mit dazu…
Gottseidank gibt es viele Ecken in Berlin, wo kaum Touristen hinkommen und die absolut toll sind. Berlin ist eine meiner Lieblingsstädte und natürlich muß man auch die touristischen “Highlights” gesehen haben. Aber besonders schön ist es, wenn man dann ein bißchen “hinter die Kulissen” blickt und nette Leute aus dieser Stadt kennen lernt. Bin immer wieder gerne mal dort
ich als ehemaliger Berliner weiß, dass es hunderte wenn nicht sogar tausende wunderschöne Ecken in Berlin gibt.
Berlin hat tolle Parks, Kirchen in Hülle und Fülle, unzählige verschiedene Brücken u.v.a.m.
besonders schön (finde ich) ist es, zur Weihnachtszeit über die unzähligen Weihnachtsmärkte zu schlendern, wie wir es letztes Jahr gemacht haben
Hallo, Ini!
Berlin im Advent wäre bestimmt auch mal eine tolle Sache. Leider habe ich zu dieser Jahreszeit alle Hände voll zu tun, um unseren eigenen Weihnachtsmarkt zu organisieren. Darum wird Berlin zu dieser Jahreszeit für mich auch in Zukunft ausfallen
hallo Andersreisender,
ich werd mal Bilder vom letzten Weihnachtsmarktbummel einstellen. Aber nicht jetzt – passt nicht ganz zur Jahreszeit
dann kannst du wenigstens virtuell durch Berlin zur Weihnachtszeit wandern!
liebe Grüße
Ini
Das ist fein
Gib mir Bescheid, wenn die Bilder online sind!
[...] Vergangenheit – und trotzdem lebt sie mit der “Ostalgiewelle” weiter. Mit dem Mauerfall ist vieles aus dem Alltag verschwunden, das typisch “Ost” ist. Die erste junge [...]
[...] geschichtsträchtigsten Ereignisse Deutschlands jährt sich zum 20. Mal. Nach über 28 Jahren fiel die Berliner Mauer in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989. Die Öffnung der Berliner Mauer bedeutete auch das [...]